ImpulsCenter Brig-Glis (Regio-Plus-Projekt von 1999 bis 2002)

Das ImpulsCenter Brig-Glis soll den Oberwalliser Dienstleistungssektor stärken. Engagierte Mieter können Infrastrukturen und Dienstleistungen gemeinsam nutzen. Die Konzentration von Dienstleistungsanbietern am gleichen Ort unterstützt die formelle und informelle Kommunikation, vermindert Doppelspurigkeiten, macht Synergien nutzbar und fördert die projektbezogene Zusammenarbeit. Ein Centercoach ist für die Koordination verantwortlich. Dank Know-how-Transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation profitieren die einzelnen Akteure von grösseren Marktchancen. Dienstleistungsanbieter können sein: private Unternehmen, halböffentliche sowie öffentliche Institutionen. In einer späteren Phase will die Trägerschaft ein Dienstleistungsgründerzentrum realisieren, um Jungunternehmern den Markteintritt zu erleichtern.

Trägerschaft

Der Verein ImpulsCenter (ehemaliger Projektname: Dienstleistungscenter Brig-Glis) wurde am 22. November 2000 in Brig-Glis gegründet. Zur Trägerschaft gehören die Stadtgemeinde Brig-Glis, die Region Brig-Aletsch sowie regionale, kantonale und schweizerische Wirtschaftsvertreter und Fachkompetenzen mit Erfahrung im Aufbau und im Betrieb von Kompetenznetzwerken. Der Vorstand des Trägervereins setzt sich aus folgenden Personen zusammen: José Britsch-Elfring (Leiterin Projekte Swisscom), Claudia Chastonay (Stadträtin Brig-Glis), Marco Dini (Chef Dienststelle Industrie, Handel und Arbeit), Josef-A. Kuonen (Geschäftsleiter Region Brig-Aletsch), Christophe Meier (Leiter CCSO, Fribourg), Stefan Salzmann (Geschäftsführer ETG Salzmann AG), Anton Jaggy (selbständiger Projektleiter).

Beteiligte Branchen/Gruppen

  • Gemeinden
  • Alle im Dienstleistungssektor tätigen Firmen
  • Übrige in der Region angesiedelte Wirtschaftszweige

Kurzbeschrieb des Projekts

Der Verein ImpulsCenter soll den Oberwalliser Dienstleistungssektor prioritär in den Bereichen Marketing und NIKT (neue Informations- und Kommunikationstechnologien) stärken. Aufgrund einer repräsentativen Bedürfnisanalyse bei Oberwalliser Unternehmen wurden in diesen beiden Bereichen Marktpotenziale erkannt. Die operativen Tätigkeiten des Vereins ImpulsCenter werden je nach Kompetenzen und Kapazitäten von Mietern vor Ort wie auch von externen Partner­unternehmen ausgeführt. Einerseits unterstützt die Konzentration von Dienstleistungsanbietern vor Ort die formelle und informelle Kommunikation, vermindert Doppelspurigkeiten, macht Synergien nutzbar und fördert die projektbezogene Zusammenarbeit. Andererseits können bei Bedarf nicht im Haus ansässige Partnerunternehmen in Projekte einbezogen werden. Für die Mieter steht die qualitative Leistungsfähigkeit und die Bereitschaft im Vordergrund, im Verbund mit anderen Unternehmen gesamtheitliche Lösungen auf den Markt zu bringen. Ein Centercoach ist für die Koordination verantwortlich. Dank Know-how-Transfer, Erfahrungsaustausch und Kooperation profitieren die einzelnen Akteure von grösseren Marktchancen. Dienstleistungsanbieter können sein: private Unternehmen, halböffentliche sowie öffentliche Institutionen.

Gründe für das Projekt

Zu den grössten Problemen der Oberwalliser Wirtschaft gehören der Mangel an hoch quali­fizierten Arbeitsplätzen und die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. Brig-Glis und Naters bilden das Dienstleistungszentrum der Region. Im Zuge der Revision des Regionalentwick­lungskonzeptes II wurden verschiedene Mängel aufgedeckt. Um die Attraktivität als Wirtschafts­standort zu erhalten, gilt es vor allem die Qualität und das Angebot der Dienst­leistungen zu verbessern. Davon erhofft man sich letztlich positive Auswirkungen auf die ge­samte Wirt­schaft, insbesondere jedoch auf die Exporte.

