Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Agglomerationspolitik

Agglomerationspolitik

Über die Agglomerationspolitik (AggloPol) unterstützt der Bund die Agglomerationen und Städte der Schweiz in ihrer nachhaltigen Weiterentwicklung. Für die Umsetzung der AggloPol steht eine Reihe von Massnahmen und Instrumenten zur Verfügung. Einige davon sind spezifisch auf die städtischen Räume zugeschnitten und werden ausschliesslich über die AggloPol umgesetzt, andere richten sich ebenfalls an ländliche Räume und Berggebiete (Gemeinsame Massnahmen der AggloPol und der Politik für die ländlichen Räume und Berggebiete). Einen Beitrag zur Entwicklung der Agglomerationen und zur Umsetzung der AggloPol leisten zudem räumlich differenzierte Sektoralpolitiken wie etwa die Verkehrspolitik.
Die Agglomerationspolitik des Bundes wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in Zusammenarbeit mit weiteren Bundesstellen umgesetzt. Sie orientiert sich an der gemeinsam von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden erarbeiteten tripartiten Strategie zur schweizerischen Agglomerationspolitik. 

Städte, Agglomerationen und Metropolitanräumen sind die Motoren der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Sie erbringen Leistungen, die nicht nur ihnen, sondern auch ihrem Umland und den ländlichen Räumen zugutekommen.
Dadurch konzentrieren sich viele räumliche Herausforderungen im urbanen Raum:

  • Das anhaltende Wachstum der Siedlungsfläche und die fortschreitende Mobilität erschweren die Koordination von Siedlung und Verkehr;
  • Die Ressourcenknappheit und der Klimawandel erfordern nachhaltige Lösungen, zum Beispiel im Städtebau oder in der Freiraum- und Landschaftsentwicklung;
  • Der demografische Wandel und die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe.

Die AggloPol unterstützt die städtischen Räume der Schweiz, diese Herausforderungen anzugehen. Sie ist eng mit der Politik des Bundes für die ländlichen Räume und Berggebiete verknüpft.


Ziele der AggloPol

Die Agglomerationspolitik steht im Zeichen von vier langfristigen Zielen:

  • Ziel 1 Hohe Lebensqualität: Die Agglomerationen bieten einer vielfältigen Gesellschaft hohe Lebensqualität und einen starken Zusammenhalt. 
  • Ziel 2 Hohe Standortattraktivität: Die Agglomerationen sind als Wirtschaftsmotoren gestärkt. Die Standorte sind im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig. 
  • Ziel 3 Qualitätsvolle Siedlungsentwicklung: Die Agglomerationen entwickeln sich ressourcenschonend. Die Siedlungen entwickeln sich nach innen. 
  • Ziel 4 Wirksame Zusammenarbeit: Die Gemeinden der Agglomerationen gehen anstehende Herausforderungen aktiv und wirksam gemeinsam an.

Themenfelder als inhaltliche Schwerpunkte der AggloPol

Die vier Ziele werden in sechs Themenfeldern mit verschiedenen Handlungsansätzen angegangen:

  • Politische Steuerung im funktionalen Raum
    Viele Herausforderungen der Raumentwicklung in der Schweiz können nur noch über Gemeinde-, Kantons- oder Landesgrenzen hinweg gemeinsam sinnvoll gelöst werden.
  • Abstimmung von Siedlung und Verkehr
    Die Siedlungs- und Verkehrsflächen wachsen stetig, der Druck auf Natur und Kulturland nimmt zu. Die Entwicklungen von Siedlung und Verkehr müssen zwingend gut koordiniert werden. 
  • Nachhaltiger Städtebau und Freiraumentwicklung 
    Freiräume geraten immer mehr unter Druck. Es gilt, die Raumnutzung nachhaltig zu gestalten und Freiflächen zu bewahren.
  • Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
    Moderne städtische Regionen müssen den Bedürfnissen einer vielfältigen Gesellschaft Rechnung tragen.
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
    Der Wettbewerb zwischen Wirtschaftsstandorten nimmt in der globalisierten Welt zu. Schweizer Städte und Agglomerationen sollen dabei unterstützt werden, ihren Platz zu finden und Wirtschaftsakteuren optimale Rahmenbedingungen anzubieten. 
  • Finanzierung und Ausgleich von Sonder- und Zentrumslasten
    Zentren übernehmen Aufgaben zum Nutzen der gesamten Region und teilweise sogar zum Nutzen des gesamten Landes. Sie müssen für diese zentralörtlichen und agglomerationsspezifischen Leistungen fair entschädigt werden.

Massnahmen der AggloPol

Über die AggloPol unterstützt der Bund die Agglomerationen und Städte der Schweiz in ihrer nachhaltigen Weiterentwicklung. Zur Umsetzung der AggloPol tragen die verschiedenen Sektoralpolitiken sowie eine Reihe von spezifischen Massnahmen und Instrumenten der AggloPol bei. Einige dieser Instrumente und Massnahmen sind spezifisch auf die städtischen Räume zugeschnitten und werden ausschliesslich über die AggloPol umgesetzt, andere zusammen mit der Politik für die ländlichen Räume und Berggebiete.


Wichtige Sektoralpolitiken der AggloPol

Mehr noch als die konkreten Massnahmen der AggloPol, die insbesondere auf Koordination zielen, prägen bestehende räumlich differenzierte Sektoralpolitiken die städtischen Gebiete.

  • Finanz- und Lastenausgleich (NFA): Über den NFA werden die Unterschiede in der finanziellen Leistungsfähigkeit zwischen den Kantonen verringert. Die städtisch geprägten Kantone leisten hier erhebliche Beiträge, die meist ländlich geprägten Kantone zugutekommen. Den übermässigen Sonderbelastungen der Gebirgs- und Zentrumskantone wird mit dem Lastenausgleich Rechnung getragen.
    >>> Mehr zum NFA
  • Raumplanung: Die Raumplanung, die eine zweckmässige und haushälterische Nutzung des Bodens und die geordnete Besiedlung des Landes zum Ziel hat, prägt über Konzepte, Sachpläne, Richtpläne und Nutzungspläne die räumliche Entwicklung massgeblich.
    >>> Mehr zur Raumplanung
  • Verkehrspolitik: Der Bund unterstützt Erhalt und wo sinnvoll Ausbau von Bahn- Strassen- und Langsamverkehr (Infrastrukturen aber auch Bewirtschaftung).
    >>> zur Verkehrspolitik
  • Sozialpolitiken: Viele soziale Herausforderungen (Bildung, Migration, Erwerbslosigkeit…) stellen sich in städtischen Räumen und speziell in spezifischen Quartieren öfter als in ländlichen Räumen. Entsprechende Politiken haben einen Einfluss auf städtische Gebiete.

Bild: hpgruesen / pixabay

Bild: regiosuisse.

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