Informations- und Gäste-Servicezentrum Oberwallis (Regio-Plus-Projekt von 2000 bis 2002)

Die Projektbeteiligten wollen mit einem neuen Informations- und Gäste-Servicezentrum in Brig das Oberwallis als einzigartiges Tourismus-Netzwerk im Alpenraum profilieren. Das Zentrum soll Kooperationsplattform für alle touristischen Akteure der Region sein. Gemeinsam will man neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um im verschärften Standortwettbewerb bestehen zu können. Dazu gehören vor allem Informations- und Beratungsdienstleistungen, aber auch der Verkauf kommerzieller Produkte. Gäste können zudem direkt vor Ort Reservationen vornehmen.

Trägerschaft

Region Brig-Aletsch, Stadtgemeinde Brig-Glis, Standortgemeinden Brig-Aletsch, Verkehrsverein Brig und Umgebung, BLS Lötschbergbahn AG, FO, BVZ Zermatt Bahn, Postauto Oberwallis, touristische Partner im Oberwallis (Wallis Tourismus, Destinationen, Luftseilbahnen).

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • öffentliche Hand
  • öffentlicher Verkehr
  • Landwirtschaft
  • Tourismus
  • Gewerbe
  • Gastgewerbe

Kurzbeschrieb des Projekts

Das Zentrum wird auch genutzt als...

  • Koordinationsstelle für Veranstaltungen in den Bereichen Kultur und Sport
  • Vorverkaufsstelle
  • Verkehrsinformationsstelle
  • Distributionsort für Werbemittel und Veranstaltungskalender
  • Anlaufstelle in Krisensituationen (Überschwemmungen, Erdrutsche, Lawinen)

Gründe für das Projekt

Der touristische Standortwettbewerb zwingt die Region Brig-Aletsch und speziell die Stadt Brig-Glis, sich neu zu positionieren. Dazu braucht es eine einheitliche strategische Stossrichtung, für die sich die verschiedenen regionalen Interessenvertreter gemeinsam einsetzen. Die Attraktivität einer Region hängt wesentlich davon ab, ob sie das gestiegene Qualitätsbewusstsein und Informationsbedürfnis von Touristen befriedigen kann. Im Oberwallis fehlt jedoch eine zentrale Tourismus-Informationsstelle. Eine Analyse im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzeptes II hat ergeben, dass die Nachfrage nach einem entsprechenden Angebot gross ist. Das neue Informations- und Gäste-Servicezentrum soll diese Lücke schliessen. Durch die Zusammenlegung von bisher dezentral erfüllten Aufgaben und die Nutzung von Synergien profitieren die Projektbeteiligten zudem von einer höheren Kosteneffizienz. Das Projekt ermöglicht damit eine neue, kompetenzorientierte Aufgabenteilung zwischen den touristischen Partnern im Oberwallis.

Projektziele

Externe Gesamtziele

  • Erhöhung der Dienstleistungsqualität
  • Verbesserung der touristischen Wettbewerbsfähigkeit des Oberwallis
  • Schaffung eines Angebots marktgerechter Produkte
  • Konzentration von bisher dezentralen Aufgaben

Interne Gesamtziele

  • Schaffen einer Kooperationsplattform: Nutzung von Synergien durch Zusammenlegen von Aktivitäten
  • Entwicklung und Positionierung neuer gemeinsamer Dienstleistungen: Veranstaltungskoordination, gemeinsame Event-Strategie

Basis-Teilziele

  • Verbesserung der unternehmerischen Situation von «Brig Tourismus» durch Entflechtung bzw. Neuregelung der Aufgaben
  • Verknüpfung von Tourismus, Landwirtschaft und Verkehr
  • Entwicklung neuer organisatorischer Lösungen durch den Aufbau von Netzwerken bzw. virtuellen Strukturen

Entwicklungs-Teilziele

  • Abstimmung der Management- und Strukturbedürfnisse des Netzwerkes Aletsch Ferien auf das neue Informations- und Gästeservice-Zentrum Oberwallis
  • Entwicklung der Tourismusplattform zu einer Standortmarketing-Plattform für das Oberwallis
  • Laufender Dienstleistungsausbau
  • Vernetzung der Region Oberwallis mit «Regio Sempione»: z. Bsp. Vorantreiben aktueller Projekte (Kultur- und Wanderwege, Parkanlagen); Förderung der Zusammenarbeit im neuen Zentrum

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: Januar 2000 bis Ende 2002

Phase 1: Schaffen der Projektgrundlagen

Projektdokumentation:

  • Bereitstellen einer Projektdokumentation zur Akquisition von Projektträgern
  • Erstellen einer Präsentationsdokumentation für die ersten Trägerschaftssitzungen und Workshops

