Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Erlebnis Albula (Regio-Plus-Projekt 2002 bis 2006)

Unter der Dachmarke «Erlebnis Albula» werden verschiedenste Kooperationsprojekte lanciert, die Akteure aus den Bereichen Tourismus, Verkehr, Gesundheit, Kultur, Landwirtschaft und Gewerbe zusammenführen. Schwerpunkte sind das «Bahnerlebnis Albula», der «Wasserweg ansaina» sowie die Schaffung von regionalen Tourismusstrukturen.

Trägerschaft

Verein Erlebnis Albula

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Tourismus
  • Gastgewerbe
  • Gewerbe
  • Handel
  • Verkehr
  • Landwirtschaft
  • Kultur
  • Gesundheit

Kurzbeschrieb des Projekts

Die Albulabahn zwischen Preda, Bergün, Filisur und Tiefencastel ist seit jeher der Lebensnerv des Tals. Im Rahmen des Projekts will man den bestehenden Bahnlehrpfad Preda − Bergün als Bahnerlebnisweg über Filisur nach Tiefencastel verlängern. Informationen zu Geschichte, Technik, Menschen und Kultur dieser einzigartigen Alpenbahn werden vielfältig präsentiert und erfahrbar gemacht.

Auf dem Wasserweg ansaina - einer Art «Mental-Parcours» zum Thema Wasser - können Gäste neue Energie tanken und etwas für ihr Wohlbefinden tun, sei es bei der zweitgrössten Schwefelquelle Europas, der «Ava Forta», im Kurbad Alvaneu oder beim Forellenfischen. An so genannten Mental Points, die Naturschauspiele sicht- und erlebbar machen, werden die Besucher zu Entspannungs-, Beweglichkeits- oder Konzentrationsübungen angeregt. Mit weiteren Projekten wollen die Projektträger die regionalen Tourismusstrukturen generell aufwerten und dazu beitragen, die Attraktivität des Albulatals als Wohn- und Erholungsraum zu fördern.

Gründe für das Projekt

Die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert sich heute vor allem auf die Ballungszentren. Für Gebiete wie das Albulatal sind die wirtschaftlichen Aussichten dagegen eher ungünstig. Arbeitsproduktivität und Wirtschaftskraft sind in vielen Branchen tiefer als das regionale Mittel. Wegen den fehlenden Arbeitsplätzen wandern viele junge Leute in die Zentren ab. Dadurch ist die öffentliche Infrastruktur gefährdet, und es mangelt an Fachleuten für eine innovative Weiterentwicklung des Tals. Neben dem neu eröffneten Kurbad Alvaneu und dem erweiterten Golfplatz ist das «Erlebnis Albula» eine weitere Initiative, um regionale Potenziale für einen Aufschwung zu nutzen.

Projektziele

Die Projektträger wollen das Albulatal als naturnahe, landschaftsorientierte Tourismusregion positionieren. Die touristischen Hauptattraktionen sollen aufgewertet werden, wobei man auf die Kooperation mit der Landwirtschaft und dem Gewerbe baut. Dabei spielen das Thema Wasser, die vielfältige Kulturlandschaft und die Albulabahn eine zentrale Rolle.

Konkrete Projektziele

Tourismusförderung durch:

  • den Aufbau einer Tourismus-Marketingorganisation sowie regionaler Tourismusstrukturen für das Albulatal
  • die professionelle Umsetzung des touristischen Marketingkonzeptes Albula
  • die Koordination der Verkaufsförderungsaktivitäten unter den touristischen Leistungsträgern im Albulatal
  • die Steigerung der Übernachtungen in Hotellerie und Parahotellerie
  • Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen
  • Abwanderung stoppen
  • Selbstbewusstsein und Initiative der lokalen Bevölkerung fördern
  • Wertschöpfung aus Kulturgütern und Landschaft steigern
  • nachhaltige Weiterentwicklung des Albulatals im Einklang mit Natur, Wirtschaft und Gesellschaft

Zeitlicher und finanzieller Rahmen

Projektdauer: 4 Jahre ab Januar 2002

Gesamtkosten (ohne Investitionskosten): CHF 948'000.–

Auswirkungen des Projekts...

