Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

SimmeSaaneSee (Regio-Plus-Projekt 1997 bis 2000)

«SimmeSaaneSee − Bike & Fun im Berner Oberland» ist ein Kooperationsprojekt von vier Regionen im Berner Oberland. Mit einem attraktiven, rund 300 Kilometer langen Radwanderwegnetz wird der Trend zum umweltbewussten Tourismus unterstützt. Das Angebot geht aber über die reine Tourismusförderung hinaus: Ziel ist es, in den Regionen wirtschaftliche Impulse auszulösen. Weil immer mehr Gäste auf Qualitätsprodukte, Originalität und Naturverbundenheit ansprechen, werden vor allem auf diese Bereiche ausgerichtete Produkte und Dienstleistungen mit dem neuen Radwanderweg vernetzt und gefördert. So bieten zum Beispiel Restaurants und Hotels entlang der Strecke speziell auf velofahrende Gäste zugeschnittene Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten an. Bauernbetriebe warten mit Angeboten wie «Schlafen im Stroh» oder «Burezmorge» auf. Der öffentliche Verkehr stellt zudem Verlademöglichkeiten sicher, und der Velofachhandel bietet einen Reparatur- und Pannenservice.

Trägerschaft

Region Thun-InnertPort (TIP) und beteiligte Regionen Obersimmental / Saanenland, Kandertal und ein Teil des Oberlandes Ost.

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Gemeinden
  • Gewerbe: Gastgewerbe, Velofachhandel, Adventure- und Tourenanbieter etc.
  • Landwirtschaft
  • Tourismus
  • Transportunternehmen
  • Tourismusorganisationen

Gründe für das Projekt

Die Belastungsgrenzen der Landschaft stellen die renommierten Touristenregionen vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig sind die Beschäftigungsmöglichkeiten abseits der touristischen Zentren begrenzt. Mehr denn je suchen die Gäste jedoch Erholung, Spass, Abenteuer und Begegnungen mit Menschen, Bräuchen und Landschaften. Durch die Vernetzung verschiedener Wirtschaftszweige sollen die Angebote der Projektpartner zusammengebracht und auf die Radfahrerinnen und Radfahrer ausgerichtet werden.

Projektziele

  • Attraktives, gut signalisiertes und sicheres Radwanderwegnetz bereitstellen
  • Entlang der Routen ein originelles und velofreundliches Angebot mit gut ausgebauter Infrastruktur schaffen
  • Einheimische Produkte (Herstellung und Verarbeitung) und Dienstleistungen (Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrerinnen und Radfahrer, Velomiete, Reparaturservice, Pannendienst usw.) sowie deren Vermarktung fördern
  • Deklaration einheimischer Produkte (Label: Berner Oberland Original Produkte) unterstützen
  • Zusammenarbeit der verschiedenen Branchen fördern und Synergien nutzen
  • Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in Landwirtschaft, Tourismus und Verarbeitungsbetrieben fördern
  • Neue Gäste aus den Bereichen Ferien-, Tages- und Freizeittourismus, Sport- und Gesundheitstourismus, Individual-, Familien- und Gruppentourismus gewinnen sowie umwelt- und naturbewusste Veloreisende ansprechen

Vorgehen

Ein lückenloses Radwanderwegnetz war die Voraussetzung, um das Radwanderangebot mit anderen Wirtschaftszweigen zu vernetzen. Die baulichen Massnahmen wurden von den Gemeinden nach dem Solidaritätsprinzip finanziert.

Das heutige Kooperationsprojekt, welches das Radwanderwegnetz mit dem velofreundlichen Angebot entlang der Strecke verbindet, entstand während der Vorphase und wurde unter anderem durch das Projekt Veloland Schweiz angeregt. «SimmeSaaneSee» ist erst seit der 1. Projektphase ein Regio-Plus-Projekt.

