Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Miscanthus (Regio-Plus-Projekt 2001 bis 2006)

Das Potenzial von Chinaschilf (Miscanthus) als Baumaterial und Kunststoffersatz ist zwar seit langem bekannt. Auf dem Weg von der Idee zum markttauglichen Produkt hatte die Interessensgemeinschaft Miscanthus (IGM) jedoch einige Hürden zu nehmen. Die Herstellung markttauglicher Bauelemente und die Entwicklung eines breit anwendbaren Kunststoffersatzes brauchten Zeit. Seit dem Sommer 2004 liegen nun erstmals zertifizierte und markttaugliche Bauelemente vor. Eine transnationale Kooperation mit Deutschland soll Produkten aus Miscanthus zum definitiven Durchbruch verhelfen. Die Zusammenarbeit mit Deutschland im Rahmen einer Transnationalen Kooperation erleichtert die Zulassung des natürlichen Baustoffs in ganz Europa. Wertvolle Synergien entstehen im Bereich Produkteforschung und in der Entwicklung von landwirtschaftlichen Maschinen zur Produktion und Verarbeitung von Miscanthus.

Trägerschaft

Interessensgemeinschaft Miscanthus (CH), Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg (D)

Die Akteure des Regio-Plus-Projekts «Miscanthus» haben die Eigenschaften von Miscanthus umfassend untersucht: Forschungsarbeiten an der ins Projekt involvierten Universität Bonn haben gezeigt, dass es nicht ausreicht, Miscanthus zu häckseln und mit Zement zu vermischen. Die so entstehende Masse ist äusserst porös, und eignet sich nicht als Baustoff. Erst mit einem Mineralisator verbinden sich Häckselgut und Zement zu einer festen Masse. Heute sind die Untersuchungen soweit fortgeschritten, dass Produzenten in der Schweiz «Miscanthus-Steine» und Wandelemente in der Höhe eines Geschosses herstellen können. Die Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) attestiert den Elementen gute Isolationswerte. Auch in Bezug auf Statik, Schallisolation und Brandsicherheit schneiden Produkte aus Chinaschilf gut ab. Über 25 Produkte hat die Forschungsgesellschaft nachwachsender Rohstoffe (FNR) im Rahmen des Regio-Plus-Projekts «Miscanthus» bis Ende April 2004 patentieren lassen.

Gemeinsam mit deutschem Partner

Im Zuge der transnationalen Kooperation zwischen der Schweiz und Deutschland sollen sich die Produkte aus Miscanthus in ganz Europa durchsetzen. Aber auch die Forschungsarbeiten zu Miscanthus als Kunststoffersatz wollen die Partner intensivieren. Im Rahmen der Zusammenarbeit stellt die teilweise bereits bisher am Projekt beteiligte Uni Bonn ihre kostspieligen Geräte für die aufwändigen Materialprüfungen zur Verfügung. Dass Miscanthus-Produkte in Zukunft in Deutschland auch zertifiziert werden können, ist für die Schweizer Partner von besonderem Vorteil: Die vorgenommenen Materialprüfungen entsprechen den EU Normen und die Produkte sind dadurch einfacher im europäischen Markt zu vertreiben.

Vorarbeiten im Rahmen von Regio Plus

Auf Schweizer Seite engagierte sich die Produzentenorganisation «Interessensgemeinschaft Miscanthus» (IGM) im Rahmen von Regio Plus für die Entwicklung von Produkten aus Miscanthus. Eine Tochtergesellschaft der IGM ist die Forschungsgenossenschaft nachwachsender Rohstoffe (FNR). Die FNR entwickelt Baustoffe und Kunststoffalternativen auf der Basis von Miscanthus und vergibt Lizenzen. Beide Vereinigungen tragen auch die Verantwortung für das Transnationale Projekt.

Projektdauer

5 Jahre

Kostenanteil Schweiz

CHF 600'000.–

Kontakt

Vorsitzender
Präsident IGM
Jörg Will
Wiesenstrasse 6
4937 Ursenbach
Tel: +41 62 963 08 30
Natel: +41 79 334 64 15

Geschäftsstelle IG Miscanthus
Verena Müller
Müntschemiergasse 21
3232 Ins
Tel: +41 32 313 25 53
Natel: +41 79 693 93 78

Administrativer Projektleiter
Stefan Hadorn
Inforama Seeland
3232 Ins
Tel: +41 32 312 91 37
Fax: +41 32 312 91 03

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Bild: regiosuisse.

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