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Neue Gemeinde- und Stadt/Land-Typologie des BFS

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 9. Mai 2017 eine neue Gemeindetypologie und eine Einteilung der Schweizer Gemeinden in städtische, intermediäre und ländliche Gemeinden veröffentlicht. Die Gemeindetypologie umfasst 9 bzw. 25 Gemeindetypen und löst die bisherige Gemeindetypologie mit 9 bzw. 22 Typen ab. Eine Überarbeitung wurde aufgrund veränderter räumlicher Strukturen und Datengrundlagen nötig. Die neue «Gemeindetypologie und Stadt/Land-Typologie 2012» kann vielfältig als Grundlage für räumliche Analysen genutzt werden.

In der Neudefinition «Raum mit städtischem Charakter 2012» des BFS wurde vor kurzem der städtisch geprägte Raum definiert und die bisherige Agglomerationsdefinition 2000 ersetzt. Inwieweit Gemeinden ländlichen Charakter aufweisen und wie sich diese differenzieren, kann anhand dieser Definition nicht ermittelt werden. Diese neue Definition des städtischen Raums ist daher – wie schon die vorangehende – für die Analyse der ländlichen Räume und Berggebiete nicht geeignet. Daneben bestand eine umfassende Gemeindetypologie mit 9 bzw. 22 Klassen, die aus den 1980er-Jahren stammte und 2000 zum letzten Mal aktualisiert wurde. Sie entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen und Gegebenheiten.

Das BFS hat daher eine neue Gemeindetypologie entwickelt, die der Unterschiedlichkeit der verschiedenen Räume besser gerecht wird und die bisherige Typologie ablöst. Sie wurde am 9. Mai 2017 publiziert. Das BFS hat die neue Gemeindetypologie in Rücksprache mit Vertretern des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) sowie einer Expertengruppe erarbeitet und daraus zusätzlich eine Einteilung der Schweizer Gemeinden in städtische, intermediäre und ländliche Gemeinden abgeleitet. Die neue Gemeindetypologie geht von der Dreiteilung der Definition des «Raums mit städtischem Charakter» in die drei Kategorien «städtischer Kernraum», «Einflussgebiet städtischer Kerne» und «Gebiete ausserhalb des Einflusses städtischer Kerne» aus. In einem zweiten Schritt werden die städtischen Kerngemeinden nach Grösse, die umliegenden Gemeinden nach Dichte und die ländlichen Gemeinden (ohne städtischen Charakter) nach Dichte und Erreichbarkeit weiter differenziert. Im dritten Schritt werden die so entstandenen neun Kategorien nach sozioökonomischen Kriterien weiter differenziert. Insgesamt werden so 25 verschiedene Gemeindetypen hergeleitet.

Zusätzlich wurde eine «Stadt/Land-Typologie» definiert. In dieser werden die Gemeinden den drei Klassen «städtisch», «intermediär» und «ländlich» zugeteilt, wobei ländliche Zentrumsgemeinden als intermediär, periurbane Gemeinden geringer Dichte jedoch als ländlich gelten.

Die neue Gemeindetypologie und die Stadt/Land-Typologie bieten eine gute Grundlage für räumlich differenzierte Analysen.

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