Tropenhaus Frutigen (Regio-Plus-Projekt 2006 bis 2009)

Die Betreiber des Tropenhauses Frutigen wollen warmes Bergwasser aus dem Lötschberg Basistunnel für die Produktion von wärmeliebenden Fischen und Pflanzen nutzen. Im Zentrum des von Regio Plus unterstützten Teilprojekts stehen die professionelle Vermarktung dieser Produkte sowie eine erhöhte Wertschöpfung in der ganzen Region. Die Produktion von Futtermitteln für die Fischzucht soll zu einer alternativen Einnahmequelle der Landwirtschaft werden. Ziel der Akteure ist zudem die Erarbeitung einer Bio-Zertifizierung der Gewächshausproduktion und der Fischzucht.

Trägerschaft

Tropenhaus Frutigen AG

Beteiligte Partner

  • Tropenhaus Wolhusen
  • Bauernvereinigung Kandertal
  • Inforama Hondrich
  • Tourismusregionen
  • Regionale Gastronomiebetriebe
  • Universität Bern
  • Regionale Futtermühlen
  • Institut für Marktökologie

Kurzbeschrieb des Projekts

Bevor das auf der Nordseite des Lötschberg-Basistunnels drainierte Bergwasser in ein Oberflächengewässer eingeleitet werden darf, muss es im Winter künstlich abgekühlt werden. Eine sinnvolle Nutzung dieser Abwärme ist der Betrieb eines Tropenhauses in Frutigen. Hier soll das warme und sehr reine Wasser für den Anbau von Pflanzen und für die Zucht verschiedener Fischarten samt Kaviar-Produktion genutzt werden. In der Produktionsanlage und im angegliederten Gastronomiebetrieb wollen die Betreiber auch Gäste und Touristen empfangen.

Die Rohstoffe für das Fischfutter wollen die Akteure vornehmlich in der Region erzeugen. Die ansässigen Landwirtschaftsbetriebe erhalten damit eine alternative Einnahmequelle. Die Akteure sind bestrebt, die ganze Produktion so ökologisch verträglich wie möglich zu gestalten und entsprechend zu vermarkten. Biologisch hergestellte Produkte lassen sich besser verkaufen als herkömmlich produzierte. Von der Vermarktung in einer exklusiven Nische erhoffen sich die Betreiber eine Erhöhung der in der Region generierten Wertschöpfung. Bisher gibt es in der Schweiz für Tropenhaus-Produkte aus einem ganzjährig beheizten Gewächshaus kein anerkanntes Bio-Label. Zudem existieren weltweit keine anerkannten Biorichtlinien für die Aufzucht von Stören und die Produktion von Kaviar.

Die im Tropenhaus angebauten Früchte und Fischprodukte wollen die Betreiber selber in der regionalen Gastronomie vermarkten. Die dazu aufgebauten Vertriebskanäle werden später auch für die Vermarktung anderer Produkte aus der Region zur Verfügung stehen.

Mit dem Projekt Tropenhaus Frutigen können direkt rund 15 neue Stellen geschaffen werden. Mittelfristig erhoffen sich die Akteure 30 Teilzeitstellen in der Landwirtschaft für die Futtermittel-Rohstoffherstellung. Weitere Arbeitsplätze werden indirekt in der regionalen Gastronomie und Hotellerie entstehen. Das Projekt entstand in einer Zusammenarbeit mit dem Tropenhaus Wollhusen, das seit 7 Jahren eine Pilotanlage in Ruswil (LU) betreibt.

Projektdauer

2006 bis 2009

Projektierte Gesamtkosten

CHF 500'000.–

Kontakt

Marcel Baillods
CEO
Tropenhaus Frutigen
Tropenhausweg 1
3714 Frutigen
Schweiz
Email: info@tropenhaus-frutigen.ch
Website

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Bild: regiosuisse.

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