Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Veloferienland Thurgau (Regio-Plus-Projekt 1997 bis 2002)

«Veloferienland Thurgau» will den Kanton Thurgau als «Veloeldorado» auf dem Markt positionieren und insbesondere die touristische Nachfrage im Hinterland des Bodensees beleben. Ein zusammenhängendes, einheitlich signalisiertes Radwanderwegnetz von 722 Kilometern Länge auf einer Fläche von rund 1000 Quadratkilometern verbindet die einzelnen Tourismusregionen. Das Netz besteht aus nationalen, kantonalen und regionalen Velorouten. Der Radwanderweg wird als Bestandteil eines touristischen Gesamtangebotes mit Produkten und Dienstleistungen aus den verschiendensten Branchen (Landwirtschaft, Gastgewerbe, Kultur etc.) einheitlich vermarktet. Eine Buchungszentrale und ein Gepäckservice ergänzen das Angebot.

Trägerschaft

Thurgau Tourismus, Tiefbauamt des Kantons Thurgau sowie Regionalplanungsgruppen Oberthurgau, Weinfelden, Frauenfeld, Kreuzlingen, Untersee, Diessenhofen und Wil/Hinterthurgau.

Beteiligte Branchen

  • Tourismus
  • Gastgewerbe
  • Detailhandel
  • Landwirtschaft
  • Transportunternehmen
  • Kultur

Gründe für das Projekt

Zwischen 1990 und 1996 nahm die Zahl der Logiernächte im Kanton Thurgau von 418'000 auf 321'000 ab. Gleichzeitig verschwanden 30 Hotels und 150 Betten aus der eidgenössischen Tourismusstatistik. Der Tourismus konzentriert sich heute vor allem auf die Gemeinden entlang von Bodensee und Untersee. Mit seiner grösstenteils flachen Topografie verfügt der Kanton Thurgau über beste Voraussetzungen für das Radwandern in einer reizvollen Landschaft.

Nach Einschätzung von Tourismusfachleuten zählt der Velotourismus zu den Wachstumsmärkten. Mit der von Schweiz Tourismus gleichzeitig lancierten Kampagne sollen Synergien genutzt werden.

Projektziele

  • Touristische Entwicklung in einer ländlich geprägten, eher unbekannten Region fördern
  • Touristische Infrastruktur (insbesondere in der Vor- und Nachsaison) besser auslasten, erweitern und ergänzen
  • Arbeitsplätze im Gastgewerbe und in anderen touristischen Bereichen (Museen, Schifffahrt etc.) sowie bei den Zulieferern (Landwirtschaft, grafisches Gewerbe, Detailhandel etc.) sichern und neue schaffen
  • Zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten in der Landwirtschaft schaffen
  • Touristisches Angebot des Kantons Thurgau bekannter machen

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Bis Ende 1997:

  • Radwanderwegnetz planen und koordinieren 

Bis Mai 1998:

  • Signalisation projektieren
  • Signalisation im Feld
  • Radwanderführer herausgeben
  • Kommunikation und Marketing in den Zielmärkten Schweiz und Süddeutschland (1. Priorität) sowie deutschsprachiges Europa und Benelux-Staaten (2. Priorität)

Mai 1998:

  • Radwanderweg eröffnen

Ab 1999:

  • Gepäckservice aufbauen
  • Buchungszentrale einrichten
  • Radwanderführer regelmässig überarbeiten
  • Angebot erweitern

Für die gesamte Realisierungsphase wird mit einer Projektdauer von zirka fünf Jahren gerechnet.

Finanzieller Rahmen

Gesamtkosten: CHF 1'149'000.--

Auswirkungen des Projekts...

... auf den Arbeitsmarkt

Das Projekt trägt dazu bei, Arbeitsplätze im Tourismus und in den touristischen Zulieferbetrieben zu sichern bzw. den Abbau zu bremsen. Für landwirtschaftliche Betriebe sind dauerhafte zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und Zusatzeinkünfte zu erwarten. Qualifizierte Arbeitsplätze entstehen voraussichtlich in den Bereichen Buchungszentrale, Kommunikation/Marketing und Gepäckservice. Mittel- bis längerfristig sollten vor allem im Gastgewerbe neue (Teilzeit-)Arbeitsplätze geschaffen werden.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Im schweizerischen Vergleich ist die Landwirtschaft im Kanton Thurgau über- und der Dienstleistungssektor eher unterdurchschnnittlich vertreten. Das Projekt wirkt sich in beiden Bereichen positiv aus: Arbeitsplätze im Tourismus und Detailhandel stärken den Dienstleistungsbereich und dämpfen die negativen Auswirkungen des Strukturwandels auf die Landwirtschaft.

