Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Virtuelle St@dt Thal-Gäu-Oberaargau (Regio-Plus-Projekt 2000 bis 2005)

In der «Virtuellen St@dt Thal-Gäu-Oberaargau» haben sich drei Teilregionen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen: der bernische Oberaargau sowie die solothurnischen Bezirke Thal und Gäu. Die Gemeinden Balsthal, Langenthal, Niederbipp und Oensingen bilden die Zentren des Netzwerkes. Am Projekt beteiligt sind aber nicht nur Gemeinden und Regionen, sondern auch verschiedene Wirtschaftsverbände, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen, die im September 2000 eine Genossenschaft mit inzwischen 45 Mitgliedern gegründet haben.

Trägerschaft

Genossenschaft Virtuelle St@dt Thal-Gäu-Oberaargau, Balsthal

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Regionen
  • Gemeinden
  • Wirtschaftsverbände
  • Transportunternehmen
  • Bildung
  • Unternehmen verschiedenster Wirtschaftszweige
  • Kulturelle Institutionen

Kurzbeschrieb des Projekts

Die Virtuelle St@dt ist keine Stadt aus Stein, sondern ein Netzwerk, das auf modernster Kommunikationstechnologie basiert. Für das Einzugsgebiet von rund 100'000 Einwohnern ist das Internet als Kommunikationsplattform und administratives Instrument von grosser Bedeutung. Dennoch ist die Virtuelle St@dt im realen Raum verankert: Gefragt sind schliesslich Lösungen für reale Probleme. Die Virtuelle St@dt nimmt eine Drehscheiben- und Schaltfunktion wahr. Sie dient der Koordination und Begleitung verschiedener Projekte in den Bereichen Verkehr, Standortmarketing, Wirtschaft, Politik, Kommunikation sowie Freizeit und Kultur. So setzt sie sich beispielsweise für die Aufwertung der Nord-Süd-Achse zwischen Oberaargau, Gäu und Thal ein; sie macht sich in der Bildungspolitik stark und eröffnet virtuelle sowie reale Stammtische für die Bevölkerung mit Vertretern der wichtigsten kulturellen Institutionen in der Region. Virtuell ist die Stadt insofern, als ihr Einzugsgebiet nicht strikt abgegrenzt ist, sondern von Projekt zu Projekt anders definiert sein kann.

Gründe für das Projekt

Die drei Teilregionen  bernischer Oberaargau, Thal und Gäu  bilden eine Art Schicksalsgemeinschaft. Obwohl im Zentrum der Schweiz gelegen und verkehrsmässig optimal erschlossen, befinden sie sich gegenüber den jeweiligen kantonalen Entscheidungszentren und Agglomerationen etwas im Abseits. Daraus ergeben sich gemeinsame Probleme. Es drängt sich deshalb geradezu auf, über die Kantonsgrenze BernSolothurn hinweg zusammenzuarbeiten und innovative Lösungsansätze zu suchen. Umso mehr, als den drei Teilregionen mit ihrer hohen wirtschaftlichen Standortgunst sowie ihrer Wohn- und Erholungsqualität ein grosses Entwicklungspotenzial attestiert wird.

Projektziele

Mit der Virtuellen St@dt soll die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Raum ThalGäuOberaargau mit massgeschneiderten Projekten gefördert werden. Konkret heisst dies: 1.) Die kleinräumigen Strukturen sollen überwunden und Kräfte gebündelt werden, damit die drei Teilregionen im Wettbewerb der Standorte insgesamt besser positioniert sind. 2.) Für die Realisierung der verschiedenen Projekte werden neuartige, grenzüberschreitende Partnerschaften angestrebt. 3.) Synergien sollen genutzt und das Verfahren für gemeinsame Problemlösungen optimiert werden.

