Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Begegnungszentrum Hämikerberg (Regio-Plus-Projekt 1997 bis 2005)

Interessierte Personen aus dem Sozialbereich und der Wirtschaft haben den Verein Hämikerberg gegründet und die Liegenschaft Hämikerberg mit mehreren historischen Gebäuden erworben. Im Endausbau beinhaltet das Zentrum einen therapeutisch- pädagogisch ausgerichteten Reitbetrieb, ein Bildungs- und Kulturhaus für die Wirtschaftsregion Seetal (LU), einen Restaurationsbetrieb mit Herberge für das Bildungshaus sowie gemeinnützige Anlagen wie z.B. einen Spielplatz für das Naherholungsgebiet Lindenberg.

Trägerschaft

Gemeinnütziger Verein Hämikerberg

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Soziale Institution
  • Freizeit, Bildung, Erhohlung
  • Restauration
  • Baubranche

Kurzbeschrieb des Projekts

Interessierte Personen aus dem Sozialbereich und der Wirtschaft haben den Verein Hämikerberg gegründet und die Liegenschaft Hämikerberg mit mehreren historischen Gebäuden erworben. Im Endausbau beinhaltet das Zentrum einen therapeutisch-pädagogisch ausgerichteten Reitbetrieb, ein Bildungs- und Kulturhaus für die Wirtschaftsregion Seetal (LU), einen Restaurationsbetrieb mit Herberge für das Bildungshaus sowie gemeinnützige Anlagen wie z.B. einen Spielplatz für das Naherholungsgebiet Lindenberg.

Gründe für das Projekt

Die Liegenschaft Hämikerberg befindet sich auf der Luzerner Lindenberg-Passhöhe, einem Naherholungsgebiet auf 850 Metern über Meer, rund 35 Kilometer entfernt von Zürich, Luzern, Aarau und Zug. Sie gehört der Stiftung Anton Achermann, Luzern, und steht seit Sommer 1994 leer. Fünf historische Bauten sollen als Kulturobjekte erhalten bleiben. Die schöne, gut erschlossene Lage ermöglicht eine vielfältige und sinnvolle Nutzung.

Projektziele

Die beiden Hauptziele des Projekts sind:

  • Die Instandstellung und der Betrieb der Liegenschaft Hämikerberg
  • Die Beschäftigung von Arbeitslosen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und Nischenarbeitsplätzen für sozial benachteiligte Menschen

Es wird eine Kooperation und langfristige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen angestrebt, um Synergien zu nutzen und das Gesamtangebot auf die Kundenbedürfnisse auszurichten.

Vorgehen

Der Aufbau soll zeitlich gestaffelt erfolgen:

  • 1. Kauf der Liegenschaft/Unterhalt/gemeinnützige Anlagen
  • 2. Restaurationsbetrieb
  • 3. Therapeutisch-pädagogisch ausgerichteter Reitbetrieb/Kleintierhaltung
  • 4. Kriseninterventionsplätze für Jugendliche
  • 5. Renovation der historischen Bauten
  • 6. Kurs- und Kulturzentrum

Die Bereiche werden in sinnvollen Einheiten autonom betrieben. Mit einem Gesamtkonzept können Synergien zwischen den einzelnen Einheiten geschaffen werden: Erholungssuchende Tagesausflügler interessieren sich z. B. für das Kursangebot im Kurszentrum oder für Reitstunden im Reitbetrieb. Reitanlässe fördern die Besucherzahl des Restaurationsbetriebes. Und betreute Jugendliche finden in einer intakten Umgebung sinnvolle Beschäftigung (z. B. im Reitstall).

Durch den modularen Aufbau des Projektes können Anpassungen, Innovationen oder neue Konzepte in einzelnen Bereichen einfacher und schneller erfolgen.

Zeitlicher und finanzieller Rahmen

Planungsphase: Mai 1997 bis Dezember 1999

Änderung Regionaler Richtplan: 1998

Genehmigung Gestaltungsplan: Frühjahr 2000

Umnutzung/Umbau: Mai 1998 bis Dezember 2004

Vollbetrieb: ab Januar 2005

Gesamtkosten: CHF 926'000.–

Langfristig soll das Projekt selbsttragend sein. Die Startphase wird von verschiedenen Institutionen und Organisationen unterstützt.

