Werkzeitraum (Regio-Plus-Projekt 2006 bis 2009)

Die Verantwortlichen des Regio-Plus-Projekts Werkzeitraum setzen auf fast vergessene Stärken der ländlichen Wirtschaft: Sie entwickeln auf Handarbeit basierende Produkte und bauen eine neue Ausbildung für traditionelle Handwerksberufe auf. Werkzeitraum eröffnet Handwerksbetrieben neue Absatzmöglichkeiten und sichert so Arbeitsplätze in ländlichen Regionen. Mit der Lancierung einer neuen Ausbildung für Handwerksberufe wollen die Beteiligten die Struktur der ländlichen Wirtschaft stärken.

Trägerschaft

Trägerverein Schweizerisches Kompetenzzentrum für historisches Handwerk

Im Zuge der immer ausgeprägteren Massenproduktion sind seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche traditionelle Handwerksberufe in Vergessenheit geraten. Die Folgen davon spüren insbesondere strukturschwache Randregionen. Schmiedebetriebe, Schuhmacher und Schneider verschwinden zusehends von der Bildfläche. Damit gehen nicht nur wichtige gesellschaftliche Angebote verloren, sondern lokale Wirtschaftsräume verlieren ihre Umsätze zusehends an günstigere Produktionsstandorte im Ausland. Im Rahmen des Regio-Plus-Projekts Werkzeitraum suchen die Partner nach alternativen Wirtschaftsmodellen: Mit einer Aufwertung traditioneller Handwerksberufe engagieren sie sich für den Erhalt von Wertschöpfung in ländlichen Gebieten.

Beteiligte Branchen

Tourismus, Gewerbe, Handel, Wissenschaft, Bildung

Neue Produkte

Ein Schwerpunkt des Projekts bildet die Entwicklung neuer, auf Handwerksarbeit basierender Produkte. Ein Beispiel dafür sind aus Handarbeit hergestellte Computergehäuse: Moderne Designerhüllen sollen die allgegenwärtigen grauen Computertürme ersetzen. «Zurzeit arbeiten wir an der Umsetzung des Prototyps», sagt Projektleiter Simon Meyer. In Laufe des Projekts wollen die Mitarbeitenden weitere Produkte realisieren. Interessierte sollen zudem ihr Wunsch-Computerdesign unter Anleitung von Experten selber umsetzen können.

Ausbildung für Handwerksberufe

Ein weiteres Teilprojekt von Werkzeitraum ist die Entwicklung einer neuen Ausbildung für handwerkliche Berufe. Mangels Nachfrage hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie in den vergangenen Jahren zahlreiche traditionelle Ausbildungen aus seinem Angebot gestrichen. Mit einem neuen Konzept wollen die Projektakteure die bedrohten Berufe erhalten. «Handwerksbetriebe werden als weniger stark und als weniger wichtig wahrgenommen als die Grosskonzerne», erklärt Meyer, «für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region spielen sie jedoch meist die wichtigere Rolle.»

Forschung  und Analyse

Um traditionelles Handwerkswissen auch für künftige Lehrlinge zugänglich zu machen, sammeln und analysieren die Mitarbeitenden von Werkzeitraum historisches Material zu unterschiedlichen Berufen. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Landesmuseum und dem Archäologischen Institut der Universität Zürich und anderen Partnern im In- und Ausland wird zudem eine Werkzeugdatenbank erstellt. Im Vordergrund steht dabei weniger das heimatschützerische Bewahren alter Traditionen als vielmehr die wirtschaftliche Nutzbarkeit alten Wissens.

Projektdauer

2006 bis 2009

Projektierte Gesamtkosten

CHF 912'000.–

Kontakt

Werkzeitraum
Schweizerisches Kompetenzzentrum
für historisches Handwerk
Simon Meyer
Kapuzinerweg 5
6170 Schüpfheim
T+ 41 41 485 00 44
simon.meyer@werkzeitraum.ch

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Bild: regiosuisse.

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