Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

TRIDIAG - Neue Diagnostik-Tools in der Transplantationsmedizin

Transplantation ist heutzutage die beste klinische Lösung zur kurativen oder palliativen Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten. In der Knochenmarktransplantation ist die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvH: Graft-versus-Host) die Hauptkomplikation. Dabei erkennen die Immunzellen des Spenders die Zellen des Empfängers als fremde Zellen und greifen sie an. Die GvH-Reaktion reduziert die Lebenserwartung der Patienten erheblich. Im Bereich der Nierentransplantation bleibt die akute Abstossungsreaktion des Organs bis dato das Hauptproblem schlechthin.

Die sogenannten MIC Histokompatibilitätsgene könnten einen Teil der Pathogenese der GvH und der Abstossungsreaktion erklären. In einer unveröffentlichten Arbeit konnte die Beteiligung der MIC-Moleküle in der Entwicklung der GvH-Reaktion und der Abstossungsreaktion eines Organs bewiesen werden. Von diesen wissenschaftlichen Errungenschaften ausgehend besteht das Ziel des Projekts darin, MIC-basierende Diagnostik-Tools technologisch und klinisch zu validieren, um das Risiko von Komplikationen zu messen und damit die Belastung durch diese sehr ernste Erkrankungen bei Menschen zu lindern. Dazu werden zwei Tests entwickelt, einerseits um die Kompabilität zwischen Spender und Empfänger bei einer Knochenmarktransplantation zu testen. Andererseits sollen damitdie Menge an Anti-MIC-Antikörpern in Seren von nierentransplantierten Patienten gemessen werden können.

Im weiteren Projektverlauf werden die Tests in technologischer und klinischer Hinsicht validiert:

Am Ende des Projektes werden diese Tests in der klinischen Praxisroutine verwendbar sein, um die Häufigkeit von GvH-Reaktion im Knochenmarktransplantationsbereich und die Anzahl der Abstossungsreaktionen der Nierentransplantate zu reduzieren. Von den Erkenntnissen und Verbesserungen profitieren die Patienten und indirekt das Gesundheitssystem. Dadurch gewinnt der Forschungs- und Gesundheitsstandort am Oberrhein weiter an Attraktivität und kann mittelfristig zusätzliche Arbeitsplätze im öffentlichen wie auch im privaten Sektor- etwa durch mögliche Ausgründungen - schaffen. Die Vernetzung der Forschungspotentiale und der Wissens- und Technologietransfer ermöglichen zudem die Förderung von Humankapital und die grenzüberschreitende Qualifizierung von Mitarbeitern.
Kanton
Basel-Stadt
Basel-Landschaft
Thema
Bildung und Gesundheit
Programm
Interreg
Projektdauer
01.09.2016 - 31.08.2019
Finanzierungs- instrument
à fonds perdu
Projektkosten
CHF 239'250.–
Förderung Bund
CHF 58'850.–
Gesamtkosten EU
€ 2'499'042.–
Kontakt
Universitätsspital Basel
Die strategischen Ziele und Schwerpunkte bei der Umsetzung der NRP variieren je nach Kanton und Region und sind entscheidend dafür, ob ein Projekt durch NRP-Fördermittel unterstützt werden kann.
Artikel teilen