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ZUNAMI - Mikroporen und Mikrofluidik zum Nachweis von Mikroplastik im Rhein
Menschen gemachtes Mikroplastik wird mittlerweile überall auf der Welt vorgefunden. So wurde dies beispielsweise auf abgelegenen Inseln und in den Polarregionen detektiert. Mikroplastik wird entweder absichtlich erzeugt (z.B. als Bestandteil von Kosmetika), entsteht während der Nutzung von Plastik (z.B. Autoreifen) oder bildet sich, wenn Produkte aus Kunststoff nicht ordnungsgemäss entsorgt werden. Letztere Produkte zersetzen sich anschliessend in der Umwelt zu Mikroplastik.
Für lebende Organismen stellt Mikroplastik eine potenzielle Gefahr dar. Mikroplastik kann über den Verzehr von Essen und Trinken in die Körper von lebenden Organismen gelangen. Die Anhäufung von Mikroplastik im Körper von Meeres- und Wasserorganismen führt beispielsweise zur Unterernährung, Entzündungen, verminderter Fruchtbarkeit und erhöhter Sterblichkeit. Die Gefahren, die Mikroplastik für den menschlichen Körper darstellt, sind noch nicht eindeutig geklärt. Jedoch bestehen gravierende Bedenken hinsichtlich der negativen Auswirkungen einer kontinuierlichen Ansammlung von Mikroplastik im menschlichen Körper.
Beim Eintrag von Mikroplastik in die Ozeane spielen Flusssysteme wie der Rhein eine wichtige Rolle. Zum Stand der Technik fehlen jedoch geeignete Messsysteme, die automatisiert die Belastung eines Gewässers überwachen, frühzeitig auf eine Gefahr hinweisen und erlauben, zeitnah Gegenmassnahmen einzuleiten. Stattdessen müssen Proben aufwendig von Hand gezogen und im Labor analysiert werden.
Das Ziel der Projektpartner von ZUNAMI ist es, ein automatisiertes Messsystem zu entwickeln. Dieses soll aufgrund des Einsatzes von automatisierter Filtration und Mikrofluidik Proben vor Ort für die Analyse vorbereiten. Die an das Vorbereitungsmodul gekoppelte Analytik mittels Mikroporen ermöglicht ein automatisiertes und parallelisiertes Detektieren von Einzelpartikeln und damit eine Quantifizierung der Mikropartikel ohne aufwendige manuelle Analyseverfahren.
Aufgrund der Forschungsziele ist bei ZUNAMI von einer höheren Reproduzierbarkeit sowie von einem reduzierten Kostenaufwand aufgrund der Automatisierung auszugehen. Unternehmen zur Abwasseraufbereitung können das System einfach einsetzen und direkt Gegenmassnahmen einleiten, sobald Grenzwerte überschritten werden. Lokale Firmen der Messtechnik, z.B. Endress+Hauser, können bei Erfolg der Technologie zur Marktreife verhelfen.
Projektdatenbank der Schweizer Regionalentwicklung
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