Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Persönlichkeit Werdenberg (Regio-Plus-Projekt 2002 bis 2006)

Mit dem Projekt Persönlichkeit Werdenberg will sich die Region im Wirtschaftsraum Rheintal neu positionieren und ihre Stärken besser nutzen. Das Projekt regt zu neuartigen Partnerschaften von öffentlichen und privaten Institutionen sowie verschiedenen Branchen an. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit Nachbarregionen gefördert. Dadurch können Aufgaben ganzheitlich – über die verschiedenen Interessengruppen hinweg – bearbeitet werden.

Trägerschaft:

Verein Persönlichkeit Werdenberg

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Politische Gemeinden/Ortsgemeinden
  • Kanton
  • Tourismus
  • Gastgewerbe
  • Gewerbe/Industrie
  • Handel
  • Land- und Waldwirtschaft
  • Bildung
  • Diverse Interessengruppen aus den Bereichen Natur und Kultur

«Persönlichkeit Werdenberg» beinhaltet vier Teilprojekte:

1. Standortpromotion Technologieregion Werdenberg:
Gemeinsam mit Unternehmen, Schulen, der öffentlichen Hand und Nachbarregionen wird eine Strategie zur Standortpromotion entwickelt. Zudem soll eine Internet-Plattform eingerichtet werden, die sich als Leistungsschaufenster der regionalen Wirtschaft an qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland, an Forschungsinstitutionen sowie an die regionale Bevölkerung richtet.

2. Kulinarischer Tourismus:
Analog zum Projekt «Culinarium» der Wirtschaftsförderung des Kantons St. Gallen wird die branchenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gewerbe und Gastronomie gefördert. Der «kulinarische Tourismus» soll Schwerpunkt eines Netzwerkes für nachhaltigen Tourismus in der Region werden.

3. Naturpark Werdenberg:
Massnahmen in den Bereichen Natur und Landschaft, Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Siedlungsentwicklung werden so aufeinander abgestimmt, dass sich die Region zu einem attraktiven Erholungsraum entwickelt. So soll z. B. die Hochmoorlandschaft in Grabs mit Informationsmitteln, Wegen und Aussichtspunkten aufgewertet werden. Denkbar ist auch ein Erlebnis- oder Lehrpfad durch Werdenberg, der landschaftliche, historische, kulturelle und ökologische Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet.

4. Begegnungszentrum:
Mit dem Begegnungszentrum soll die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit der Region und die Zusammenarbeit unter den Gemeinden verstärkt werden. Ergänzend will man Dienstleistungen für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Region anbieten, z. B. Tagungs- und Kongressräumlichkeiten. Ein solches Angebot schafft Raum für eine Erweiterung des kulturellen Angebots in der Region und spricht neue Zielgruppen an.

Gründe für das Projekt

Mit ihrer hohen Lebensqualität, ihrer Bedeutung als Technologiestandort, ihrem Bildungsangebot mit überregionaler Ausstrahlung sowie ihren Potenzialen für sanften Tourismus und Erholung hat die Region Werdenberg eine Reihe von Pluspunkten. Doch sie hat auch Probleme - so zum Beispiel die schwache regionale Identität, die mangelnde Zusammenarbeit der Gemeinden, die unzureichende Erschliessung der Region durch den öffentlichen Verkehr, der Mangel an Fachpersonal im High-Tech-Bereich, das minimale Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten und anderer Infrastruktur für Tourismusnutzungen sowie die fehlenden Freizeitangebote für Jugendliche. Die Stärken der Region Werdenberg können nur zum Tragen kommen, wenn die erwähnten Schwachstellen durch vermehrte Zusammenarbeit, gezielte Nutzung von Synergien und innovative Projekte beseitigt werden.

Projektziele

Werdenberg soll sich im Standortwettbewerb besser profilieren. Dazu will man die regionsspezifischen Qualitäten (landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten, Freizeit- und Tourismusangebot, Bildungsinstitutionen, Technologiebetriebe) besser nutzen. Gleichzeitig werden innovative Einzelprojekte (Standortpromotion Technologieregion Werdenberg, Kulinarischer Tourismus, Naturpark Werdenberg, Begegnungszentrum) lanciert. Insbesondere soll Werdenberg das Image einer Region mit einem guten Bildungsangebot und starken Technologiebetrieben erhalten. Schliesslich geht es darum, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen sowie die «weichen Standortfaktoren» zu verbessern.

