Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Förderung der Integration von Schulmedizin und Naturheilkunde (Regio-Plus-Projekt 1998 bis 2000)

Ziel der Initiativgruppe zur Förderung der Integration von Schulmedizin und Naturheilkunde ist es, entsprechende Synergien nutzbar zu machen. Kernstück ist der Aufbau eines Instituts, das mittel- und langfristig die kombinierte Anwendung von Schulmedizin und Naturheilkunde fördert.

Trägerschaft

Stiftung zur Förderung der Integration der Schulmedizin und Naturheilkunde, mit Unterstützung der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektionen des Kantons Appenzell Ausserrhoden.

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Ärzteschaft
  • Naturärzte
  • Kurhäuser
  • Kantonale Spitäler
  • Heilmittelhersteller
  • Krankenkassen

Kurzbeschrieb des Projekts

Das Institut nimmt seine Arbeit am 1. April 2000 auf. Mögliche Aktivitäten des Instituts konzentrieren sich auf folgende Bereiche:

Forschung

  • Verfassen von integrationsmedizinischen Grundlagen-Studien für die Vorsorge, Diagnose und Therapie
  • Erarbeitung von Qualitätskriterien
  • Durchführung von Wirksamkeitsstudien für Naturheilmittel in Zusammenarbeit mit der Industrie und universitären Integrationsmedizinern

Lehre

  • Periodische Veranstaltung von internationalen Symposien (z. B. über neue ethnologische Ansätze in der Integrationsmedizin)
  • Jährliche Durchführung einer öffentlichen, appenzellischen Sommer-Akademie für Integrationsmedizin
  • Integrationsmedizinische Aus- und Weiterbildung von Schul- und Naturmedizinern

Praxis

  • Beratung bei der Einführung und Erfolgsevaluation der Integrationsmedizin in Einrichtungen des kantonalen Gesundheitswesens
  • Jährliche Veranstaltung eines integrationsmedizinischen Appenzeller Gesundheitstags
  • Einrichtung einer neutralen integrationsmedizinischen Ombudsstelle

Über die definitiven Tätigkeiten entscheidet der Stiftungsrat in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat und der Geschäftsleitung des Instituts.

Gründe für das Projekt

Synergien, die sich aus der Verbindung von Schulmedizin und Naturheilkunde ergeben, sollen genutzt werden. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten einerseits und der Wirtschaftsstandort Ausserrhoden andererseits. Appenzell Ausserrhoden eignet sich besonders gut für dieses Projekt, weil der Kanton über eine lange Tradition der Haus- und Naturmedizin und damit über entsprechende Standortvorteile verfügt.

Die Nutzung der kombinierten Medizin soll zur wirtschaftlichen Stärke der Region beitragen. Mit über zehn Prozent der Arbeitsplätze ist der Gesundheitssektor im Kanton Appenzell Ausserrhoden ein wichtiger Teil der Wirtschaftsstruktur. Auch der Kur- und Gesundheitstourismus spielt eine bedeutende Rolle.

Der Dialog zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde ist im Anfangsstadium. Die Stiftung kann wertvolle Impulse liefern, um diese Diskussion zu vertiefen. Sie schafft den Rahmen, in dem der Austausch stattfinden kann. Die Region kann sich dadurch zu einem medizinischen Kompetenzzentrum entwickeln.

Schliesslich soll die Zusammenarbeit zwischen den Anbietern im medizinischen Bereich, den Berufsverbänden und der Bevölkerung initiiert und verstärkt werden.

Projektziele

Im Interesse einer zukunftsgerichteten medizinischen Versorgung und aufbauend auf der guten Qualität des Gesundheitswesens sowie auf der langen Heil- und Kurtradition des Appenzellerlandes will das Projekt:

  • die Begegnung, die Verständigung, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Schulmedizin und der Naturheilkunde fördern,
  • die Rahmenbedingungen der kombinierten Anwendung von Schulmedizin und Naturheilkunde weiterentwickeln und einen hohen Stand der Qualität sichern,
  • Forschungsprojekte auf den Gebieten der Schulmedizin und der Naturheilkunde durchführen oder unterstützen mit dem Ziel, aus der kombinierten Anwendung Erkenntnisse für Vorsorge, Diagnose und Therapie zu gewinnen,
  • diese Erkenntnisse in wirtschaftliche Impulse umsetzen,
  • die Effizienz der im Gesundheitswesen eingesetzten Mittel erhöhen, und
  • in Zusammenarbeit mit den Appenzellischen Heiltätigen und Medizineinrichtungen im Bodenseeraum Leistungen erbringen, die nationale und internationale Anerkennung finden.