Auswirkungen des Projekts…

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Das Projekt Hämikerberg verknüpft privatwirtschaftliche Arbeit mit sozialen Aufgaben. Der gemeinnützige Überbau der Trägerschaft sorgt dafür, dass erwirtschaftetes Kapital nicht abfliesst, sondern in den einzelnen Betrieben wieder investiert werden kann.

Die umfassende Sanierung wird namhafte Aufträge für Handwerks- und Baubetriebe auslösen.

...auf den Arbeitsmarkt

Vorübergehend werden 20 Beschäftigungsplätze, vorwiegend im Baugewerbe, geschaffen. Langfristig rechnen die Projektverantwortlichen mit 10 bis 15 Arbeitsplätzen in den Bereichen Freizeit, Bildung, Erholung und mit etwa 5 Nischenarbeitsplätzen für sozial benachteiligte Menschen.

... auf die Umwelt

Bei der Sanierung der Liegenschaft werden moderne, umweltverträgliche Energieversorgungssysteme eingebaut.

Modellcharakter des Projekts

Die Innovation dieses Projektes liegt in der Zusammenführung unterschiedlichster Dienstleistungen zu einem abgerundeten Gesamtkonzept. In diesem Sinne hat es durchaus Modellcharakter.

Projektleitung

Heinz Spichtig
Sozialarbeiter, Management NDS/FHS
Vordere Allmend
6289 Hämikon
Tel: +41 41 917 21 75
Fax: +41 41 917 22 94
E-Mail: haemikerberg@bluewin.ch

Stand des Projekts, August 2001

Mitte 1999 kaufte der Verein die Liegenschaft Hämikerberg. Im Planungsverfahren haben 16 von 17 Gemeinden aus der Region Seetal einer Änderung des Richtplans zur Realisierung des Begegnungszentrums zugestimmt. Mit grosser Mehrheit hat zudem die Gemeindeversammlung die Zonenplanänderung gutgeheissen. Im Januar 2000 wurde die Vorprüfung des Gestaltungsplans abgeschlossen und bei der zuständigen Behörde eingereicht. Wegen zusätzlichen Auflagen bezüglich der verkehrstechnischen Erschliessung, die zuerst durch den Regierungsrat genehmigt werden muss, ist die Bewilligung des Gestaltungsplans noch hängig.

Am 6. April 2001 wurde im Teilbereich «Gastronomie» ein Vollbetrieb (7-Tage-Woche) eröffnet und gemäss Zielsetzung in Pacht abgegeben. Das Teilprojekt «Kriseninterventionsplätze» befindet sich in der Pilotphase; die Trägerschaft hat ein Betriebskonzept entwickelt, und bereits wurden erste Kinder aufgenommen. Für die Investitionen in die Infrastruktur sucht man noch Geldgeber.

Schlussbericht

Die nach dem Tod des Besitzers stillgelegten historischen Gebäude auf dem Lindenberg konnten im Rahmen des Regio-Plus-Projekts Hämikerberg wieder in Betrieb genommen werden. In Zusammenarbeit mit einem Beschäftigungsprogramm für arbeitslose Personen wurden die Sanierungsarbeiten realisiert.

Die Küche wurde so geplant, dass eine spätere Ausweitung des Restaurants um einen zusätzlichen Trakt und einen erweiterten Hotelbetrieb möglich sind. Gemäss seinen Zielsetzungen stellte der Verein keinen Geschäftsführer an, sondern verpachtete das Restaurant.

Restaurant und Hotel sind das Zentrum der Anlage auf dem Hämikerberg. Das daneben entstandene, vielfältige Angebot umfasst unter anderem einen therapeutisch-pädagogisch ausgerichteten Reitbetrieb mit Kleintierhaltung. Seit dem Februar 2001 werden auf privater Basis fünf Plätze für Jugendliche in Krisensituationen angeboten. Einzig das ursprünglich geplante Kurszentrum wurde nicht realisiert. Ob dieses noch in Angriff genommen werden soll, wird zurzeit abgeklärt.

Im Rahmen von Regio Plus definierte der gemeinnützige Verein Hämikerberg Nutzung und Finanzierung des Begegnungszentrums. Parallel dazu verlief der Kauf der ganzen Anlage durch den Verein sowie die Instandsetzung und Sanierung der Bauten. Nach der über Regio Plus finanzierten Aufbauphase läuft der Betrieb nun eigenwirtschaftlich weiter.

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Bild: regiosuisse.

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