Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Fluvarium − Wasserwelten Göschenen (Regio-Plus-Projekt von 1998 bis 2006)

Das Urner Oberland und seine Seitentäler kämpfen mit erheblichen Strukturproblemen. Die Gemeindekassen sind leer und immer mehr Dorfläden und Schulen werden geschlossen. Junge Menschen verlassen ihre Heimat und wandern talabwärts. Zahlreiche Arbeitsplätze sind in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen, die Ansiedlung neuer Betriebe gelingt nicht im erhofften Ausmass. Mit der Promotion des Themas «Wasser» stützt sich das von Regio Plus geförderte «Fluvarium-Kompetenzzentrum Wasser» auf eine der wenigen wirtschaftlichen Trümpfe der Region, die lokalen Betriebe im Energiewesen. Die Initianten wollen die regionale Wertschöpfung mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums rund um das Thema Wasser steigern. Einbezogen werden die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Tourismus. Das für Wissenschaftler und Schulen attraktive Zentrum soll neben Touristen auch an Bildung und Forschung interessierte Besucher ins Tal führen und den Arbeitsmarkt direkt und indirekt stärken.

Trägerschaft

Stiftung «Umweltbildung und Tourismus Uri-Gotthard»

Beteiligte Partner/Kooperationen

Gastronomie, Hotellerie, Landwirtschaft, Gewerbe, Tourismus, Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kunst, Transport und Verkehr

Kurzbeschrieb

Mit einer Reihe von Initiativen hat das Urner Oberland in den vergangenen Jahren versucht, die wirtschaftlichen Strukturen der Region zu stärken. Neue Impulse brachte 1998 das ebenfalls von Regio Plus unterstützte Pilotprojekt «Modellregion Göschenen», in dessen Rahmen Alpintourismus, Berglandwirtschaft, Umweltschutz und Wirtschaft gefördert wurden. Im Rahmen des Folgeprojekts «Wasserwelten Göschenen», entstanden ein Wasserweg mit Broschüre und Karte sowie das Lehrmittel «Wasserschule» für den Unterricht im Göschener Tal. Auf den neu geschaffenen Strukturen aufbauend soll nun das Fluvarium realisiert werden. Es verkörpert gleichzeitig eine Forschungsanstalt und eine touristische Attraktivität. Inhaltlich konzentriert sich das Projekt auf die Bereiche Wasserschutz und Wassernutzung.

In Zusammenarbeit mit Universitäten, Technischen Hochschulen, eidgenössischen Instituten und Fachhochschulen im In- und Ausland erarbeiten die Initianten das Detailkonzept. Bestandteile des Zentrums sind Informations- und Schulungsräume mit den erforderlichen pädagogischen Einrichtungen und moderner EDV-Unterstützung.

Das Zentrum soll in der Region unterschiedliche weitere Aktivitäten auslösen: Für Kunden aus dem Bildungsbereich und für Touristen wird ein ausreichendes Angebot an Betten und Verpflegungsmöglichkeiten entstehen. Grossen Wert legen die Initianten zudem auf die Direktvermarktung einheimischer Produkte. Ein Regio-Laden mit Souvenirs, lokalen Produkten, Postkarten und Publikationen wird in ein bestehendes Geschäft in der Nähe des Bildungs- und Besucherzentrums oder aber in das Zentrum selber integriert. Wichtig für das Tal: das bestehende Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln soll mit dem Projekt zumindestens erhalten bleiben, denn Besucher des Zentrums sorgen für eine höhere Auslastung des öffentlichen Verkehrs.

Im Rahmen des Projekts werden nicht nur bestehende Arbeitsplätze gesichert. Es sollen auch neue Stellen entstehen: So zum Beispiel in der Geschäfts- und Betriebsleitung des Zentrums. Dazu kommen 50 bis 150 Stellenprozente für die Betreuung des Kompetenzzentrums. Weitere Stellen entstehen in den Bereichen fachliche Leitung, Regio-Laden und Exkursionen.

Die konzeptionellen Grundlagen für den Betrieb werden bis Ende 2006 abgeschlossen sein. Ziel ist es, das Fluvarium nach der Eröffnung selbsttragend zu betreiben. Die Initianten planen ab 2010 eine ausgeglichene Jahresrechnung.

Projektierte Gesamtkosten

CHF 2640'000.–

Kontakt

Wasserwelten Göschenen
Bruno Zwyssig
Abfrutt, 6487 Göschenen
+41 (0)41 885 18 34
b.zwyssig@bluewin.ch

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Bild: regiosuisse.

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