Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

Museumsschiffe

Im Rahmen des Projekts soll die Zusammenarbeit der Museumsschiffe (MS Österreich und Hohentwiel) und die Vernetzung der Institutionen rund um den Bodensee, welche die technische und gesellschaftliche Blütezeit (20er-30er Jahre des letzten Jahrhunderts) der Region widerspiegeln, entwickelt bzw. ausgebaut werden. Die Museumsschiffe wirken identitätsstiftend, stellen ein Alleinstellungsmerkmal der Region dar und sind in der Lage, ein Bindeglied (logistisch und organisatorisch) zwischen den Kulturstätten und Traditionsunternehmen rund um den Bodensee zu sein. Gegenstand und erwartetes Ergebnis des Projekts ist die Restaurierung der MS Österreich, die Entwicklung einer Servicestruktur für die beiden Museumsschiffe sowie die Vernetzung mit den Anbietern regionalen Kulturgutes rund um den Bodensee. Die Bodenseeregion galt um die Jahrhundertwende bis 1940 als technologisches Innovationszentrum Europas. Namen und Unternehmen wie Zeppelin, Maybach, Dornier, ZF, Saurer usw. zeugen davon. Ausgehend von dieser Region verbreitete sich die Antriebs- und Luftfahrttechnik, wie auch die textile Fertigungstechnik und andere technologische Innovationen in die ganze Welt. Die Wurzeln des Innovations- und Gründergeistes aus den 1920er und 30er Jahren sind noch heute in gewisser Weise spürbar. Die Bodenseeschiffart hat und hatte eine zentrale Bedeutung für die kulturelle Entwicklung der Bodenseeregion inklusive der Einzugsgebiete des Rheins. Diese hatte auch Einfluss auf die Besiedelung, den Warenhandel bis ins 19. Jahrhundert und in weiterer Folge die Erholungs- und Tourismusentwicklung in dieser Region. Transportsegler und Dampfschlepper sind längst verschwunden, lediglich das letzte Dampfschiff, die Hohentwiel (1913), konnte 1990 durch einen enormen Einsatz privater Personen (aus der Schweiz, Deutschland und Österreich) gerettet werden. Bis heute ist die Hohentwiel das einzige, im Originalstil der 1920er Jahre betriebene Publikumsschiff am Bodensee und bildet im Sommer ein kulturelles Highlight. Die MS Österreich schließt direkt an die Zeit an und hat das Potential, das Angebot am Bodensee maßgeblich zu erweitern (Sommer wie Winter), - die Bodenseeschiffe sind ein „Spiegel der Blütezeit“ und eignen sich für eine lebendige Vermittlung. Mit dem Betrieb der Museumsschiffe soll ein Beitrag geleistet werden, um den Standort Bodensee aufzuwerten und die Besonderheiten des kulturellen Erbes (Innovationsgeist) hervorzuheben. Dies bedarf neuer Kooperationen und die Zusammenarbeit mit Institutionen rund um den Bodensee. Die Akteure des Projektes wollen mit der Inwertsetzung der Museumsschiffe aus der Blütezeit der 1920er und 30er Jahres dazu beitragen, dass dieses wertvolle Kulturgut des historischen „Innovationsstandorts Bodensee“ thematisiert und für die Standortentwicklung genutzt wird. Ein wichtiges Ziel ist auch die Sicherung eines tragfähigen (Zuschussfreien) Betriebes der Museumsschiffe am Bodensee.

Kanton
Aargau
Appenzell Innerrhoden
Appenzell Ausserrhoden
Graubünden
St. Gallen
Schaffhausen
Thurgau
Thema
Tourismus
Angebots- und Produktentwicklung
Programm
Interreg
Projektdauer
01.10.2017 - 30.09.2020
Finanzierungs- instrument
à fonds perdu
Projektkosten
CHF 69'600.-
Förderung Bund
CHF 27'840.-
Die strategischen Ziele und Schwerpunkte bei der Umsetzung der NRP variieren je nach Kanton und Region und sind entscheidend dafür, ob ein Projekt durch NRP-Fördermittel unterstützt werden kann.
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