Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Förderinhalte und Förderschwerpunkte

Förderinhalte und Förderschwerpunkte

Innovative Projekte sind das Herzstück der NRP. In der Programmphase 2016–2023 liegt der Fokus auf den Bereichen «Tourismus» und «Industrie» respektive Regionale Innovationssysteme (RIS). Rund 80 Prozent der verfügbaren A-fonds-perdu-Bundesmittel sind für Projekte in diesen beiden Förderschwerpunkten vorgesehen. An wertschöpfungsorientierte Infrastrukturvorhaben können zudem Darlehen gewährt werden. Ob ein Projekt mit NRP-Geldern unterstützt werden kann, hängt zudem von den strategischen Zielen und Förderschwerpunkten ab, die der jeweilige Kanton bzw. die jeweilige Region bei der Umsetzung der NRP setzen. Diese werden in den Umsetzungsprogrammen der Kantone definiert.

Die NRP fokussiert auf Unternehmertum, Innovation und Wertschöpfung. Um NRP-Finanzhilfen zu erhalten, müssen die Projekte zum einen den Förderinhalten und Förderschwerpunkten des Bundes entsprechen, die im NRP-Mehrjahresprogramm 2016–2023 festgelegt sind. Für die Bewilligung von NRP-Projekten und damit auch den Entscheid, ob ein Projekt finanziert wird, sind jedoch die Kantone verantwortlich. Eine Projektförderung hängt deshalb auch davon ab, welche strategischen Ziele und Schwerpunkte die Kantone bzw. die jeweiligen Regionen bei der Umsetzung der NRP verfolgen. Diese werden in den Umsetzungsprogrammen der Kantone definiert und unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Deshalb ist es möglich, dass ein Vorhaben in einem Kanton der Strategie entspricht und NRP-Gelder erhält, ein gleiches oder ähnliches Vorhaben in einem anderen Kanton aber nicht.

Wie ist eine «Region» in der NRP definiert?
Eine «Region» ist in der Regionalentwicklung und auch in der NRP nicht als Verwaltungseinheit zu verstehen, die durch territoriale Grenzen bestimmt ist. Sie ist ein Handlungsraum, der mit einer gemeinsamen Herausforderung konfrontiert ist und wo Strategien und Projekte zu deren Bewältigung entwickelt werden. Entsprechend variabel kann die Geometrie einer Region ausfallen: je nach Herausforderung kann es sich dabei räumlich etwa um eine Talschaft, einen Kantonsteil, aber auch um ein kantons- und länderübergreifendes Gebiet handeln.

Im Folgenden wird aufgezeigt, welche Projekte im Rahmen der Ausrichtung 1 – aufgeteilt nach Förderinhalten und Förderschwerpunkten – gemäss Mehrjahresprogramm des Bundes gefördert werden können. Zudem sind weitere Kriterien aufgeführt, die beim Entscheid über eine Projektförderung zur Anwendung kommen.

Förderinhalte


Förderinhalte 

Unter Förderinhalten werden die Tätigkeiten und Prozesse verstanden, die im Rahmen von NRP-Projekten unterstützt werden. Die entsprechenden Aktivitäten zielen darauf, die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zu stärken und die Wertschöpfung zu erhöhen. Sie sind das zentrale Instrument zur Programmgestaltung und Projektselektion. Die Kantone wählen für ihre Umsetzungsprogramme jene Förderinhalte aus, die am besten zur kantonalen Entwicklungsstrategie passen. Für vertiefende Informationen zu den einzelnen Förderinhalten: Verweis auf die Botschaft vom 18. Februar 2015 über die Standortförderung 2016-2019, S. 2445 ff.


Förderschwerpunkte

Bei der Wahl der Förderschwerpunkte gewährt der Bund den Kantonen Spielraum. Im Sinne der Profilbildung und eines fokussierten Mitteleinsatzes sind rund 80 Prozent der für die Projektförderung verfügbaren A-fonds-perdu-Bundesmittel für die Förderschwerpunkte «Industrie» und «Tourismus» vorgesehen. 

Im Industriebereich können exportorientierte industrielle Wertschöpfungssysteme inklusive der wissensintensiven und produktionsnahen Dienstleistungen unterstützt werden. Der Schwerpunkt bei der Förderung wird jedoch auf die Innovationsförderung für KMU in den Regionen gesetzt. Innovationen, das heisst das Hervorbringen von neuen Produkten und Dienstleistungen oder Prozessen ist dabei in erster Linie Sache der Unternehmen selbst. Einen wichtigen Nährboden für Innovationen bildet jedoch auch der regionale Austausch zwischen Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie der öffentlichen Hand. Um diesen Austausch anzutreiben, legt die NRP deshalb bei der Förderung einen Schwerpunkt auf die Innovationsunterstützung in sogenannten Regionalen Innovationssystemen (RIS). Beispielhafte Projekte im Bereich «Industrie» finden Sie in der Datenbank.

