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Biogasanlage Kägiswil

Aus der ursprünglichen Idee einiger Landwirte von Kägiswil, aus Hofdünger Strom zu produzieren, hat sich ein Projekt mit regionaler Bedeutung entwickelt. Aus Hofdünger, Grüngut und Gastroabfällen soll mit einer Biogasanlage Strom produziert werden. Die Gärreste werden zu hochwertigen Produkten weiterverarbeitet. Trägerschaft dieses Projekts sind acht Landwirte aus Kägiswil, die im Mai 2009 die Naturaenergie AG gegründet haben. Um die lokalen Energieträger optimal zu nutzen, wird eine Biogasanlage mit nachgelagertem Kompostierwerk auf einer Baurechtsparzelle der Korporation Freiteil erstellt. Mehrere Kägiswiler Landwirte werden ihre Gülle über ein Bodenleitungssystem in die Anlage leiten. Zusammen mit vergärbaren Grüngut‐ und Gastroabfällen wird die Gülle während rund 30–60 Tagen in der Biogasanlage vergärt und anschliessend mit einem Separator ausgepresst. Die Dünngülle wird über die Landwirtschaft verwertet und das feste Substrat im Kompostierwerk nachbearbeitet. Das produzierte Gas wird gespeichert und anschliessend im Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird ins Netz des Elektrizitätswerks Obwalden eingespeist. Bei optimaler Auslastung produziert die Anlage jährlich über 1 Mio. kWh Naturstrom. Dies reicht aus, um jährlich 220 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen. Mit der anfallenden Wärme vom Blockheizkraftwerk werden die Geflügelställe und das Wohnhaus des nahen Betriebs Sonnenhof beheizt. Die Erschliessung von weiteren Wärmebezügern wird nach Inbetriebnahme der Anlage geprüft. Das Grüngut wird von Obwaldner Gemeinden und Gartenbaubetrieben angeliefert und durch die Naturaenergie AG sortiert. Die groben Holzanteile werden zu Hackschnitzeln verarbeitet und können so vom Wärmeverbund Kägiswil als Brennstoff genutzt werden. Rasenschnitt und Laub wird dem Biogasprozess zugefügt. Der Strauchschnitt gelangt durch den Schredder direkt in den Kompostierprozess und wird mit den fertig vergärten Anteilen aus dem Biogasprozess im Kompostierwerk zu wertvoller Komposterde verrottet. Die Komposterde gelangt über den Gartenbau und die Landwirtschaft wieder zurück in den natürlichen Kreislauf der Natur. Die Biogasanlage wird die Energieträger aus der Region nutzen, drei bis vier Arbeitsplätze schaffen und damit einen wichtigen Baustein in der regionalen Wertschöpfungskette darstellen. Für die Gemeinden bringt die Biogasanlage einfachere Abläufe und kürzere Wege bei der Entsorgung des Grünguts. Durch die regionale Verwertung der Substrate zu Biogas und Kompost wird der CO2‐Ausstoss in die Atmosphäre jährlich um rund 800 Tonnen reduziert. Durch die Vergärung des Hofdüngers reduziert sich die Geruchsbelastung stark. Dank des Bodenleitungssystems kann die Gülle mit wenig Strassentransport auf den Feldern ausgebracht werden. Per Saldo entsteht somit eine Anlage, die nicht nur Energie produziert, sondern auch Energie einspart.

ext_project.provinces
Obwalden
ext_project.measures
Economical potential of the energy sector
ext_project.programme
NRP
ext_project.duration
01.10.2010 - 31.05.2011
ext_project.financialInstrument
afp_cantonal
ext_project.costs
CHF34,000.–
ext_project.contactData
Volkswirtschaftsdepartement Obwalden
Federico Manfriani
St. Antonistrasse 4, Postfach 1264
6061 Sarnen
Switzerland
Obwalden
+41 41 666 63 18
federico.manfriani@ow.ch
NRP
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