Zeitlicher Rahmen

Vorphase (1997 bis 1998) 

  • Definition Bauprojekt, Projektierungsauftrag
  • Bildung der Bauträgerschaft
  • Projektierung und Realisierung eines lückenlosen Radwanderwegnetzes

1. Projektphase (bis Ende 1998)

  • Konzept Kooperationsprojekt mit Zeit- und Budgetplan
  • Bildung der Projektträgerschaft
  • Antrag für Finanzierungshilfe bei Regio Plus
  • Bildung der Arbeitsgruppe mit Vertretern der beteiligten Organisationen und Branchen
  • PR-Konzept
  • Definition der Anforderungskriterien für Angebotspartner
  • Angebotspartner zum Mitmachen motivieren
  • Information nach innen und aussen
  • Eröffnungsfest

2. Projektphase (1998 bis 2000)

  • Erfolgskontrolle
  • Broschüre SimmeSaaneSee – Bike & Fun im Berner Oberland (20seitig)
  • Info-Veranstaltung für neue Partner
  • Workshop mit Partnern, Ideenbörse zur Erfassung weiterer Angebotspotentiale
  • Lancierung neuer Angebote/Produkte
  • Öffentlichkeitsarbeit

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 350'000.–

Auswirkungen des Projekts

... auf den Arbeitsmarkt

Das Projekt soll helfen, die Einkommen in den erwähnten Wirtschaftszweigen zu sichern bzw. zu verbessern und somit Arbeitsplätze zu erhalten.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Mit relativ geringem Aufwand wird ein umweltfreundliches Produkt geschaffen, welches das bestehende touristische Angebot ergänzt und für die Regionen ein neues Zielpublikum erschliesst. Mit kreativen Angeboten sollen verschiedene Wirtschaftszweige wie das Gastgewerbe, der Detailhandel, die Transportunternehmen, der Velofachhandel, verschiedene Freizeitanbieter und die Landwirtschaft neue Kunden gewinnen.

Die Förderung des sanften Tourismus bringt dem Berner Oberland auch einen Imagegewinn: Neben seiner Bekanntschaft als Berg- und Sportgebiet, wird die Region auch als umweltbewusst und -freundlich wahrgenommen.

... auf die Umwelt

Das Projekt ist landschaftsschonend und qualitätsorientiert. Radfahren verursacht weder Lärm noch Schadstoffe. Für den Wegbelag wurde rezyklierbares Material verwendet.

Modellcharakter des Projekts

SimmeSaaneSee – Bike & Fun im Berner Oberland verbindet verschiedene Angebote miteinander: Radwanderwege, velofreundliche Gastgewerbebetriebe, Veloservice, vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot usw. Die Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten der verschiedenen Partner, Organisationen und Institutionen unterstützt die Solidarität und stärkt die klein- und grossregionale Identität respektive das Image.

Projektleitung

Region Thun-InnertPort
Sekretariat SimmeSaaneSee
Industriestrasse 2
3600 Thun
Tel. +41 33 225 61 61
Fax: +41 33 225 61 60
E-mail: info@region-tip.ch

Aus dem Schlussbericht

Dank dem Projekt SimmeSaaneSee freuen sich Fahrradsportler heute über ein gut signalisiertes Radroutennetz in einer Länge von über 300 Kilometern. Abseits der verkehrsreichen Strassen führen sportlich anspruchsvolle und einfache Routen zu verschiedenen Attraktionen der Region. Ein ansprechender Internetauftritt und eine Broschüre informieren das breite Publikum über das neue Angebot in der Region. Der Radweg hilft mit, den Tourismus in der Region zu stärken. Tagesausflügler aber auch länger verweilende Feriengäste profitieren von einem attraktiven und umweltfreundlichen Freizeitangebot. Im Rahmen der Tourismusförderung beeinflusst das Projekt auch den regionalen Arbeitsmarkt positiv. Es bestehen gute Chancen, dass das bestehende Wegnetz in Zukunft weiter ausgebaut wird.

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Bild: regiosuisse.

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