Projektziele

  • Stärkung des Dienstleistungssektors und Steigerung der Qualität und des Dienstleitungsangebots im gesamten Wirtschaftsraum
  • Aufbau und Förderung von nationalen und internationalen Netzwerken zwischen Dienstleistungsanbietern
  • Vernetzung der Akteure in den Zentren; Förderung von Kooperationen; Bereitschaft im Verbund mit anderen Unternehmen gesamtheitliche Lösungen auf den Markt zu bringen
  • Bearbeitung neuer Märkte und Nischen
  • Nutzung gemeinsamer Infrastruktur und Dienstleistungen
  • Steigerung des Exportes
  • Schaffung und Erhaltung von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen

Vorgehen und zeitlicher Rahmen

Projektdauer: Mai 1999 bis Juni 2002; danach soll der Verein ImpulsCenter selbsttragend sein.

Bis Ende 1999:

  • Repräsentative Bedürfnisumfrage, Auswertung
  • Sicherstellung der Finanzierung

Bis Dezember 2000:

  • Festlegung der Grobstrategie
  • Bildung der Trägerschaft
  • Gründung des Vereins ImpulsCenter

Bis Mitte 2001:

  • Akquisition von Pilotprojekten im Bereich Marketing
  • Festlegung der Aufgaben und Kompetenzen von internen und externen Projektpartnern
  • Auswahl von internen und externen Projektpartnern
  • Bestimmung Center Coach
  • Realisierung der Infrastruktur
  • Festlegung von Rahmenbedingungen

Bis Ende 2001:

  • Integration von fünf bis acht Mietern
  • Aufnahme der operativen Tätigkeit; Zusammenarbeit mit externen Partnerunternehmen
  • Start zur Realisierung der Pilotprojekte
  • Aufbau und Nutzung der centerinternen Infrastruktur (Sekretariat, Telefon, Empfang...)
  • Sicherstellung Zusatzfinanzierung für Immobilienkosten

Bis Mitte 2002:

  • Festlegung der Detailstrategie: Unternehmensleitbild, -strategie und -politik sowie Produkt- und Marktziele
  • Finanz- und Investitionsplanung, Einführung Controlling
  • Aktive Bewerbung der Marke Verein ImpulsCenter; Public Relations
  • Akquisition von weiteren Mietern und externen Partnerunternehmen aufgrund der Erfahrungen aus den Pilotprojekten
  • Akquisition von Projekten
  • Aufbau eines Organisationssystems

Finanzieller Rahmen

Projektkosten: CHF 505’000.– (exkl. Kostenbeteiligung für Umbau CHF 120'000.–)

Auswirkungen des Projekts...

...auf den Arbeitsmarkt

Der Verein ImpulsCenter schafft neue Arbeitsplätze. Der Verein ImpulsCenter unterstützt die Neuansiedlung von Dienstleistungsanbietern. Der Verein ImpulsCenter erleichtert die Marktausweitung. Wer sich spezialisieren will, findet im Verein ImpulsCenter die entsprechenden Voraussetzungen.

...auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Der Verein ImpulsCenter stärkt die Oberwalliser Wirtschaft generell, insbesondere jedoch den Dienstleistungssektor. Qualitativ bessere Dienstleistungen wirken sich auf die gesamte Wirtschaft positiv aus. Davon wird vor allem der Export profitieren. Gleichzeitig wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert.

...auf die Umwelt

Einer der Vorteile des Verein ImpulsCenter ist das einheitliche Gebäude- und Facilitymanagement, das energetisch günstige Lösungen eher ermöglicht als bei einem einzelnen kleinen Dienstleistungsbetrieb. Auch ein Energie-Contracting kommt so eher zustande (kein Mieter-Vermieter-Dilemma). Die räumliche Konzentration und die Nähe zum öffentlichen Verkehr reduzieren das Verkehrsaufkommen.

