Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Unesco-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (Regio-Plus-Projekt von 2001 bis 2005)

Das Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist ein einzigartiges Naturdenkmal und als solches im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt. Im Dezember 2001 ist die Region zudem als erstes Unesco-Weltnaturerbe der Schweiz anerkannt worden. Die Verantwortlichen der Unesco knüpften die Vergabe des begehrten Labels aber an die Bedingung, bis 2004 einen Regionalmanagementplan auszuarbeiten, der die nachhaltige Entwicklung der Region sicherstellt. Ziel ist es, den Schutz der Natur als wirtschaftliche Chance für die ansässige Bevölkerung zu nutzen. Insbesondere möchte man vermehrt extensive Tourismusangebote fördern. Eine wichtige Aufgabe des Regionalmanagements besteht darin, die Entwicklung des Weltnaturerbes mit allen beteiligten Akteuren zu koordinieren, damit die Region gegen aussen als Einheit wahrgenommen wird. Ausserdem soll das Weltnaturerbe-Gebiet künftig weiter ausgedehnt werden. In Naters und an anderen Standorten will man Zentren einrichten, um Besucherinnen und Besucher über Natur und Kultur des Gebietes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn zu informieren.

Trägerschaft

Kantone Bern und Wallis; Regionen Oberland Ost und Kandertal; Gemeinden Bellwald, Fieschertal, Betten, Ried-Mörel, Naters, Mund, Birgisch, Eggerberg, Ausserberg, Baltschieder, Raron, Niedergesteln, Blatten.

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Tourismus
  • Gastgewerbe
  • Gewerbe
  • Handel
  • Landwirtschaft
  • Naturschutz
  • Forschung/Bildung

Gründe für das Projekt

Natur und Landschaft im Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn bergen ein grosses Potenzial, das gegenwärtig ungenügend ausgeschöpft wird. Vor allem in touristischer Hinsicht besteht Nachholbedarf. Das Label «Unesco-Weltnaturerbe» soll dazu beitragen, die Region touristisch aufzuwerten. Voraussetzung dafür ist ein regionales Management. Dieses soll sicherstellen, dass die Entwicklung den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht.

Projektziele

  • Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebietes bewahren
  • Natürliche und naturnahe Ökosysteme als Erholungs- und Wirtschaftsraum bewahren
  • Wildlebende Pflanzen- und Tierarten bewahren
  • Traditionen und kulturelle Inhalte bewahren
  • Die wirtschaftliche Nutzung orientiert sich an der Tragfähigkeit der Natur
  • Infrastrukturelle und andere Eingriffe des Menschen berücksichtigen die Empfindlichkeit und die Schutzbedürfnisse der Natur
  • Sensibilisieren der Gäste für den Wert des Gebietes
  • Extensiven Tourismus fördern
  • Abkehr von der einseitigen Förderung des Wintertourismus
  • Zusammenarbeit in der Region fördern und regionale Identität stärken

Zeitlicher und finanzieller Rahmen

Projektdauer: Juni 2001 bis Dezember 2005

Gesamtkosten: CHF 2'185'000.–

Auswirkungen des Projekts

...auf den Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaftsstruktur

Das Unesco-Label wird dazu beitragen, die Wirtschaft in der Region anzukurbeln. Dadurch entstehen für die Einheimischen neue Einkommensmöglichkeiten, und die Wertschöpfung wird gesteigert.

...auf die Umwelt

Damit die wirtschaftliche Entwicklung nicht zu Lasten der Natur und der Landschaft geht, will man Schutzgebiete ausscheiden und Massnahmen zur Besucherlenkung treffen. Extensive Tourismusformen sollen dazu beitragen, die Region attraktiver zu machen und neue Kundensegmente zu erschliessen. Ziel ist ein naturnaher, qualitativ hochstehender Tourismus.

...auf die Bevölkerung

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Sensibilisierung der einheimischen Bevölkerung für die Bedeutung des Gebietes. Damit nimmt die Bildung und Wissensvermittlung einen sehr wichtigen Stellenwert ein. Gegen aussen sollen die Gäste für die besonderen Anliegen des Gebirgsraumes und die aktuellen Probleme wie der Klimawandel sensibilisiert werden.

Modellcharakter des Projekts

Das Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist das erste von der Unesco anerkannte Weltnaturerbe in der Schweiz. Im Projekt haben sich 21 Gemeinden aus zwei Kantonen und fünf Regionen zusammengeschlossen, um die Vorgaben der Unesco zu erfüllen. Das Projekt ist aber auch Modell für eine Stadt-Land-Kooperation: Das Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn soll mit dem Weltkulturerbe Stadt Bern zu einem touristischen Dienstleistungspaket verbunden werden.

Projektleitung

Verein UNESCO Weltnaturerbe
Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn
Managementzentrum

Beat Ruppen
Kirchstrasse 1
3904 Naters
Tel.: 027 924 52 76
E-mail: info@weltnaturerbe.ch

und

Ulla Schupbach
Jungfraustrasse 38
3800 Interlaken
Tel.: 033 821 61 76
Fax.:033 821 08 67
E-mail: info@weltnaturerbe.ch

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Bild: regiosuisse.

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