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Rohrkolben und Lehmbau

Die vielseitigen Qualitäten des im Volksmund auch Kanonenputzer genannten Rohrkolbens sind heute kaum noch bekannt. Während Jahrhunderten wurde die Pflanze jedoch für die unterschiedlichsten Zwecke verarbeitet: Zum Beispiel zur Isolierung und Beheizung von Gebäuden oder sogar als Anreicherung von Nahrungsmitteln. Die Initianten des Regio-Plus-Projekts Rohrkolben wollen die Eigenschaften des natürlichen Materials systematisch untersuchen und daraus marktfähige Angebote entwickeln. Gelingt den umweltfreundlichen Produkten der Durchbruch, könnten gleichzeitig mehrere Branchen profitieren: Die Projektpartner rechnen mit positiven Auswirkungen im Energiesektor und in der Landwirtschaft. Neue wirtschaftliche Möglichkeiten erhoffen sie sich aber auch für soziale Institutionen sowie Planungs- und Baufirmen.

Pilotprodukte

Auf einem Testfeld prüfen die Projektakteure die Bedingungen für den langjährigen Anbau der Pflanze. In einer nächsten Etappe entwickeln die Partner Pilotprodukte wie Dämmstoffe, Isolierplatten, Lehmputz oder Rohrkolbenballen für den Bau. Ein weiteres Untersuchungsfeld ist die Verwertung des Rohrkolbens als Heizmittel. Gleich in mehreren Branchen sollen dadurch neue Arbeitsplätze entstehen.

Arbeitsplätze

Die Projektpartner planen rund um die Verarbeitung des Rohrkolbens die Koordination mehrerer regionaler Umsetzungsprojekte mit einem Gesamtumsatz von 10 Mio. Franken. Dabei sollen bis zu 100 Personen eine Beschäftigung finden. Setzt sich der landwirtschaftliche Anbau von Rohrkolben grossflächig durch, entstehen dadurch neue Tätigkeitsfelder in der Landwirtschaft und in zahlreichen weiteren Branchen.

Vorläufer Projekt «Siedlungswasserwirtschaft»

Wie vielfältig die Qualitäten des Rohrkolbens sind, hat bereits das ebenfalls von Regio Plus unterstützte Projekt «Siedlungswasserwirtschaft» deutlich gemacht. Dabei erprobten die Beteiligten in Geuensee die Kombination der Rohrkolbenproduktion mit Regenwasser oder Hochwasser- Auffangsystemen. Diese multifunktionalen Systeme sind gleichzeitig Hochwasserschutz und Wasserrückhaltebecken. Nährstoffe des eingeleiteten Oberflächen- und Mischwassers werden durch das Selbstreinigungspotenzial des Retentionsbeckens zurückgehalten und teilweise bakteriologisch abgebaut beziehungsweise von den Pflanzen aufgenommen.

ext_project.parties

  • Gewerbe
  • Handel
  • Landwirtschaft
  • Naturschutz
  • Engineering
ext_project.provinces
Lucerne
ext_project.measures
Agrarwirtschaft
Weitere Themen
ext_project.programme
Regio Plus
ext_project.duration
01.01.2006 - 31.12.2009
ext_project.costs
CHF480,000.–
ext_project.contactData
Kulturland 21 GmbH, c/o seecon GmbH
Johannes Heeb
Bahnhofstrasse 2
6110 Wolhusen
Switzerland
Lucerne
+41 41 490 46 88
johannes.heeb@seecon.ch
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