Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Netzwerk Braunwald (Regio-Plus-Projekt 1999 bis 2001)

Der Verein «Netzwerk Braunwald» hat sich zum Ziel gesetzt, eine breit abgestützte Gesamtstrategie für die Gemeinde Braunwald zu entwickeln. Um die Gäste-Frequenzen zu steigern und die Ertragssituation der Unternehmen nachhaltig zu verbessern, sollen die verschiedenen Wirtschaftsbereiche verknüpft werden.

Trägerschaft

Verein Netzwerk Braunwald

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Braunwaldbahnen, Sportbahnen
  • Höhenklinik Braunwald
  • Alpines SchulInternat Braunwald ASIB
  • Landwirtschaft
  • Hotellerie, Parahotellerie
  • Restauration
  • Gewerbe
  • Gemeinde Braunwald
  • Auswärtige Liegenschaftsbesitzer VAL

Kurzbeschrieb des Projekts

Konkret will man ...

... gemeinsame Angebote der Höhenklinik und der Hotellerie entwickeln
... nachhaltige Projekte zwischen der Landwirtschaft und dem Tourismus realisieren
... die Hotellerie und die Sportbahnen neu gemeinsam auf dem Markt positionieren
... ein Konzept für offene Kommunikation entwickeln
... das geplante Schulinternat in das Gesamtangebot einbetten.

Gründe für das Projekt

Braunwald im südlichen Glarnerland ist ein Ferienort mit langer Tradition, der auf einer gegen Südosten geneigten Hangterrasse zwischen 1200 und 1500 Metern über Meer gelegen ist. Der Ort ist nur durch eine Standseilbahn erschlossen und weitgehend autofrei. Braunwald befindet sich in einer schwierigen Situation: Die Wettbewerbsfähigkeit hat in allen wichtigen Branchen abgenommen, und die finanzielle Lage ist kritisch. Dies hängt mit den gesetzlich verlangten Investitionen in die Basis-Infrastruktur einerseits und mit der finanziellen Sanierung der Braunwaldbahn AG anderseits zusammen. Die Perspektiven der Landwirtschaftsbetriebe sind ebenfalls düster: Milch und Fleisch können längerfristig kaum mehr abgesetzt werden.

Projektziel

Hauptziel ist es, bereichsübergreifend eine Strategie zu erarbeiten, damit sich Braunwald wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig entwickeln kann. Eine wichtige Rolle spielen dabei neuartige Kooperationen. Die Verantwortlichen wollen eine Aufbruchstimmung auslösen und deshalb die 20- bis 40-Jährigen besonders stark ansprechen.

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: November 1999 bis Dezember 2001

Phase 1: Erarbeitung der Gesamtstrategie (November 1999 bis April 2000)

  • Lageanalyse und Definition der Ziele.
  • Bestandesaufnahme von laufenden und geplanten Projekten und Ideen.
  • Entwurf der Gesamtstrategie, Fokussierung auf 35 Stossrichtungen.

Phase 2: Erarbeitung der Teilprojekte (Februar 2000 bis Juni 2000)

Bestimmung der Projektgruppen und ihrer Aufgaben.

Phase 3: Umsetzung der Teilprojekte im Rahmen der Gesamtstrategie (Juli 2000 bis Dezember 2001)

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 240'000.–

Auswirkungen des Projekts ...

... auf den Arbeitsmarkt

In der Höhenklinik, den Braunwaldbahnen, der Hotellerie, dem Gewerbe und der Landwirtschaft können Arbeitsplätze erhalten und allenfalls erweitert werden. Mit dem geplanten alpinen Schulinternat Braunwald werden zusätzliche Ganzjahresstellen geschaffen.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Durch die Verknüpfung der verschiedenen Wirtschaftsbereiche soll sich die Situation für die bestehenden Branchen stabilisieren. Der Bereich Bildung ist ein Wirtschaftszweig, der sich positiv auf die ganze Wirtschaftsstruktur auswirken kann.

... auf die Umwelt

Wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Ziele sollen gemeinsam und gleichzeitig verwirklicht werden. Ein sorgfältiger Umgang mit der Natur, der sich in einer massvollen und umweltgerechten Entwicklung äussert, ist die Basis für das weitere wirtschaftliche Wachstum.

Modellcharakter des Projekts

Die gegenwärtige Situation von Braunwald ist typisch für die Probleme vieler kleiner Ferienorte in den Alpen. Die Verantwortlichen in Braunwald schliessen sich zusammen, um neue Ideen zu entwickeln und breit abgestützte Lösungen zu suchen. Konflikte sollen konstruktiv gelöst werden. Die Vorgehensweise und die Resultate in den einzelnen Bereichen sind auf andere Orte übertragbar. Noch in keiner Gemeinde des Kantons oder der benachbarten Gebiete wurde eine solche Methodik bisher angewendet.

Projektleitung

Verein Netzwerk Braunwald
Markus Hermann
Geschäftsführer
CH-8784 Braunwald
Tel. +41 55 643 13 38
Fax: +41 55 643 13 69
E-Mail: info@braunwald.ch

Aus dem Schlussbericht

Der Verein «Netzwerk Braunwald» hat erreicht, dass die Ziele, die er für die Gemeinde Braunwald formuliert hat, vollumfänglich im örtlichen Entwicklungsplan berücksichtigt sind. Mit Ausnahme der Landwirte haben sich alle wichtigen Interessengruppen geschlossen hinter das Papier gestellt und verbindlich zugesagt, an der Umsetzung mitzuarbeiten. Obwohl sich die Landwirte vom eigentlichen Projekt distanzierten, signalisierten sie bei gewissen Teilprojekten immerhin Gesprächsbereitschaft.

Die grosse Akzeptanz des Entwicklungsplans bei den verschiedenen Interessengruppen wurde nur dank der Initiative des Vereins möglich. Intensive Gespräche und Auseinandersetzungen haben den Meinungsbildungsprozess geprägt. Trotzdem gelang es, den Plan fristgerecht zu verabschieden. In einem nächsten Schritt wird nun eine Tourismusorganisation aufgebaut, welche die im Entwicklungsplan festgehaltenen Massnahmen umsetzen soll. Im Vordergrund steht dabei, Marketing und Verkauf des Produkts «Braunwald» professionell und zentral zu organisieren. Die Bündelung der verschiedenen Kräfte  insbesondere der finanziellen  hat dazu überhaupt erst die Voraussetzungen geschaffen. Ohne die Unterstützung durch Regio Plus wäre diese branchen- und gruppenübergreifende Zusammenarbeit kaum zu Stande gekommen.

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Bild: regiosuisse.

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