SwissLAB_2026

Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum: Vom Experimentierfeld zur dauerhaften Lösung

Wie lässt sich die Kreislaufwirtschaft (KLW) in periurbanen und peripheren Räumen erfolgreich umsetzen und langfristig etablieren? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt des ROREP SwissLAB_2026, das am 12. und 13. März in Delémont stattfand. Die Fachcommunity aus Forschung, Politik und Praxis diskutierte innovative Ansätze, die den ländlichen Raum als spezifischen Innovationsraum begreifen.

Lange Zeit wurde die Kreislaufwirtschaft primär als Konzept für urbane Zentren verstanden. Geringe Dichte und grosse Distanzen galten im ländlichen Raum oft als strukturelle Hürden. Aktuelle Daten des Statusberichts Kreislaufwirtschaft 2024 zeigen jedoch ein anderes Bild: Rund ein Viertel der Schweizer Unternehmen hat KLW-Prinzipien bereits substanziell in ihren Geschäftsmodellen verankert – und zwar unabhängig von ihrem Standort in der Stadt oder auf dem Land.


Der ländliche Raum als Innovationsmotor

Die Beiträge am SwissLAB verdeutlichten, dass ländliche Gebiete über spezifische Logiken verfügen, die sie zu idealen Experimentierfeldern für die Kreislaufwirtschaft machen. Unternehmen agieren hier als zentrale Hebel entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Damit Pilotprojekte nach ihrer erfolgreichen Testphase in die Permanenz überführt werden können, bedarf es jedoch tragfähiger Geschäftsmodelle und stabiler Finanzierungsmechanismen.


Stadt-Land-Silos aufbrechen

Ein Schlüssel zum Erfolg liegt im Denken in funktionalen Räumen statt in administrativen Grenzen. Beispielhafte Projekte wie «SwissRenov» zeigen das Potenzial auf: Während in Städten wie Basel eine hohe Bautätigkeit herrscht, bietet der nahegelegene Jura den nötigen Raum für Produktion, Lagerung und Demonstrationsexperimente. Solche regionalen Kreisläufe für Ressourcen wie Holz, Stahl oder Beton schaffen einen direkten Mehrwert für beide Seiten.


Gemeinsam zu nachhaltigen Lösungen

Das Fazit des SwissLAB_2026 ist klar: Kreislaufwirtschaft entsteht und hält sich dort, wo Regionen, Verwaltungen, die Forschung, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft gemeinsam neue Wege skizzieren. Der periphere und periurbane Raum spielt dabei keine Nebenrolle, sondern ist ein essenzielles Potenzialgebiet für gemeinsame Stadt-Land-Projekte. Entscheidend für die Zukunft der Regionalentwicklung ist es, die Zusammenarbeit zu institutionalisieren und Netzwerke so zu stärken, dass sie einen langfristigen Betrieb gewährleisten können.

 

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