Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Naturforschungspark Schwägalp/Säntis (Regio-Plus-Projekt 1999 bis 2003)

Akteure aus Tourismus, Umweltlehre und Forschung haben sich zusammengeschlossen, um das Gebiet Schwägalp/Säntis touristisch aufzuwerten. Das grösste Potenzial besteht im einzigartigen Natur- und Landschaftsraum, den die Projektträger nachhaltig nutzen wollen. Das bestehende touristische Angebot wird mit Dokumentationen, Ausstellungen, geführten Exkursionen und attraktiven Angeboten im Bildungsbereich (z.B. Themenwegen) ergänzt. Besucherinnen und Besucher sollen so stärker für den Reichtum des Kulturraums sensibilisiert werden. Damit die Leute vermehrt auch bei schlechtem Wetter auf die Schwägalp und den Säntis kommen, will man insbesondere die witterungsunabhängigen Dienstleistungen fördern. Das Projekt setzt zudem auf den Bildungstourismus: Für Schulen und andere Interessierte werden Umweltbildungsprogramme angeboten, welche die Lehrinhalte auf anschauliche und erlebbare Weise vermitteln. Vorgesehen ist auch, einen Alpenforschungsstützpunkt einzurichten.

Initiativgruppe (Projektinitiierung)

  • Säntis - Schwebebahn AG, Schwägalp, Urnäsch
  • Schweizerische Vogelwarte, Sempach
  • Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf
  • Universität St. Gallen, Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus, St. Gallen
  • Kantonsschule App. A.Rh., Trogen
  • Regionales Sekretariat, Volkswirtschaftsdirektion App. A.Rh., Herisau
  • ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG, Urnäsch
  • Kantone Appenzell A.Rh. und Appenzell I.Rh.
  • Gemeinden Krummenau, Wildhaus, Hundwil, Urnäsch sowie der Bezirk Schwende
  • Säntis-Schwebebahn AG
  • Vertreter der Grundeigentümer
  • Vertreter von Forschungsanstalten, Schulen und Museen
  • Stiftungsvertreter

Trägerverein (ab 23. Oktober 2000)

  • Gründung der Trägergesellschaft
  • Ausführungskonzepte für die Bereiche Erlebnistourismus, Umweltbildung und Forschungsstätte
  • Ausstellung zum Thema «Natur- und Landschaftswerte der Region»
  • Ausstellung über den Naturforschungspark: «Naturgeheimnis Säntisgebiet»
  • Aufbau der Dienstleistungen
  • Erhebung der Grundlagendaten für den Forschungsbereich (im Internet abrufbar ab Winter 2000/2001)
  • Bereitstellen der Lehrunterlagen
  • Bereitstellen der Infrastrukturen
  • Aufbau des Forschungsstützpunktes
  • Kurse, Exkursionen und Führungen für Schulen, Gruppen und Individualtouristen
  • Organisation und Durchführung von thematischen Sonderwochen für Schulen
  • Verkauf und Vertrieb von Dokumentationen und Lehrmitteln
  • Forschungsstätte für Hochschulen

Projektziele

Die Projektträger wollen die touristische Entwicklung im Raum Schwägalp/Säntis dem Gebot der Nachhaltigkeit entsprechend fördern. Gleichzeitig soll das Gebiet zu einem nationalen Zentrum für Umweltbildung sowie für Natur- und Landschaftsforschung werden.

Gründe für das Projekt

Der Kulturraum Schwägalp/Säntis – unter anderem mit einer Moorlandschaft von nationaler Bedeutung – hat ein grosses touristisches Entwicklungspotenzial. Langfristig lässt sich dieses nur ausschöpfen, wenn Natur und Landschaft, als wichtigste Ressourcen, nachhaltig bewirtschaftet werden. Dazu gilt es, einen Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen und den Zielen des Natur- und Landschaftschutzes zu finden. Ziel der Initiativgruppe ist es deshalb auch, den Dialog zwischen den Interessengruppen Tourismus, Forschung und Lehre zu fördern. Die Natur- und Landschaftsforschung soll in der Ostschweiz weitere Wurzeln fassen. Das Projekt soll der Region in diesem Bereich neue Impulse verleihen.

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Ende 1999 bis Mitte 2000: Gründung

Mitte 2000 bis Ende 2003: Umsetzung der Ausführungskonzepte

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 1'185'000.–

Auswirkungen des Projekts...

... auf den Arbeitsmarkt

Das Projekt hilft, die bestehenden Arbeitsplätze im Tourismus zu erhalten und neue zu schaffen. Neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen in der Umweltlehre. Ziel ist es zudem, in der Umwelt- und Sozialwissenschaftsforschung neue Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Der Naturforschungspark Schwägalp/Säntis stärkt insbesondere die Tourismusbranche. Gleichzeitig wird der Dienstleistungssektor weiter diversifiziert. Für die Nichthochschulkantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden ist die Stärkung von Lehre und Forschung besonders wichtig, weil die Region dadurch für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiver wird.

... auf die Umwelt

Die intakte Natur und Landschaft sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren des Projektes. Die touristische Entwicklung ist dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Modellcharakter des Projekts

Die Zusammenarbeit von Akteuren aus Tourismus, Umweltlehre und Forschung ist für die Schweiz neuartig. Dank dieser Verknüpfung lassen sich Potenziale erschliessen, die der Region neue wirtschaftliche und wissenschaftliche Impulse verleihen können. Innovativ ist zudem die Idee, Natur und Landschaft nicht nur ausschliesslich touristisch zu vermarkten, sondern auch für Lehr- und Forschungszwecke nutzbar zu machen. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für künftige Untersuchungen von Veränderungsprozessen in Natur und Landschaft. Interessierte Kreise wie zum Beispiel Schulen können sich selber an der Forschung beteiligen.

Kontakt

Robert Meier
Naturforschungspark Schwägalp/Säntis
c/o ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG
Herisauerstrasse 9
CH-9107 Urnäsch
Telefon: +41 71 366 00 50
Fax: +41 71 366 00 51
Mail: info@naturforschungspark.ch
Website

Aus dem Schlussbericht

Neue Publikumsattraktionen ergänzen das touristische Angebot in der Region: ein neuer Steinpark, die Themenwege «Moor» und «Wald» sowie die modernste Kläranlage der Schweiz gehören zu den Hauptattraktionen. Diverse Exkursionen werden von einer Führungscrew begleitet.

Den Akteuren gelang die Einrichtung einer Umweltbildungsstätte für Schulen und Individualbesucher und der Aufbau einer Forschungsstätte für Natur- und Landschaftsthemen. Es fanden diverse Ausstellungen statt.

Das Projekt erhielt den Hauptpreis des Nachhaltigkeitswettbewerbs «Wirtschaft und Verkehr» der Bodensee-Agenda, mit der die Regio Bodensee die Ziele der Uno-Konferenz von Rio (1992) umsetzen will.

Der Aufbau eines regionalen Naturparks wird weiter vorangetrieben.

Stand: März 2006

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Bild: regiosuisse.

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Bild: regiosuisse.

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