Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

GeoPark Sarganserland – Walensee – Glarnerland (Regio-Plus-Projekt 1997 bis 2005)

Die Trägerschaft will die Regionen Sarganserland-Walensee und Glarnerland zu einem Zentrum für Bergbau und Geologie ausbauen. Damit das Zentrum den neusten Anforderungan an den Bildungs- und Kulturtourismus entspricht, wird es branchen- und regionenübergreifend (Ferienregionen Heidiland und Glarnerland) aufgearbeitet und zugänglich gemacht. Das Lernen vor Ort – in der Natur – hat eine grosse Bedeutung. Gut eingerichtete Führungsbetriebe, Ausstellungen, Museen und entsprechende Informationsprogramme bilden wertvolle Kommunikationsplattformen. Vom Projekt profitieren nicht nur Tourismusbetriebe, sondern auch die rohstoffgewinnenden und steinverarbeitenden Betriebe sowie die Forschungsstätte Versuchsstollen Hagerbach AG.

Trägerschaft

Verein GeoPark Sarganserland −  Walensee − Glarnerland

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Museen und Führungsbetriebe
  • Tourismusorganisationen
  • Steinbruch- und Kiesgrubenbetriebe
  • Steinmetze
  • Steinwolleproduktion
  • Zement- und Betonwerke

Gründe für das Projekt

Die Regionen Sarganserland Walensee und Glarnerland bilden einen charakteristischen Ausschnitt aus den Schweizer Alpen. Deshalb lässt sich hier die Entstehungsgeschichte der Gesteine, Gebirge und Naturlandschaften anschaulich nachvollziehen. In beiden Regionen sind in den letzten Jahren bereits Anstrengungen unternommen worden, um die Bereiche Bergbau und Geologie bildungs- und kulturtouristisch auszubauen und aufzuwerten.

Projektziele

  • Gesamtdarstellung von Geologie und Bergbau im Sarganserland und Glarnerland
  • Übernahme von Koordinationsaufgaben und Entwicklung von gemeinsamen Marketingstrategien für die bestehenden Anbieter von Führungen, Museen und Tourismusbetriebe im Bereich Geologie und Bergbau
  • Optimierung der Betriebsabläufe und des Angebots für die bestehenden Museen und Anbieter von Führungen
  • Erkundung und Darstellung von bis anhin nicht präsentierten geologischen und bergbauhistorischen Besonderheiten
  • Begleitung einer Trägerschaft für ein Ausbildungs- und Fachzentrum für angewandte Geologie, Untertag- und Tunnelbau
  • Ausbau der Internationalen Fachmesse für Untertag- und Tunnelbau
  • Darstellung der Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Projekten und den natürlichen Grundlagen
  • Einbezug bestehender oder neuer entwicklungsfähiger Gewinnungs- und Verarbeitungsbetriebe von Rohstoffen
  • Evaluation der wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten von Wasser, Steinen und Mineralstoffen
  • Evaluation weiterer innovativer Ideen
  • Darstellung der Vielfalt der regionalen Schlüsselgeotope im nationalen und internationalen Kontext
  • Lancierung des Projekts Geozentrum innerhalb des UNESCO Programms Geo-Park
  • Aufarbeitungen in den Bereichen Geschichte, Bildung und Wissenschaft
  • Bewirtschaftung und Anschlussprogramme rund um die Schlüsselgeotope
  • Förderung des regionsspezifischen erdwissenschaftlichen Unterrichts

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

1996 entsteht die Idee eines Geozentrums in der Projektleitung des Entwicklungskonzeptes EK2 für die Region Sarganserland Walensee.

Die Realisierungsdauer beträgt acht Jahre (1997 bis 2005). Sie umfasst folgende Massnahmen:

1997: Gründung einer Arbeitsgruppe «Bergbau und Geologie in der Region Sarganserland Walensee». Erstellung des Grundsatzpapiers «Der Bergbau in der Region Sarganserland Walensee» unter Einbezug der Region Glarner HinterlandSernftal. Formulierung der Zielsetzungen.

1998: Verankerung in den Entwicklungskonzepten der Regionen Sarganserland Walensee und Glarner HinterlandSernftal. Überarbeitung und Ausformulierung des Projektes und Absicherung bei der potentiellen Trägerschaft. Genehmigung durch die IHG-Regions-Gremien und Eingabe an RegioPlus.