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: 5 Jahre (2002 − 2006)

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten (ohne Investitionskosten): CHF 1'900'000.–

Auswirkungen des Projekts

...auf den Arbeitsmarkt

Das Projekt Persönlichkeit Werdenberg wirkt sich insbesondere im kulinarischen und ländlichen Tourismus sowie im Bereich der Gastronomie positiv auf die Beschäftigung aus. Es entstehen neue Erwerbsmöglichkeiten im Service, bei der Gästebetreuung sowie in der Weiterbildung. Landwirte werden dazu animiert, ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern und sich in der Vermarktung und Gästebetreuung neue Kompetenzen anzueignen. Dies wird die Einkommenssituation in der Landwirtschaft verbessern. Auch in der Industrie und im Gewerbe hat das Projekt positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, da es die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensraumes Werdenberg ganz allgemein fördert. Das Projekt trägt vor allem zur Standortsicherung der High-Tech-Unternehmen bei. Diese können sich dank dem Projekt auf dem Arbeitsmarkt besser präsentieren. So erhalten künftige Arbeitnehmer - regionale Nachwuchskräfte und externe Fachleute - gezielt Informationen über die Breite und Qualität der Erwerbsmöglichkeiten in der Region Werdenberg. Und die einzelnen Betriebe profitieren von wertvollen Kooperationen zwischen Grossunternehmen und KMUs.

...auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Durch die verbesserte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Branchen und Nachbarregionen belebt und stabilisiert das Projekt die Technologieregion Rheintal. Schlüsselbranchen, z. B. im High-Tech-Bereich, treten dabei als 'Botschafter' auf. Die Kooperation im Standortmarketing kann auch dazu führen, dass sich in der Region neue Unternehmen ansiedeln, die zum bestehenden Technologiecluster passen und von dessen Strukturen profitieren können. Verschiedene Projektbausteine wie z. B. das Begegnungszentrum stärken zudem das regionale Zentrum Buchs.

...auf die Umwelt

Persönlichkeit Werdenberg fördert einen sanften Erlebnistourismus und erhöht das Verständnis für regionale Zusammenhänge. Es schont die natürlichen Ressourcen und erhält nachhaltig die Vielfalt an Lebensräumen in der Region.

Modellcharakter des Projekts

Das Projekt stiftet eine neue regionale Identität. Die Regionalentwicklung wird nicht mehr branchen- und sektorbezogen, sondern gesamtheitlich betrachtet. Neuartig ist insbesondere die Zusammenarbeit von Gastgewerbe, Tourismusorganisationen, Institutionen aus der Landwirtschaft und dem verarbeitenden Gewerbe. Dadurch entsteht in der Region eine bisher nicht dagewesene integrierte Wertschöpfungskette des kulinarischen Tourismus. Der Projektbaustein Standortpromotion Technologieregion Werdenberg fördert beispielhaft die enge Zusammenarbeit zwischen innovativen Technologieunternehmen, Bildungsinstitutionen und Vertretern der öffentlichen Hand.

Projektleitung

Verein Persönlichkeit Werdenberg
Eva Schellenberg
Bahnhofplatz 2
9471 Buchs SG
Tel. +41 81 740 07 29
Fax +41 81 740 07 28
E-mail: info@werdenberg.ch
Website

Präsident Verein Persönlichkeit Werdenberg
Rudolf Lippuner
Gemeindepräsident
Rathaus
9472 Grabs
Tel. +41 81 750 35 21
E-mail: rudolf.lippuner@grabs.sg.ch

Stand November 2001

Aus dem Schlussbericht

Die Geschäftsstelle «Persönlichkeit Werdenberg» dient als Auskunftszentrum und als Pattform für die Zusammenarbeit unter den Werdenberger Gemeinden. Das Projekt hat die Zusammenarbeit lokaler und regionaler Akteure gefördert, sei dies in der Wirtschaft oder in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens: Touristeninformation, Regionalplanung, Standortmarketing, Gemeindemarketing und die Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs NTB koordinieren heute ihre Marketingtätigkeiten. Ein aktuelles Beispiel für die genutzten Synergien ist das Engagement von Vertretern aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Politik und der öffentlichen Hand für den Aufbau eines Energieinstitutes an der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs NTB.

Zu den Erfolgen des Projekts gehört auch die breite Vermarktung regionaler Produkte. Die entstandenen kulinarischen Touren durch die Region sind neue Angebote für Touristen.

Das Projekt hat die Identität der Region gestärkt: Leistungsvereinbarungen mit der kantonalen Tourismusförderung und gemeinsame Projekte mit dem Amt für Wirtschaft zeigen die Akzeptanz der Region als Verhandlungspartner.

Der Trägerverein bleibt auch nach Abschluss des Regio Plus Projekts bestehen.

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Bild: regiosuisse.

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