... auf die Umwelt

Ziel von ist es, einen sanften, umweltverträglichen Tourismus zu fördern. Sowohl Tages- als auch Feriengäste sollen wenn möglich mit der Bahn anreisen.

Modellcharakter des Projekts

Das Projekt bietet die Chance, mit einem geeigneten touristischen Angebot eine grösstenteils unversehrte Landschaft ökologisch zu vermarkten und gleichzeitig den ländlichen Raum zu entwickeln.

Das Projekt ist ganzheitlich angelegt und bietet mit seiner Trägerschaft einen neuen Ansatz für künftige Kooperationsformen.

Projektleitung

Werner Müller
Leiter Oeffentlicher Verkehr / Tourismus Kanton Thurgau
Postfach
8510 Frauenfeld
Tel. +41 52 724 24 25
Fax: +41 52 724 22 27
E-mail: werner.mueller@kttg.ch

Stand des Projekts, Januar 2000

1999 konzentrierte sich die Projektleitung auf die Information nach innen (Herausgabe des Magazins «Veloglogge inside») und auf die Vermarktung des Veloferienlandes Thurgau an Messen, in Inseraten und PR-Artikeln.

2000 startet Thurgau Tourismus zusammen mit seinen Partnern eine Marketing-Offensive mit den folgenden Massnahmen:

  • Neuauflage des Routenführers «Velowandern im Thurgau» (Auflage 50'000 Ex.)
  • Erstmalige Herausgabe des Magazins «Veloglogge» (Auflage 50'000 Ex.)
  • Um sich von den anderen Veloregionen abzuheben, wird in den Monaten Juni bis September ein Gepäck-Taxi eingesetzt
  • Inseratekampagne, PR-Offensive, Messebeteiligungen und Internetauftritt
  • Zweimalige Herausgabe der «Veloglogge inside»

Aus dem Schlussbericht

Die Förderung durch Regio Plus hat wesentlich dazu beigetragen, die Projektziele vollumfänglich zu erreichen. Aber auch die Unterstützung durch Partner wie Kanton, Gemeinden, Regionalplanungsgruppen und zahlreiche Leistungsträger haben es ermöglicht, das Projekt in dieser Grössenordnung erfolgreich zu realisieren. Der Kanton Thurgau verfügt nun über ein bestens ausgebautes, über 900 Kilometer langes Radwegnetz. Von der Förderung des Velotourismus profitieren nicht nur Gäste, sondern auch Einheimische. Dank dem Projekt ist es gelungen, den Kanton Thurgau vor allem in der Deutschschweiz und im benachbarten Ausland als Velo-Ferienland zu profilieren.

Zwischen 1998 und 2001 konnte die Thurgauer Tourismuswirtschaft die Zahl der Logiernächte um rund 50 000 steigern. Der Velotourismus dürfte einen wesentlichen Anteil an dieser Steigerung haben. Verschiedenste Partner aus dem privaten und öffentlichen Sektor haben dazu beigetragen, das touristische Angebot − insbesondere im Bereich Agrotourismus − in den ländlichen Gebieten auszubauen.

Zurück zur Übersicht

Bild: regiosuisse.

JETZT ANMELDEN: Nationaler formation-regiosuisse-Einstiegskurs zur NRP, zu Interreg und deren Schnittstellen zu anderen Förderprogrammen

Am 9. Juni findet erneut der beliebte formation-regiosuisse-Einstiegskurs für Personen statt, die sich neu mit den Themen «NRP», «Interreg» und Schnittstellen zu anderen Förderprogrammen befassen.
Bild: regiosuisse.

Nutzen Sie das NRP-Logo für Ihre Kommunikation!

Damit die NRP und die von ihr unterstützten Projekte in der Öffentlichkeit sichtbarer werden, hat das SECO ein NRP-Logo entwickelt. Dieses soll die Kommunikation des Bundes erleichtern, kann aber auch von Kantonen, Regionen, Projektträgern und weiteren Interessierten in der Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.
Artikel teilen