Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz
DRAGR
Das Projekt adressiert eine der zentralen sicherheitsrelevanten Herausforderungen im Alpen- und Bodenseeraum: die Komplexität alpiner Notlagen in schwer zugänglichen Grenzregionen zwischen Österreich, der Schweiz und Deutschland.
Die geografischen Gegebenheiten, anspruchsvollen klimatischen Bedingungen und die Nähe zu Landesgrenzen führen regelmäßig zu Rettungssituationen, in denen Zeit, Präzision und eine reibungslose internationale Koordination über den Erfolg der Einsätze entscheiden. Die aktuellen Statistiken belegen den Handlungsbedarf. Allein im Jahr 2024 gerieten in der Schweiz über 3.500 Personen in alpine Notlagen, 137 davon mit tödlichem Ausgang. In Österreich wurden im selben Zeitraum mehr als 10.000 Einsätze und 303 tödliche Unfälle verzeichnet. Diese Zahlen verdeutlichen den Unterstützungsbedarf durch innovative Technologien und harmonisierte Prozesse.
Um den Herausforderungen zu begegnen, verfolgt das Projekt einen umfassenden grenzüberschreitenden Ansatz, der Akteur:innen aus Industrie, Wissenschaft und zuständigen Rettungsorganisationen der Bodenseeregion zusammenbringt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer integrierten, KI‑basierten Lösung zur automatisierten Personendetektion in drohnenbasierten Wärmebildsystemen. Drohnen ermöglichen im Vergleich zum Helikoptereinsatz eine schnellere, flexiblere und emissionsärmere Luftunterstützung, können in größerer Zahl dezentral einsatzbereit gehalten werden und liefern durch ihre niedrigere Flughöhe detailliertere Bilddaten. Diese ermöglichen eine präzisere und schnellere Lokalisierung vermisster oder verletzter Personen und reduzieren gleichzeitig das Risiko für Rettungskräfte in unzugänglichen oder gefährlichen Geländeabschnitten.
Über den Nutzen im Einsatz hinaus bietet das Projekt auch Potenzial in den Bereichen Prävention und strategische Planung. Durch die Analyse von Einsatzdaten lassen sich Risikozonen identifizieren, Präventionsmaßnahmen entwickeln und die Bevölkerung zielgerichtet sensibilisieren. Zudem sind die Projektinnovationen auf andere Such- und Rettungsbereiche übertragbar, etwa auf Einsätze weiterer Blaulichtorganisationen (Feuerwehr, Polizei).
So steigert das Projekt die Effizienz und die Wirksamkeit (alpiner) Rettungseinsätze in den Grenzgebieten der Bodenseeregion und reduziert deren Kosten und Ressourcenbedarf. Verkürzte Reaktionszeiten, verbesserte Kommunikation und präzisere Lagebilder erhöhen die Sicherheit der Bevölkerung sowie der touristischen Gäste in der Region. Gleichzeitig werden Rettungskräfte entlastet und die Zahl schwerer und tödlicher Zwischenfälle langfristig verringert. Das Projekt leistet damit einen substanziellen Beitrag zu einem sichereren und resilienteren Programmraum.
Projektdatenbank der Schweizer Regionalentwicklung
Projektdatenbank der Schweizer Regionalentwicklung
Diese grosse Projektdatenbank zu verschiedenen Förderprogrammen und Themen der Schweizer Regionalentwicklung gibt einen guten Überblick zu laufenden und abgeschlossenen Projekten und dienen auch als Inspiration.
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