Regionalpark Chasseral (Regio-Plus-Projekt 2001 bis 2006)

Der «Regionalpark Chasseral» in den jurassischen Bergen ist ein wertvoller Erholungsraum – aber auch ein Instrument, das Chasseral-Massiv langfristig zu schützen und seine soziale und wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu fördern. Das Projekt setzt sowohl bei Natur und Landschaft sowie Land- und Forstwirtschaft als auch beim Tourismus, Verkehr, bei der Kultur und nicht zuletzt im Bereich der Forschung und Entwicklung an. Geplant sind Massnahmen zum Schutz der Bergvegetation, der Magerwiesen, des bewaldeten Weidelandes und der Fauna. Zudem werden die Transportwege im gesamten Chasseral-Massiv optimiert und die öffentlichen Verkehrsmittel gezielt gefördert. Um die Besucher für die Naturschätze der Region zu sensibilisieren, schaffen die Initianten des Regionalparks Entdeckungspfade und verschiedene Informationsstandorte. Vorgesehen sind z. B. ein Forsthaus, ein Wolfspark sowie diverse Naturveranstaltungen. Mit weiteren Projekten wird der ländliche Tourismus sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, Universitäten und anderen Regionalparks in Europa gefördert. Der Park soll aber auch die Abwanderung stoppen und das Chasseral-Massiv bekannter und attraktiver machen.

Trägerschaft

Verein Regionalpark Chasseral

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Tourismus
  • Gastgewerbe und Hotelbranche
  • Handwerk/Gewerbe
  • Handel
  • Landwirtschaft und Forstwirtschaft
  • Forschung (Universitäten und Fachhochschulen)
  • Bund und Kantone (2)
  • Regionen (3)
  • Gemeinden (22)
  • Private

Gründe für das Projekt

Das Chasseral-Massiv ist eine Gegend mit reicher Fauna und Flora sowie einer wunderschönen Landschaft. Das Panorama ist einzigartig, und es besteht eine grosse Auswahl an Freizeitaktivitäten und Erholungsmöglichkeiten. Um das sensible ökologische Gleichgewicht und die Attraktivität dieser Gegend langfristig zu erhalten, müssen die Kräfte aller beteiligten Interessengruppen gebündelt und die verschiedenen Initiativen koordiniert werden. Dabei gilt es, sowohl die Interessen der lokalen Bevölkerung als auch diejenigen der Umwelt und der Wirtschaft zu berücksichtigen. Die Umsetzung des Regionalparks Chasseral ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Projektziele

Eine nachhaltige Entwicklung für das Chasseral-Massiv erreichen und die Bevölkerung für die Anliegen des Umweltschutzes sensibilisieren
Die Lebensqualität der Bevölkerung im Chasseral-Massiv gewährleisten und Arbeitsplätze schaffen, um die Abwanderung zu verhindern
Das kulturelle, natürliche und landschaftliche Erbe des Chasseral-Massivs erhalten und zur Geltung bringen
Die wirtschaftliche Entwicklung fördern  insbesondere in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Handwerk
Den Verkehr und die Besucherströme im Chasseral-Massiv koordinieren und die Besucher zum Gebrauch der öffentlichen Verkehrsmittel motivieren
Die Qualität der Leistungen und Produkte des Regionalparks langfristig erhalten

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: 5 Jahre (ab 1. Juni 2001)

Genehmigung durch die kantonalen Behörden: Juni bis September 2001 Gründungsversammlung: Mitte 2001

Umsetzung des Aktionsprogramms: ab Oktober 2001

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 3'040'000.–

Auswirkungen des Projekts

... auf den Arbeitsmarkt

Der Regionalpark Chasseral wirkt sich direkt und indirekt auf den Arbeitsmarkt der Region aus - direkt, weil im Park selbst Arbeitsplätze entstehen, und indirekt, weil dank dem zusätzlichen Einkommen aus dem Park bestehende Arbeitsplätze langfristig gesichert werden; insbesondere in Land- und Forstwirtschaft. Durch die Förderung des sanften Tourismus kommt der Park auch touristischen Anbietern zugute. Die genaue Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze hängt davon ab, wie viele Projekte realisiert werden. Im Wolfspark z. B. könnten acht Personen beschäftigt werden. Insgesamt werden durch den Park voraussichtlich rund zwanzig neue Stellen geschaffen. Und in 67 Landwirtschaftsbetrieben bleiben Arbeitsplätze erhalten.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Das Projekt trägt massgebend dazu bei, dass die regionalen Betriebe in der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, im handwerklichen Gewerbe und anderen regionalen Branchen langfristig erhalten bleiben und sich weiterentwickeln können - dies, weil der Regionalpark Chasseral, der Entdeckungspfad Mont Soleil-Mont Crosin und andere attraktive Angebote pro Jahr voraussichtlich rund 300'000 Besucherinnen und Besucher anziehen werden.

... auf die Umwelt

Ziel des Projektes ist es, das Chasseral-Massiv nachhaltig zu fördern, die Bevölkerung für die Anliegen des Umweltschutzes zu sensibilisieren sowie Natur und Landschaft zu erhalten und aufzuwerten. Aus diesem Grund soll sich der private und öffentliche Verkehr auf die beiden Hauptverkehrsachsen der Region konzentrieren. Das restliche Gebiet rund um den Chasseral wird vom Besucher-Verkehr befreit. Die Projektträger wollen einen sanften Tourismus fördern; Land- und Forstwirtschaft sollen naturnah betrieben werden. Vorgesehen sind zudem Schutzzonen für die Fauna sowie Massnahmen zum Erhalt der Bergvegetation, des bewaldeten Weidelandes und der Magerwiesen. Langfristig soll im Chasseral-Massiv ein Forschungszentrum für nachhaltige Entwicklung entstehen

Modellcharakter des Projekts

Der Regionalpark Chasseral ist das erste Projekt dieser Art in der Schweiz. Bemerkenswert daran sind in erster Linie die Partnerschaft zwischen öffentlichen Stellen und Privatpersonen sowie die interkommunale, interregionale und branchenübergreifende Zusammenarbeit. Herausragend ist zudem, dass die Politik der nachhaltigen Entwicklung breit abgestützt ist und konsequent umgesetzt wird, so dass neue touristische Angebote entstehen, die mit der Natur im Einklang stehen.

Projektleitung

André Rothenbühler
Postfach 456
2735 Bévilard
Tel: +41 32 481 34 40
Fax: +41 32 481 28 51
E-mail: arjb@vtx.ch
Website

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Bild: regiosuisse.

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