1999: Bewilligung als RegioPlus-Projekt. Gründung der definitiven Trägerschaft als Verein mit Wahl des Vereinsvorstandes. Bestimmung des Projektteams. Projektfestlegung und Arbeitsbeginn, Präsentation des Projektes GeoPark an der SIGA '99 in Mels, an der internationalen Fachmesse für Untertag- und Tunnelbau (IUT) und an der Weihnachtsausstellung in Näfels.

2000: Hearing zu den vier Hauptstossrichtungen «Führungsbetriebe und Tourismus», «Zentrum für Bergbau und Geologie», «Steingewinnung und -verarbeitung», «UNESCO-Welterbe und Geotope» mit einem schweizerischen Fachpublikum. Ausschreibung der ersten Teilprojekte.

1999 und 2003: Projektarbeit gemäss Detailprogramm.

2003: Projektabschluss mit den entsprechenden Arbeiten.

2004: Projektablösung, Übergabe an neue Träger.

Finanzieller Rahmen

Gesamtbudget: CHF 1'100'000.–

Auswirkungen des Projekts...

...auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Das Projekt stärkt den grösstenteils wertschöpfungsschwachen 3. Sektor und dient damit einer ausgewogeneren Wirtschaftsstruktur der beiden Regionen.

...auf den regionalen Arbeitsmarkt

Im Bereich Untertag- und Tunnelbau will sich die Region durch die Schaffung eines Kompetenzzentrums die Vormachtstellung sichern und in diesem Bereich Arbeitsplätze schaffen. Mit innovativen Massnahmen sollen die Umstrukturierung sowie der Auf- und Ausbau von Dienstleistungen gefördert und beschleunigt werden.

...auf die Umwelt

Die Informationen zur Geologie und zu den Naturdenkmälern tragen zu einem besseren Verständnis der Gebirge und der Gesteinswelt bei. Ein verbessertes Naturverständnis führt zu einem schonungsvolleren Umgang mit der Umwelt. Ökologisch hoch sensible Geotope werden geschont, indem sie von der Öffentlichkeit geschützt und bewusst nicht in das Projekt integriert werden. Zudem will man vermehrt auf den Aufenthaltstourismus setzen. Die Förderung der lokalen Steinprodukte verhindert lange, umweltschädliche Transportfahrten.

Modellcharakter

Der GeoPark Sarganserland Walensee Glarnerland ist einzigartig für die Schweiz. Innovativ ist es zudem, weil ...

... eine enge Zusammenarbeit zwischen den Betrieben aus den verschiedenen Wirtschaftssektoren angestrebt wird,

... die Realisierung regionen- und kantonsübergreifend erfolgt,

... ein in der Naturkunde bisher vernachlässigtes Thema gefördert wird,

... die Projektträger in verschiedensten Bereichen in ganz neue Sachgebiete vorstossen und

... die Forschungsstätten weiterhin dezentral betrieben werden können.

Projektleitung

Verein GeoPark
Sarganserland Walensee Glarnerland
Kontaktstelle David Imper
Untergasse 19
8888 Heiligkreuz
Tel. +41 81 723 59 13
Fax: +41 81 723 59 16
Email: impergeologie@spin.ch
Website

Aus dem Schlussbericht

Der GeoPark Sarganserland Walensee Glarnerland ist als bisher einziger Geopark der Schweiz auf internationale Vorgaben ausgerichtet. Einzigartig sind insbesondere die Vernetzung von Geotopschutz und Geopädagogik mit der steingewinnenden und der steinverarbeitenden Industrie und die Kombination mit einem nachhaltigen Tourismus.

Ein wichtiger Aspekt bei den über zwanzig neuen Angeboten, die im Rahmen des Regio-Plus-Projekts entwickelt wurden, ist die Wirtschaftlichkeit. Die entstandenen Angebote sollen die BERNACHTUNGSzahlen und Konsumationen in der Region erhöhen und den regionalen Arbeitsmarkt  insbesondere im Tourismus  stärken. Positive Tendenzen sind bereits spürbar.

In zahlreichen Teilprojekten entstand ein attraktives Angebot an Geowegen und vielseitigen Führungen. Zudem sind noch zwei Entscheide offen, die internationale Auswirkungen mit sich bringen würden der Betrieb eines internationalen Tunnelsicherheitszentrums und die Zukunft der Glarner Hauptüberschiebung als UNESCO-Welterbe. Die Projektinitianten hoffen bereits im Sommer 2005 auf eine entsprechende Nomination.

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Bild: regiosuisse.

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