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

28. September 1998: Stiftungsgründung

1. April 2000: Gründung des Instituts

Die wichtigsten Tätigkeiten gemäss vorläufigem Programm gliedern sich in drei Stufen:

1. Aufbau des Instituts

Administrative Arbeiten: Infrastruktur einrichten; Institutsarbeit organisieren; weitere Sponsoren suchen.

Fachliche Arbeiten: Praktikerinnen und Praktiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kurhäusern, Kliniken und Spitälern zur Teilnahme am Dialog und zur Mitarbeit in den Arbeitskreisen motivieren; Kommunikationssystem aufbauen; pro Arbeitskreis mindestens eine Tagung pro Jahr durchführen; Kontakte zu Universitäten, Verbänden, Krankenkassen usw. aufbauen; erstes Jahrbuch publizieren etc.

PR-Arbeiten: Signet und Prospekt erstellen; Projekt bei den Gesundheitsdepartementen der benachbarten Kantone und in Vorarlberg vorstellen; Kontakte zu regionalen Medien knüpfen etc.

2. Entwickeln von Dienstleistungen

Aufbau des Instituts, der Arbeitskreise und der Kontakte

Aufbau der Dienstleistungen in Forschung, Lehre und Praxis

Durchführung eines internationalen Symposiums, um Erkenntnisse zu überprüfen und zu ergänzen

PR-Aktivitäten weiterführen und das Projekt zusätzlich in der Ostschweiz, im Bodenseeraum sowie beim Bund vorstellen etc.

Herausgabe des zweiten Jahrbuches

3. Vermarkten der Dienstleistungen

Zusammenarbeit mit medizinischen Fakultäten sowie Fach- und Berufsverbänden

Zusammenarbeit mit Wirtschafts- und Tourismusförderung und Verbänden

Synergien aus der Zusammenarbeit mit anderen Forschungs- und Schulungsunternehmen realisieren etc.

Nach der Konsolidierungsphase von fünf Jahren soll das Institut ab 2003 selbsttragend sein.

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 1'500'000.–

Auswirkungen des Projekts...

...auf den Arbeitsmarkt

Mit der Umsetzung der neuen Erkenntnisse in wirtschaftliche Impulse werden Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen. Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit des Instituts mit der Wirtschaftsförderung, dem Tourismusverband sowie den Berufsverbänden. Durch das Institut entstehen mittel- bis langfristig eine Voll- (Geschäftsleitung) sowie drei Teilzeitstellen (Sekretariat, Forschung, Marketing).

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Der Gesundheitssektor des Kantons erhält durch das Projekt neue Impulse und die Chance, sich national und international eine zukunftsträchtige Marktnische zu sichern. Dadurch werden die Potenziale des jetzt schon bedeutenden Gesundheitssektors weiterentwickelt.
Positive Auswirkungen werden aber auch in anderen Branchen wie z. B. der Pharmaindustrie, dem Gastgewerbe, dem Kurwesen und dem Tourismus erwartet.

... auf die Umwelt

Das Projekt fördert eine naturnahe und dennoch qualifizierte Medizin.

Modellcharakter des Projekts

Das Projekt versucht, bisher getrennte Richtungen der Medizin zusammenzubringen, um Synergien zu nutzen. Dabei baut es auf einer traditionellen Stärke der Region auf.

Das Institut ist voraussichtlich sowohl regional als auch national die einzige Institution, welche die kombinierte Anwendung von Schulmedizin und Naturheilkunde gezielt erforscht und fördert.

Projektleitung

Marianne Hofer, Dr. oec. HSG
Institut für Integrative Medizin
Hasenbühlstrasse 11
9410 Heiden
Tel. +41 71 898 52 40
Fax: +41 71 898 52 41
m.hofer@bluewin.ch

Zurück zur Übersicht

Bild: regiosuisse.

Save the date: formation-regiosuisse-Konferenz 2017 «Regionalentwicklung konkret: Beispiele und Erfahrungen aus dem Terrain»

Die nächste Konferenz stellt Praxisbeispiele und -erfahrungen aus der Regionalpolitik und Regionalentwicklung ins Zentrum. Das detaillierte Programm ist ab Ende August 2017 hier auf der regiosuisse-Website verfügbar, wo man sich ab diesem Zeitpunkt auch anmelden kann.
Artikel teilen