Projektdauer und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: 5 Jahre ab 1. September 2000

Gesamtkosten: CHf 900'000.–

Für Regio Plus anrechenbar*: CHF 801'000.– (= 89% der Gesamtkosten)

* Nur der bernische Oberaargau und das Thal fallen in den Geltungsbereich von Regio Plus. Der solothurnische Bezirk Gäu hingegen ist als Teil der Region OltenGösgenGäu Regio Plus nicht unterstellt.

Auswirkungen des Projekts...

... auf den Arbeitsmarkt

Durch die Virtuelle St@dt wird der Wirtschaftsraum ThalGäuOberaargau gestärkt. Die vorgesehenen Projekte sind darauf angelegt, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft entscheidend zu verbessern. Dank des Netzwerkes eröffnen sich den regionalen Unternehmen neue Absatzgebiete und damit auch neue Arbeitsmarktpotenziale.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Die Virtuelle St@dt wirkt sich positiv auf die regionale Wirtschaftsstruktur aus. Dank der gesamtheitlichen Optik können alle Wirtschaftszweige der drei Teilregionen profitieren.

... auf die Umwelt

Die Projekte der Virtuellen St@dt sollen wirtschafts-, sozial- und umweltverträglich sein. Vor diesem Hintergrund bildet die Verbesserung der Umweltqualität ein zentrales Anliegen.

Modellcharakter des Projekts

Dank dem Netzwerk lassen sich verschiedene Kleinzentren zu einem grösseren Zentrum zusammenfassen. Die positiven Merkmale einer Stadt wie die räumliche Nähe, die gute Infrastruktur und das reiche Kulturangebot werden gewissermassen auf den ländlichen Raum übertragen, ohne dass es zu den negativen Konsequenzen kommt, die sonst mit einer Ballung verbunden sind. Innovativ sind in erster Linie die Umsetzung des Netzwerkgedankens und der Einbezug der Bewohnerinnen und Bewohner mit Hilfe von Bürgerscheinen und virtuellen sowie realen Stammtischen. Ohne die bewährten Strukturen zu gefährden, werden in der ersten «real existierenden» Virtuellen St@dt der Schweiz neue Formen der Zusammenarbeit erprobt und politische, kulturelle, konfessionelle und nicht zuletzt auch mentale Barrieren überwunden. Der Netzwerkgedanke ist nicht nur Theorie  er wird aktiv gelebt.

Co-Projektleitung

Verein Region Thal
Martin Stokar
Tiergartenweg 1
Postfach 255
4710 Balsthal
Tel: +41 62 386 12 30
Fax: +41 62 386 12 13
E-mail: region.thal@datacomm.ch

Region Oberaargau
Markus Ischi
St. Urbanstrasse 4
Postfach 468
4900 Langenthal
Tel: +41 62 922 77 21
Fax: +41 62 923 06 58
E-mail:region@oberaargau.ch

Aus dem Schlussbericht

Die im Rahmen des Projekts entstandene Genossenschaft institutionalisierte erstmals die Zusammenarbeit der drei Teilregionen Thal, Gäu und Oberaargau. Vertreter aus Wirtschaft, Kultur, Ausbildung, Verwaltung und Politik beteiligen sich heute am kantonsübergreifenden Netzwerk, um regionale Projekte gemeinsam in Angriff zu nehmen.

Zu den Erfolgen der «virtuellen Stadt» gehört das in enger Zusammenarbeit mit «Energie Schweiz» entwickelte Motivationssystem und Konzept für Gemeinden, die sich auf lange Sicht um das Label Energiestadt bemühen. Das Verfahren ist bereits von anderen Regionen übernommen worden. Im Einzugsgebiet des Projekts haben die Gemeinden Oensingen und Balsthal mit der konkreten Umsetzung der Arbeiten für das Label begonnen.

Die Projektakteure unterstützen die regionale Bahn AareSeelandMobil (ASM) und kämpfen für die Verlängerung der Linie bis nach Oensingen.
Die gestarteten Projekte werden von der Genossenschaft auch nach Abschluss der von Regio Plus unterstützten Arbeiten fortgeführt.

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Bild: regiosuisse.

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