Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Regionale Lebensmittelvermarktung (Regio-Plus-Projekt 1998 bis 2002)

Die Koordination der verschiedenen Produzenten- und Regionalvermarktungsorganisationen soll den Absatz regional produzierter und verarbeiteter Lebensmittel in der Stadt und Agglomeration Bern fördern. Dazu werden eine gemeinsame Marketing-Kampagne durchgeführt und Publikationen herausgegeben. So zum Beispiel Verzeichnisse, in denen Anbieter von regional produzierten Lebensmitteln aufgeführt sind. Hinzu kommen Aktionen in den Regionen und im Stadtgebiet sowie begleitende Medienarbeit. Das Projekt verfolgt auch Ziele, die mit der regionalen Vermarktung von Lebensmitteln zusammenhängen: die Förderung einer ökologischen Landwirtschaft, die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft sowie die Verbesserung der Beziehung zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Trägerschaft

Genossenschaft für regionale Lebensmittelvermarktung, in der Produzenten, Anbieter und Konsumenten zusammengeschlossen sind. Geschäftsstelle ist das Ökozentrum Bern.

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Landwirtschaft
  • Detailhandel
  • Grossverteiler
  • Gewerbe
  • Gastronomie
  • Regionen
  • Öffentliche Hand
  • Landschaftsschutz

Gründe für das Projekt

Der Umbruch in der Landwirtschaft, die Liberalisierung der Märkte und der Abbau von Subventionen führen vermehrt dazu, dass sich Randregionen zusammenschliessen, um ihre Produkte besser zu vermarkten. Die Produktion von Lebensmitteln ist auf dem Land nach wie vor grösser als die Nachfrage. Deshalb sind die Produzenten darauf angewiesen, neue Absatzmärkte zu erschliessen. Mit der «Regionalen Lebensmittelvermarktung» will man insbesondere der starken Konkurrenz durch ausländische Produkte begegnen, die aus ökologischer Sicht ohnehin problematisch sind.

Projektziele

  • Absatz regional produzierter und verarbeiteter Lebensmittel steigern
  • Neue Absatzkanäle erschliessen
  • Anbieter (Detailhandel, Grossverteiler, Restaurants etc.) motivieren, regionale Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen
  • Bei den Konsumentinnen und Konsumenten ein Bewusstsein für regionale Produkte schaffen
  • Beziehungen zwischen Stadt- und Landbevölkerung fördern
  • Transportenergie vermindern
  • Ökologische Landwirtschaft fördern
  • Kulturlandschaft erhalten und pflegen

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Die Projektdauer beträgt fünf Jahre (Start: März 1998) und umfasst die folgenden Realisierungsschritte:

  • Gründung der Trägerschaft: Ökozentrum Bern sucht Produzenten, Anbieter, Konsumenten und Personen aus dem Landschaftsschutz, die in der Trägerschaft mitmachen
  • Koordination/Vermittlung: Aufbau eines Kontaktnetzes zwischen Produzenten und Vermarktungsorganisationen; Abstimmen von Angebot und Nachfrage
  • Veranstaltungen: Ausarbeiten eines Veranstaltungskonzeptes für die Beteiligten zur Vermarktung der Produkte. Zum Beispiel: Aktions- und Spezialitätenwochen
  • PR und Marketing: entsprechende Aufgaben werden vom Ökozentrum Bern übernommen. Nach Bedarf werden externe Fachleute für die Marketingkampagne beigezogen. Für die Medienarbeit bleibt das Ökozentrum zuständig.

Die zeitliche Planung gliedert sich in drei Phasen:

Projektstart/Vorbereitungsphase (März 1998 bis Frühling 1999)

  • Entwickeln eines Projektkonzeptes; diverse Vorarbeiten
  • Knüpfen von Kontakten zu Produzenten und Marktabklärungen bei Verteilern

Pilotphase (Frühling 1999 bis Oktober 2000)

  • Gründen der Trägerschaft
  • Aufbauen des Kontaktnetzes zwischen Produzenten und Verteilern
  • Vorbereiten von PR-Massnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Erweiterung: neue Produzenten und Verteiler zum Mitmachen motivieren
  • Auswertung

Hauptphase (Oktober 2000 bis Herbst 2002)

  • Umfassender Ausbau des Angebots
  • Kontakte vertiefen und neue vermitteln
  • Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere Aktionsprogramme
  • Auswertung

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 578'601.–

Auswirkungen des Projekts

… auf die regionale Wirtschaftsstruktur und den Arbeitsmarkt

Der Mehrabsatz regional produzierter Lebensmittel hilft, Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in der lebensmittelverarbeitenden Industrie zu erhalten.

…auf die Umwelt

Regional produzierte Lebensmittel verkürzen die Transportwege. Gleichzeitig setzen sich die Projektträger für die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft ein sowie für die Förderung einer ökologischen Landwirtschaft.

Modellcharakter des Projekts

In der Trägerschaft schliessen sich sowohl Produzenten(-Organisationen) als auch Verteiler und Konsumenten zusammen, um im Kanton Bern die einheitliche Vermarktung regionaler Lebensmittel zu fördern.

Projektleitung

Ökozentrum Bern
Irene Bättig
Bollwerk 35
Postfach
3000 Bern 7

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Bild: regiosuisse.

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