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Comunis

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Wie andernorts besteht auch im Alpenraum kommunale Gewerbe- und Industrieentwicklung oft allein darin, kurzfristig auf einzelne Anfragen zu reagieren. Zudem erkennen oder nutzen nur wenige Gemeinden die Möglichkeiten und Synergien, die kooperative Lösungen bieten können. In der Regel fehlen also gemeindeübergreifende und strategische Ansätze, die auf eine nachhaltige Ressourcennutzung (z.B. angesichts Flächenknappheit) setzen und auf regionalen und kommunalen Potenzialen aufbauen. Dabei ist eine strategische Entwicklung von Gewerbe und Industrie gerade in ländlichen und alpinen Gemeinden, in denen überwiegend kleine und mittlere Unternehmen angesiedelt sind, für die Erhaltung von Arbeitsplätzen von entscheidender Bedeutung.

Es ist Ziel von COMUNIS, Richtlinien für die strategische Steuerung einer gemeindeübergreifend angelegten, Gewerbe- und Industriestandortentwicklung zu erarbeiten. Konzipiert werden sollen Strategien für:

  • ein interkommunales Flächenmanagement, das die vorhandenen Flächenpotenziale effizient nutzt, vor allem auf ein «Recycling» brachliegender räumlicher Ressourcen (z.B. Industriebrachen, ehemalige Militärareale, verlassene Gebäude usw.) setzt und neue Landerschliessungen nach Möglichkeit vermeidet;
  • die Förderung und Kommunikation des gemeinsamen, interkommunalen Standorts;
  • eine zielorientierte abgestimmte Wirtschaftsförderung, z.B. durch individuelle Unternehmensförderung, durch Hilfestellungen bei Unternehmensgründung und -nachfolge, durch Beratung zu administrativen Abläufen und Begleitung bei der Wahl des richtigen Unternehmensstandorts, oder z. B. durch spezielle Massnahmen zur Abstimmung von Ressourcen und Energiekreisläufen.

Ergebnis des Projekts werden die Etablierung eines transnationalen Wissensmanagements und die Einrichtung nachhaltiger Managementstrukturen für die Gewerbe- und Industriestandortentwicklung in ausgewählten Pilotregionen sein.

PILOTREGIONEN

Das Projekt wird in acht Pilotregionen (siehe Karte) durchgeführt, in denen unterschiedliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf rechtliche Grundlagen für interkommunale Kooperation und Flächenmanagement herrschen. Mit COMUNIS soll die interkommunale bzw. intraterritoriale Kooperation und die gewerbliche und industrielle Standortentwicklung in diesen Pilotregionen auf den Weg gebracht werden. In mindestens drei der acht Regionen soll eine verbindliche Ebene der Zusammenarbeit erreicht werden, etwa ein abgestimmter Mechanismus zur Aufteilung von Kosten und Erträgen oder eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung. Einige der Pilotregionen werden für ihre Initiativen im Bereich der interkommunalen Gewerbe- und Industriestandortentwicklung regional-, landes- und sogar alpenweit bekannt sein und als Best-Practice-Beispiel gelten.

Analyse der Pilotregionen

Die Projektpartner haben die Pilotgebiete nach der Methode der Balanced Scorecard (BSC) analysiert, um die Rahmenbedingungen für die interkommunale Gewerbe- und Industriestandortentwicklung miteinander zu vergleichen. Die Methode wurde den Anforderungen von COMUNIS angepasst. Mittels der BSC haben die Projektpartner folgendes analysiert:

  • das interkommunale Standortprofil,
  • den aktuellen Stand der interkommunalen Kooperation und die Erwartungshaltung gegenüber deren zukünftiger Weiterentwicklung,
  • die vorhandenen Flächenpotenziale sowie bestehende rechtliche, planerische und sonstige Voraussetzungen zur interkommunalen Steuerung von Betriebsansiedlungen (Flächenmanagement). Die Ergebnisse der BSC wurden anschliessend in einer SWOT-Analyse evaluiert. Dadurch erarbeiteten sich die Projektpartner die Grundlage für gemeindeübergreifende Ansätze, um Schwierigkeiten und Hemmnisse für die Entwicklung ihres Standorts zu überwinden

Übersicht über bestehende Strategien und Instrumente

Die Projektpartner sammelten und analysierten Best-Practice-Beispiele für interkommunale Gewerbe- und Industriestandortentwicklung aus den Pilotregionen und darüber hinaus. Dadurch erhielten sie einen Einblick in bestehende organisatorische und strukturelle Lösungen in diesem Handlungsfeld.

Erarbeitung einer gemeinsam abgestimmten Strategie

Ausgehend von diesen individuellen Komponenten stellten die Partner strategische Ansätze mit verschiedenen Schwerpunkten zusammen:

  • Flächennutzungsmanagement: Interkommunaler Gewerbepark, Gewerbeflächenpolitik, umfassende Stadtentwicklung;
  • Promotion & Kommunikation: Gewerbeflächenmarketing, Standortmarketing;
  • Unternehmensentwicklung: Allgemeine Wirtschaftsförderung, Individuelle Unternehmensberatung, Industrial Ecology.

Erprobung in den Pilotregionen

Gegenwärtig testen die Projektpartner in den Pilotregionen verschiedene strategische Ansätze, die entsprechend der jeweiligen regionalen Situation gewählt wurden. Einige Regionen konnten den in dieser Projektphase begonnenen gemeinsamen Prozess noch nicht abschliessen, sodass es notwendig sein wird, die Entwicklungsarbeit nach Projektende fortzusetzen. In anderen Pilotregionen ist dagegen schon während des Projekts die Einrichtung von Managementstrukturen gelungen, welche die interkommunale Gewerbe- und Industriestandortentwicklung langfristig steuern werden. Die unterschiedlichen Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung der Strategien werden in die Richtlinien einfliessen.

ext_project.provinces
Valais
ext_project.measures
Industry systems with high added value oriented to export
ext_project.programme
NRP - INTERREG/ETZ
ext_project.duration
01.07.2009 - 30.06.2012
ext_project.contactData

Nathalie Stumm
TechnoArk 3
3960 Sierre

nathalie.stumm@hevs.ch

Die strategischen Ziele und Schwerpunkte bei der Umsetzung der NRP variieren je nach Kanton und Region und sind entscheidend dafür, ob ein Projekt durch NRP-Fördermittel unterstützt werden kann.
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