Was sind Regionale Innovationssysteme (RIS)?
RIS beziehen sich auf funktionale – in der Regel überkantonale und teilweise Landesgrenzen überschreitende – Wirtschaftsräume, in denen die für Innovationsprozesse wesentlichen Akteure (Unternehmen, Bildungs-/Forschungseinrichtungen und öffentliche Hand) in Netzwerken zusammenarbeiten. Durch die regionale Vernetzung im Rahmen der RIS soll die Innovationsfähigkeit der KMU gefördert und die Innovationsdynamik in den Regionen erhöht werden. Die NRP wirkt auf die Entwicklung der RIS ein, indem sie die strategische Steuerung und Entwicklung von RIS durch sogenannte RIS-Managements fördert und Dienstleistungen der RIS-Managements direkt unterstützt. Zu diesen Dienstleistungen gehören Coaching, Vernetzung usw. von KMU, um diese bei Produkt- und Prozessinnovationen zu unterstützen. Mehr dazu >>>
RIS – Karte und Kontakte

Den Tourismus unterstützt der Bund bei der Bewältigung des Strukturwandels, mit dem Ziel, die Tourismusdestinationen wettbewerbsfähiger zu machen und das Tourismusland Schweiz gegenüber dem internationalen Umfeld zu stärken.

Mit dem Impulsprogramm Tourismus 2016–2019 soll während vier Jahren ein zusätzlicher Akzent im Tourismus gesetzt werden. Das Impulsprogramm ist an der Schnittstelle von Tourismus- und Regionalpolitik angesiedelt und wird zu einem bedeutenden Teil mit zusätzlichen Fördermitteln aus dem Fonds für Regionalentwicklung umgesetzt. Mit den für den Förderschwerpunkt Tourismus insgesamt zur Verfügung stehenden NRP-Mitteln können Projekte aus drei der vier Stossrichtungen des Impulsprogramms unterstützt werden:

  • Modernisierung der Beherbergungswirtschaft 
  • Verstärkung Qualitäts- und Produktentwicklung 
  • Optimierung Strukturen und Verstärkung Kooperationen

Beispielhafte Projekte im Bereich «Tourismus» finden Sie in der Datenbank

Für die NRP-Förderung kommen auch Projekte aus weiteren Wertschöpfungssystemen in Betracht, so zum Beispiel aus den Bereichen Agrar- und Waldwirtschaft, Energie-, Bildungs- und Gesundheitswirtschaft.

Wirkungsmodelle «RIS» und «Tourismus»

Das SECO hat für die Förderprioritäten «Regionale Innovationssysteme (RIS)» und «Tourismus» Wirkungsmodelle auf Bundesebene entwickelt. Sie zeigen für die beiden Förderschwerpunkte die erwarteten Zusammenhänge zwischen den Zielen, den Ressourcen (Input) und Strukturen/Prozessen (Vollzug) zur Umsetzung, den Leistungen (Output), den Wirkungen bei den Zielgruppen (Outcome) und den Wirkungen bei den Betroffenen und längerfristige Effekte im System (Impact) auf. Sie bieten damit eine Hilfestellung, um Wirkungsmodelle für Programme und Projekte aufzustellen, da sie eine gewisse Orientierung für die Definition von Zielen auf Output- und Outcome-Ebene bieten. 


Weitere Kriterien

Für die Bewilligung von NRP-Projekten sind die Kantone verantwortlich. Sie entscheiden, ob ein Projekt mit NRP-Geldern unterstützt wird. Neben den im Mehrjahresprogramm des Bundes definierten Förderinhalten und Förderschwerpunkten sind deshalb die Schwerpunkte, die die Kantone in ihren NRP-Umsetzungsprogrammen setzen, für die Beurteilung eines Projekts entscheidend.

Was bedeutet «einzelbetriebliche Förderung» in der NRP?
Grundsätzlich gibt es keine Förderung von Projekten, die nur einer einzelnen Firma zugute kommen. Ziel der NRP ist die wirtschaftliche Entwicklung der Region und nicht die Förderung eines einzelnen Unternehmens. Vertikale oder Horizontale Kooperationen sind gefragt. In Ausnahmefällen kann eine «einzelbetriebliche Förderung» in Frage kommen. Um eine einzelbetriebliche Förderung zu beanspruchen, muss das Projekt bestimmte Kriterien erfüllen, die den NRP-Förderschwerpunkten entsprechen.
Bild: regiosuisse.

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