Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

Appenzellerland − rundum gesund

Naturgerechte Produkte und Dienstleistungen aus bäuerlichen Familienbetrieben des Appenzellerlandes werden unter dem Label «Appenzellerland – rundum gesund» professionell vermarktet. Marketing- und Verwaltungskosten sollen nach einer Startphase vollumfänglich durch Label-Kommissionen gedeckt werden, die beim Verkauf von entsprechenden Produkten zu erheben sind.

Auswirkungen des Projekts

... auf den Arbeitsmarkt
Bäuerliche Familien erhalten die Möglichkeit zu einem Nebenerwerb, der das langfristige Überleben des Betriebes sichern kann. Detailhandels- und Gastgewerbebetrieben eröffnen sich ebenfalls neue Einnahmequellen.
Mit der Idee Appenzeller «Gschenktröckli» kam die soziale Institution Rehabilitationsstätte Dreischiibe in Herisau zu einem interessanten Auftrag und entsprechendem Zusatzeinkommen.

Auf der Schwägalp ist eine genossenschaftlich geführte Alpschaukäserei entstanden, welche ihren Käse vor den Augen der zahlreichen Touristen herstellt und unter dem Label «Appenzellerland – rundum gesund» verkauft.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur
Mit dem Projekt Regionalmarketing erhalten Anbieter in den verschiedensten Branchen neue Positionierungsmöglichkeiten.

Das Projekt bringt einen regelmässigen Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen den einzelnen Branchen mit sich. Dabei steht das Gemeinsame und nicht das Trennende im Mittelpunkt. Die branchenübergreifende Diskussion über die wirtschaftlichen Herausforderungen führt zu innovativen Lösungsansätzen im Interesse der ganzen Region.

... auf die Umwelt
Nur umweltgerechte Produkte und Dienstleistungen werden unter dem Label «Appenzellerland – rundum gesund» angeboten.

Regionale Märkte haben kurze Transportwege und entsprechend geringe Umweltbelastungen. Zudem kommen vor allem saisongerechte Produkte in den Verkauf.

Potenzielle Konsumentinnen und Konsumenten werden mit dem Label «Appenzellerland – rundum gesund» für den Wert und die Besonderheiten der Umwelt und der Natur im Appenzellerland sensibilisiert.

Trägerschaft

Landwirtschaftlicher Verein, Landwirtschaftliche Kreditkasse, Landfrauen, Frauenzentrale (Konsumentinnenforum), Metzger, Bäcker, Molkeristen, Wirteverband, Hotelierverein, Appenzellerland Tourismus sowie der Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Die Landwirtschaft im Appenzellerland steht unter einem grossen Anpassungsdruck, der von Bäuerinnen und Bauern grosse Flexibilität und Bereitschaft zu Innovationen verlangt. Bei sinkenden Einkommen droht der nackte Existenzkampf innovative Ideen im Keime zu ersticken.
Konsumenten und Gäste des Appenzellerlandes verlangen vermehrt Produkte und Dienstleistungen aus der Region. Hochwertige Nahrungsmittel, die aus nachhaltiger Produktion stammen und nicht über lange Transportwege zum Abnehmer gelangen, liegen im Trend. Regionale Märkte gewinnen an Bedeutung.

  • Erhaltung und Erhöhung der Wertschöpfung in der appenzellischen Landwirtschaft über eine professionelle Vermarktung von bäuerlichen Produkten und Dienstleistungen aus dem Appenzellerland.
  • Mit ökologischen Produktionsformen soll die Appenzeller Natur- und Kulturlandschaft erhalten und damit der Tourismus unterstützt werden.

+ Enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Tourismus und Gewerbe bei der Vermarktung bestehender sowie der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.

+ Marktauftritt und -leistung haben sich nach den Bedürfnissen von Kundinnen und Kunden zu richten:

  • Qualität und Frische der Produkte
  • Emotionalität in der Marktbearbeitung
  • Konsequente Nutzung der bekannten Marke «Appenzellerland»

+ Ausweitung der Absatzkanäle innerhalb und ausserhalb der Region. Unter anderem durch den Einsatz eines Verkaufswagens, der auch für Warentransporte zwischen den Lizenznehmern eingesetzt werden kann.

+ Einrichtung eines Verkaufsladens «Appenzellerland – rundum gesund»

+ Klassische Marktbearbeitung (Werbung, Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit)

Dank kreativen Marketingmassnahmen und neu entwickelten Produkten konnten der Bekanntheitsgrad der Marke «Appenzellerland» markant gesteigert und vereinzelt auch neue Märkte erschlossen werden. Vom aktiven Regionalmarketing profitierten diverse Bauern- und Gewerbebetriebe.

Das Projekt hat deutlich gemacht, dass die Region eine umfassende Produktepalette hervorbringt. Allerdings ist es weit schwieriger, eine regionale Marke als eine Produktemarke aufzubauen. Die Interessen der unterschiedlichen Zielgruppen - Produzenten, beteiligte Berufsgruppen oder die Bevölkerung - sind oft nicht einfach zu vereinen. Dennoch war die Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftszweigen beispielhaft - besonders im Verwaltungsrat der Regionalmarketing AG. Dort sitzen nicht nur Vertretern der Landwirtschaft, sondern auch des Gewerbes, der Gastronomie, der Konsumenten, des Kantons sowie des Tourismusverbandes. Dadurch werden branchenübergreifende Probleme laufend diskutiert, was wesentlich zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.

Die Verantwortlichen setzen alles daran, das Projekt erfolgreich weiterzuführen. Oberstes Ziel bleibt: mehr Appenzeller Produkte ins Grundsortiment der Anbieter einführen. Dafür sind neue Einnahmequellen nötig. Die Märkte ausserhalb der Region sind künftig intensiver zu bearbeiten. Es gilt, die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus sowie mit Wirtschaftsverbänden und Tourismusinstitutionen zu verstärken. Bereits jetzt engagiert man sich im Interreg-Projekt «Regionalvermarktung östlicher Bodensee». Diese Kooperation eröffnet Möglichkeiten für vielversprechende gemeinsame Marktauftritte sowie für die Öffnung zusätzlicher Absatzkanäle.

Kanton
Appenzell Ausserrhoden
Thema
Tourismus
Weitere Themen
Programm
Regio Plus
Projektdauer
01.01.1998 - 31.12.1999
Projektkosten
CHF 324'000.-
Kontakt

Appenzellerland Regionalmarketing AG
Schäfligasse 12
9050 Appenzell

regionalmarketing@appenzell.ch

Regio Plus war ein Vorgängerprogramm der Neuen Regionalpolitik (NRP). Regio Plus war ein Impulsprogramm zur Unterstützung des Strukturwandels im ländlichen Raum und lief von 1997 bis 2007.
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