Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Höhenweg Thunersee (Regio-Plus-Projekt 2001 bis 2005)

Gemeinsam mit verschiedenen Interessenorganisationen wollen acht bis elf Gemeinden entlang des «Höhenwegs Thunersee» die Standortattraktivität ihrer Region für den Tourismus steigern. Im Vordergrund stehen dabei die einzigartigen Natur- und Kulturwerte im Gebiet oberhalb des nördlichen Thunerseeufers. Zu erwähnen ist insbesondere die Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Diese und andere Potenziale will man vermehrt pflegen und touristisch nutzen, um die regionale Wertschöpfung zu steigern. Ziel der Projektträger ist es, die Region zu einem Regionalpark oder Geopark zu entwickeln, in dem die natürlichen und kulturlandschaftlichen Werte mit Installationen, Informationsstätten, Rundgängen usw. bewusst und erlebbar gemacht werden. Dabei arbeitet man unter anderen mit den Verantwortlichen des Unesco-Biosphärenreservates Entlebuch zusammen. Der Regionalpark/Geopark Thunersee soll als Teil eines der grössten zusammenhängenden Naturgebiete der Schweiz etabliert werden, das sich vom Berner Oberland bis in die Innerschweiz erstreckt.

Trägerschaft

Verein Höhenweg Thunersee.

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Tourismus
  • Gewerbe
  • Hotellerie
  • Gastronomie
  • Landwirtschaft
  • Naturschutzorganisationen
  • Öffentliche Hand

Gründe für das Projekt

Die landschaftlichen und kulturellen Werte sind die Grundlage für den Tourismus und damit für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Bisher wurde jedoch nur sehr wenig unternommen, um dieses landschaftliche-kulturelle Potenzial auszuschöpfen. Die Kooperationsmöglichkeiten der verschiedenen Akteure wurden bisher nicht voll ausgeschöpft.

Das Projekt bietet den Landwirten, die mit dem Preiszerfall bei den Agrarprodukten zu kämpfen haben, die Möglichkeit, sich mit neuen Kooperationen auf dem Markt zu behaupten. In der Vergangenheit hat man sich auch auf regionaler Ebene vor allem konkurrenziert. Nun sollen Marketing und Verkaufsförderung besser koordiniert werden. Der Höhenweg Thunersee bietet den Landwirten aber auch insofern eine neue Perspektive, als sie künftig vermehrt dazu beitragen sollen, die touristisch bedeutsame Kulturlandschaft zu erhalten und zu pflegen.

Ziel ist es, in Zukunft ganzheitliche, partnerschaftliche Ansätze zu fördern, bei denen die Interessen von Natur, Landwirtschaft, Tourismus und Gesellschaft gleichermassen berücksichtigt werden. Für die Region sind partizipative Modelle gefragt; die verschiedenen Akteure sollen sich im Rahmen einer übergeordneten Entwicklungsperspektive für gemeinsame Ziele engagieren können. Das Projekt leistet damit auch einen wichtigen Beitrag, um in der Region Erfahrungen mit neuen Organisationsformen zu sammeln.

Projektziele

Die Trägerschaft hat für folgende Bereiche Teilziele formuliert:

  • Information: Natur- und Kulturwerte der Region werden erfasst und zu touristisch attraktiven Anziehungspunkten aufgewertet, die sich vermarkten lassen.
  • Landschaftsentwicklung und Ökologie: Naturwerte werden bewusster gepflegt und weiterentwickelt.
  • Lokale Produkteverarbeitung: Die Wertschöpfung aus Produkten der regionalen Kultur- und Moorlandschaft wird erhöht.
  • Lokale Produktevermarktung: Verkaufsförderungs-Massnahmen für regionale Produkte werden verstärkt.
  • Nachhaltiger Tourismus: Gemeinden und Tourismusorganisationen verfolgen eine gemeinsame Strategie, um die Anforderungen an einen nachhaltigen Tourismus zu erfüllen.
  • Partnerschaft/Partizipation: Die beteiligten Gemeinden stärken ihre partnerschaftlichen Beziehungen und schaffen ein Interessennetzwerk. Die Bevölkerung wird in den Entwicklungsprozess eingebunden.

Zeitlicher Rahmen

Projektdauer: 20012005

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 1'121'000.–

Auswirkungen des Projekts ...

... auf den Arbeitsmarkt

Direkt dürften zirka zehn bis zwanzig Arbeitsplätze entstehen. Etwa gleich viele werden durch das Projekt erhalten. Für Landwirte wird eine neue Nebenerwerbsquelle erschlossen.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

«Höhenweg Thunersee» trägt dazu bei, ein regionales Potenzial auszuschöpfen und Lücken im touristischen Angebot zu schliessen. Gleichzeitig wird die Wertschöpfung in der Landwirtschaft gesteigert.

... auf die Umwelt

Mit dem Erhalt und der Förderung natürlicher und kulturlandschaftlicher Werte leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umweltqualität der Region. Mit dem Regionalpark/Geopark wird ein Ausgleich zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen angestrebt. Die touristisch verwertbaren Umweltleistungen sind die eigentlichen Erfolgsfaktoren des Projekts.

Modellcharakter des Projekts

Erstmals engagieren sich die verschiedenen Interessenvertreter auf derart breiter Front gemeinsam für ein regionales Entwicklungsprojekt. Mit dem Einbezug der Bevölkerung wird gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der regionalen Identität geleistet. Das Projekt markiert aber auch einen Mentalitätswandel: Ein Interessensnetzwerk tritt an Stelle des Konkurrenzdenkens.

Co-Projektleitung

Peter Schneider
Schönauweg 10 A
3007 Bern
Tel. +41 31 372 29 29
Fax +41 31 372 26 27
E-Mail: peter.schneider.wp@bluewin.ch

Markus Steiner
Büro für Landschaftsgestaltung
Bächelmatt
3127 Lohnstorf
Tel. +41 31 809 19 50
Fax +41 31 809 19 80
E-Mail: landplan@bluewin.ch

Bruno Käufeler
IMPULS
Seestrasse 2
3600 Thun
Tel. +41 33 222 87 22
Fax +41 33 222 87 27
E-Mail: kaeufeler@impulsthun.ch

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Bild: regiosuisse.

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