Definition und Sicherstellung der Projektträgerschaft:

  • Partnerschafts- und Finanzierungskonzept
  • Verhandlungen mit potenziellen Partnern (Gemeinden, Tourismusorganisationen, Transportgesellschaften)
  • Finanzielle Zusagen der Partner
  • Bedürfnisabklärung bei Partnern

Phase 2: Definitive Konzepterarbeitung (ab Januar 2001)

Bausteine:

  • Grobanalyse
  • Definition und Bewertung strategischer Optionen (Inhalte, Organisationen, Realisierung)
  • Entwicklung eines integralen Lösungskonzeptes inkl. Business-Plan
  • Vorschlag für ein Umsetzungsprogramm

Kick-off-Meeting: Januar 2001

  • Start-Workshop der Trägerschaft
  • Genehmigen der wichtigsten Projektdokumente

Kommunikation:

  • Medienorientierung

Phase 3: Umsetzung (ab Herbst 2001)

Massnahmen:

  • Entscheidungen bezüglich inhaltlicher, finanzieller und zeitlicher Dimension des Projektes
  • Schaffen rechtlicher Grundlagen
  • Finanzierung
  • Ressourcenplanung
  • Prozessuale Anpassung
  • Realisierung
  • Controlling
  • Inhaltliche Weiterentwicklung

Phase 4: Operativer Betrieb (ab 1. Dezember 2001)

  • Betriebsstart

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 480'000.–

Die Beteiligten haben ihre finanzielle Unterstützung auch für die Zeit nach 2002 zugesichert. Zur Selbstfinanzierung soll zudem eine Tourismusförderungstaxe beitragen, über die 2001 abgestimmt wird. Der Projekt-Business Plan bildet die entsprechende Basis.

Auswirkungen des Projekts...

...auf den Arbeitsmarkt

Im Informations- und Gäste-Servicezentrum sollen drei bis vier qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Mittel- bis langfristig leistet das Projekt einen Beitrag dazu, auch in anderen Branchen als dem Tourismus Stellen zu erhalten und neue zu schaffen.

...auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Das Projekt soll das Oberwallis als Feriendestination aufwerten und den Tourismussektor stärken. Positive Auswirkungen sind speziell auch für den ländlichen Tourismus zu erwarten. Profitieren werden zudem verschiedene andere Wirtschaftszweige wie das Gewerbe, der Detailhandel etc. Die wirtschaftliche Schlagkraft des «Standortes Oberwallis» soll durch eine neue, kompetenzorientierte Aufgabenteilung verbessert werden.

Modellcharakter des Projekts

Das Projekt schliesst eine wichtige touristische Angebotslücke und hat in Bezug auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen aus Tourismus, Verkehr und Landwirtschaft Modellcharakter. Es ist beispielhaft dafür, wie durch branchenübergreifende Vernetzung ein regionales Potenzial stärker genutzt werden soll. Die Kooperation bündelt Partikularinteressen, wodurch das Projekt überhaupt erst umgesetzt werden kann.

Aus dem Schlussbericht

«Mit Hilfe des Regio Plus Projekts ist es uns gelungen, das touristische Angebot in der Region wesentlich zu professionalisieren», zieht Projektleiter Daniel Fischer sein Fazit. Augenfälliges Beispiel des Ausbaus ist das erweiterte Angebot am Bahnhofschalter Brig: das «Informations- und Gästeservicezentrum Oberwallis». Ob Hotelreservationen im Goms oder Tickets für die Bergbahnen im Aletschgebiet - die Wünsche der Kundschaft werden an sieben Tagen in der Woche schnell und unkompliziert erfüllt. Aber auch hinter den Kulissen wird gearbeitet. So sind zwei hauptverantwortliche Personen daran, ein elektronisches Reservationssystem für das ganze Oberwallis auszubauen. Verbessert werden soll aber auch die regionale Eventkoordination. Was mit Regio Plus initiiert werden konnte, wird nun mit eigenen Mitteln weiter geführt: «Die Plattform soll laufend ausgebaut werden», sagt Projektleiter Fischer. Vorerst sind die zahlreichen Projekte des Vereins «Service-Center Oberwallis» für vier Jahre gesichert.

Projektleitung

Dr. Daniel Fischer, Geschäftsleitender Partner
Daniel Fischer & Partner
Management & Marketing Consulting
Brüggbühlstr. 32h
3172 Niederwangen
Tel. 031/980 18 18
Fax 031/981 13 63
E-Mail:daniel.fischer@danielfischerpartner.ch

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Bild: regiosuisse.

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Bild: regiosuisse.

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