... auf den Arbeitsmarkt

«Erlebnis Albula» löst ein direktes Investitionsvolumen von mindestens 4,5 Mio. Franken aus. Voraussichtlich werden mehr als die Hälfte aller Aufträge im Albulatal vergeben. Zudem bietet das Projekt insbesondere der Hotellerie neue Entwicklungschancen. Mit den Teilprojekten «Bahnerlebnis Albula» und «Wasserweg ansaina» sollen im Tourismus neue Arbeitsplätze entstehen.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

«Erlebnis Albula» wirkt sich auf fast alle Wirtschaftszweige des Albulatals aus:
In der Hotellerie und Parahotellerie rechnet man für die Zeit von Mai bis Oktober jeweils mit deutlich mehr Übernachtungen. Darüber hinaus will man mit gezielten Marketingmassnahmen Tagesbesucher aus den umliegenden Tourismuszentren Davos, Oberengadin, Lenzerheide-Valbella und Surses ansprechen. Davon profitieren Gastronomie, Handel und Gewerbe im ganzen Albulatal. Neue, originelle Angebote können diesen Trend verstärken. Mit dem Produktelabel «ansaina» wird ausserdem die Landwirtschaft in das Projekt eingebunden.

Das Projekt wirkt sich auch positiv auf den öffentlichen Verkehr aus. Für die Besucher des bahnhistorischen Museums, der Wander- und Radwege entlang der Bahnstrecke sowie des Wasserwegs ansaina sind spezielle Packages mit den SBB, der Rhätischen Bahn und Postauto Graubünden geplant.

Modellcharakter des Projekts

Das Teilprojekt «Bahnerlebnis Albula» zeigt nicht nur die Einmaligkeit einer der bedeutendsten Alpenbahnen Europas, sondern regt auch zu weiterführenden wissenschaftlichen Studien an, namentlich über die schweizerische Industrie- und Eisenbahngeschichte sowie die wirtschaftliche und soziologische Entwicklung während der Erschliessung der Alpen mit der Eisenbahn. Das Projekt liefert das Konzept für andere brachliegende industrielle, kulturelle und architektonisch attraktive Einrichtungen im Alpenraum  z. B. in den Bereichen Wasserkraft, Berg- oder Brückenbau.

Innovativ am Teilprojekt «Wasserweg ansaina» ist die Kombination von ganzheitlicher Gesundheitsförderung und Tourismus mit der einmaligen Landschaft des Albulatals. Das Projekt setzt auf Prävention; so genannte Mentalferien entprechen dem zunehmenden Bedürfnis nach ganzheitlichem Lebensstil und umfassendem Wohlbefinden. Unter anderem Markennamen lässt sich der speziell für das Albulatal konzipierte «Mental-Parcours» durchaus auch auf andere Regionen übertragen.

Projektkoordination

Verein Erlebnis Albula
Thomas Kollegger, Präsident
7492 Alvaneu
Tel.: +41 81 410 15 10
Fax: +41 81 410 15 15
E-mail: tk@lawteam.ch

Projektleiter

«Bahnerlebnis Albula» und «Regionale Tourismusstrukturen»
twz Tourismus Werkstatt Ziltener
Willy Ziltener
7078 Lenzerheide
Tel.: +41 81 356 36 08
Fax: +41 81 356 36 09
E-Mail: ziltener@spin.ch

«Wasserweg ansaina»
Helen Cabalzar Gäuggelistrasse 6
7000 Chur
Tel.: +41 81 250 19 55
Fax: +41 81 250 19 55
E-Mail: cabalzar_m@bluewin.ch

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Bild: regiosuisse.

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