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Bild: regiosuisse.

NRP im Terrain: Von Dzin und Dinkel

Nachdem das letzte Mal digitale Kunst und Holz im Fokus standen, geht es diesmal um Dzin und Dinkel. In einer Serie von Fokusartikeln stellen wir regelmässig neue Projekte vor, die über die Neue Regionalpolitik (NRP) gefördert werden. Einen Überblick bieten diesmal zusätzlich zwei neue Projektvideos.

Dzin – Authentische Tourismusangebote im Kanton Freiburg

Sharing Economy liegt im Trend und erreicht auch den Tourismus – nicht mehr nur durch die Vermietung privater Räumlichkeiten. Auch Erfahrungen, Leidenschaften und authentische Begegnungen sollen geteilt werden. Dies ist die Idee der neuen Plattform dzin.ch, das NRP-Projekt des Freiburger Tourismusverbandes und der «Junior Chamber International» des Kantons. Dzin ist Freiburger Dialekt und bedeutet Mensch, denn Menschen stehen im Zentrum der Plattform. 

Über dzin.ch können einheimische Personen – eben Dzin – ihre Leidenschaft, ihren Beruf oder ihre Region an Besucher weitergeben. Sei es Yoga am See, eigenen Sirup herstellen oder dem Schindelmacher bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Dabei werden Besucherinnen und Besucher angesprochen, die das Echte und den Kontakt mit der lokalen Bevölkerung suchen. Auch wenn buchbare Angebote über dzin.ch vermittelt werden, die Wertschöpfung in die Region bringen sollen, steht schlussendlich immer die direkte Begegnung und der persönliche Austausch im Zentrum. 

Die im März 2017 aufgeschaltete Website kann schon einige Erfolge vorweisen: «Aktuell bieten über 60 Anbieter mehr als 80 Aktivitäten über die Plattform an», gibt der Projektverantwortliche beim Tourismusverband, Christophe Renevey, Auskunft. «Unser Ziel ist, bis Ende Jahr auf 100 buchbare Aktivitäten zu kommen.» Aktuell sind rund 70 Reservationen getätigt worden. Für eine Auswertung ist es allerdings noch zu früh, eine Bilanz will das Projekt dann in der Zwischensaison im Herbst ziehen – natürlich zusammen mit den Dzin. Denn, so hält Renevey fest, «der Erfahrungsaustausch ist auch Teil des Projekts» – ganz im Sinn der Sharing Economy.  

Quelle: Jean-Baptiste Bussard und Lignum Thurgau.

NRP im Terrain: Von Holz und digitaler Kunst

Das Festival «Numerik Games» und die «Innovationszelle Wald und Holz» sind zwei neue Projekte, die über die Neue Regionalpolitik (NRP) während der aktuellen Förderperiode 2016–2019 unterstützt werden. In einer Serie von Fokusartikeln werden dieses Jahr regelmässig aktuelle Projektbeispiele der NRP auf regiosuisse.ch vorgestellt.

Dinkel – angebaut und verarbeitet im Kanton Appenzell Innerrhoden

Der Kanton Appenzell Innerrhoden verfolgt mit der NRP in der Periode 2016–2019 u.a. das Ziel, dass das Gewerbe die Marke Appenzell vermehrt nutzt, um diese zu stärken und die Wertschöpfung im Kanton zu erhöhen. Mit dieser Zielsetzung hat der Kanton einen Markt antizipiert. In Rücksprache und in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft hat die Bäckerei Böhli aus Appenzell das Projekt Appenzeller Dinkel lanciert: zusammen mit Appenzeller Landwirten wird lokal Dinkel angepflanzt und durch die Bäckerei verarbeitet. Aus der ersten Ernte backte im Oktober 2016 die Bäckerei erstmals das Appenzeller Dinkelbrot, das grossen Anklang bei der Kundschaft fand und im Januar 2017 ausverkauft war.

Für die Saison 2016/2017 konnten bereits vier weitere Landwirte für die Idee gewonnen werden. Das erlaubt es der Bäckerei Böhli, nach der Ernte im Herbst 2017 eine grössere Menge an Appenzeller Dinkel zu verarbeiten, damit die Produkte länger erhältlich sind, und gegebenenfalls ihre Produktpalette zu erweitern. Der Erfolg des Projekts zeigt, dass damit «ein Handlungsbedarf in der Region aufgegriffen wurde und die Marke ‚Appenzell‘ noch viel Potenzial hat», wie Stefanie Sutter vom Amt für Wirtschaft feststellt. Dank dem innovativen Projekt hat nicht nur die Bäckerei ein neues, gefragtes Produkt auf den Markt gebracht, das dem Bedürfnis der Kunden nach lokalen Produkten Rechnung trägt. Die beteiligten Landwirte erschliessen sich durch die Teilnahme am Projekt eine alternative Einkommensquelle. Schlussendlich kann bei Bedarf die aufgebaute Marke «Appenzeller Dinkel» für weitere Produkte und/oder Lebensmittelproduzenten geöffnet werden, womit das Projekt auch Potential hat, künftig in die Breite zu wirken. Da das Projekt optimal ins neue NRP-Umsetzungsprogramm des Kantons passt, konnte es auch unterstützt werden (Grundlagenarbeiten, Aufbau von Know-how, Aufbau der Marke).

 

 

 

Fokus-Serie zu aktuellen NRP-Projekten

Die NRP- und Interreg-Projektdatenbank von regiosuisse wird regelmässig mit aktuellen Projekten ergänzt. Die erfassten Projektbeispiele zeigen: Das Förderspektrum der NRP ist breit, die Ansätze vielfältig und unterschiedlichste Vorhaben können unterstützt werden. Um diese Vielfalt aufzuzeigen, lanciert regiosuisse deshalb eine Serie von Fokusartikeln, um verschiedene Projektbeispiele vorzustellen. 

Sie wollen wissen, was in der aktuellen NRP-Förderperiode bereits gelaufen ist und wie es weitergeht? Merken Sie sich den Termin für die formation-regiosuisse-Konferenz am 8. und 9. November 2017 in Yverdon-les-Bains (VD) vor! Die Konferenz ist DIE Veranstaltung, an der sich die Schweizer Regionalentwicklungscommunity alle zwei Jahre trifft, um sich auszutauschen und zu vernetzen. 

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