Modellcharakter des Projekts

Das Projekt ist in dieser Form absolut neuartig. Durch die Kompetenzkonzentration und die projektbezogene Zusammenarbeit will die Trägerschaft den Erfahrungsaustausch und die Problem­lösungsfähigkeit fördern. Dies steigert die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Firmen und die Attraktivität des Verein ImpulsCenter. Die Vernetzung der Anbieter und die räumliche Nähe verhindern Dop­pelspurigkeiten und stiften Synergien. Das Resultat: mehr Effizienz. Die Akteure sollen aber auch über den Verein ImpulsCenter hinaus, branchenübergreifend, vernetzt werden.

Projektleitung

Roger Vouillamoz (Sekretär)
InnoConsult IC AG
Kantonsstrasse 73
3931 Visp-Eyholz
Tel. 027 945 13 20
Fax 027 945 13 24
E-mail: roger.vouillamoz@innoconsult.ch

José Britsch-Elfring (Präsidentin)
1907 Simplonpass
Tel. 027 979 16 54
Fax 027 979 16 55
E-mail: jose.britsch-elfring@switzerland.org

Verein ImpulsCenter
Überlandstrasse 12
Postfach 380
Tel. 027 922 78 00
Fax. 027 922 78 01
E-mail: info@impulscenter.ch

Stand des Projekts, August 2001

Gründung Verein ImpulsCenter

Der Verein ImpulsCenter wurde anlässlich der Gründerversammlung vom 22. November 2000 gegründet. Er wird von einer sechsköpfigen Trägerschaft (Vorstand) geführt. Der Vorstand ist für die strategische Ausrichtung des Vereins zuständig.

Dienstleister im Bereich Marketing und Informatik

Gemäss Umfrage vom Januar 2000 sind in der Oberwalliser Ökonomie prioritär die Abdeckung von Dienstleistungen in den Bereichen Marketing und Informatik ein Bedürf­nis. Für diese Bereiche konnten interessante Pilotprojekte akquiriert und potenzielle Dienstleister als Mieter sowie als externe Partnerunternehmen gefunden werden. Erste Pilotprojekte stehen kurz vor der Umsetzung.

Die Pilotprojekte wurden lanciert, um erste Markterfahrungen zu sammeln und Referenzen zu erhalten. Die anschliessende Projektevaluation wird zeigen, in welchen Bereichen allenfalls centerbetreffende strategische und operative Anpassu­gen vorgenommen werden müssen.

Finanzierung

Die Finanzierung des Projekts ist zu 90% gesichert. Für die Beteiligung an den Infrastruktur­anpassungen in Höhe von Fr. 120'000.- müssen zusätzliche Mittel gefunden werden.

Infrastruktur

Die Infrastruktur des Verein ImpulsCenter ist bezugsbereit.

Schlussbericht

Mit der Lancierung von Marketing-Pilotprojekten gelang es dem Projekt Impuls Center Brig den Wirtschaftsraum Oberwallis zu beleben. Eine in Auftrag gegebene Studie hat vorab im Bereich des strategischen Marketings im Oberwallis grosse Mängel ans Tageslicht gebracht. «Unternehmer und Handwerker sind oft so stark in ihre tägliche Arbeit vertieft, dass ihnen die Zeit und das Bewusstsein für konzeptionelles Denken fehlen», sagt Josef Anton Kuonen, der als Geschäftsleiter der Region Brig Aletsch die Studie leitete.

Im gemeinsamen Gespräch mit Unternehmern sei es gelungen, erste Pilotprojekte in Angriff zu nehmen. Fünf KMU haben unter der Beratung des Vereins Impuls Center den Schritt über die Kantonsgrenzen gewagt und Aktivitäten ausserhalb des Wallis aufgenommen.
Die von Regio Plus unterstützten Aufbauarbeiten werden nun selbsttragend weitergeführt. KMU können sich professionell beraten lassen. Interessierte besuchen ein vierstündiges, unverbindliches und kostenloses Seminar, bevor sie sich entscheiden, ob sie die Hilfe des Impulscenters in Anspruch nehmen wollen.
In Zukunft wird der Verein zusammen mit der im Bereich Beratung tätigen Firma iQU company AG zusammenarbeiten. Diese ist im Rahmen des von Regio Plus unterstützten Projekts «brain-tec, business & training-network» entstanden.

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Bild: regiosuisse.

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