Plenum Innoday 2026

Innoday 2026: Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Bedeutung für die Innovationsförderung in der Schweiz

Der Innoday ist die Tagung der öffentlichen Innovationsförderung der Schweiz und drehte sich dieses Jahr ganz um das Thema künstliche Intelligenz (KI) und ihre Rolle für die Innovationsförderlandschaft. Am 26. März 2026 trafen sich im Switzerland Innovation Park Central Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung. Das gesamte Programm weckte grosses Interesse, wobei zwei Themen besonders viele Teilnehmende anzog:

 

Innovation-Sandbox für KI – Förderprogramm & Testumgebung für konkrete KI-Anwendungsfälle

Raphael von Thiessen (Programmleiter KI-Standort) und Lukas Willi (Projektleiter KI) vom Amt für Wirtschaft im Kanton Zürich, stellten die «Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz» vor, eine kantonale Initiative zur gezielten Förderung des KI-Standorts. In einer kontrollierten Testumgebung einer «Sandbox» können Unternehmen, Verwaltung und Forschung neue KI-Anwendungen unter realistischen Bedingungen erproben und gleichzeitig regulatorische Fragestellungen klären. Ziel ist es, Innovation zu beschleunigen, Wissen zwischen den Akteurinnen und Akteure zu teilen und die Grundlage für zukünftige gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Anhand konkreter Projekte wie Smart Parking, KI-gestützte medizinische Dokumentation oder automatisierte Baubewilligungsverfahren wurde gezeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind. Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen wie Ressourcenbedarf oder Abhängigkeiten von Partnern thematisiert. In einer animierten Diskussion betonten die Teilnehmenden die Wichtigkeit solch realistischer Testumgebungen für die Entwicklung von KI-Projekten.  

Auch für die Regionalentwicklung können «Sandboxes» relevant sein, da sie Innovationen vor Ort fördern, Unternehmen anziehen und den Wissenstransfer stärken. Dadurch können neue Geschäftsmodelle entstehen, die Wettbewerbsfähigkeit einer Region erhöht und ein nachhaltiges KI-Ökosystem aufgebaut werden. Seit 2022 wurden im Rahmen des Programms bereits über zehn Anwendungsfälle aus verschiedenen Sektoren realisiert, was die praktische Relevanz des Ansatzes unterstreicht.

 

Förderfähige Innovation: Was zählt für KMU?

Grosses Interesse weckte auch die Breakout-Session zur Frage, was als förderfähige Innovation für KMU im Bereich der künstlichen Intelligenz gilt. Silvia Quarteroni (Swiss Data Science Center & Innovationsrat Innosuisse), Marco Romanelli (Hightech Zentrum Aargau AG & Mentor Innosuisse) und Martin Bopp (Hightech Zentrum Aargau AG) leiteten die Diskussion rund um die Frage, was Innovation im KI-Kontext überhaupt bedeutet.

Ausgangspunkt der Diskussion ist der Umstand, dass viele kleine und mittlere Unternehmen unsicher sind, ob ihre Projekte als «innovativ» genug gelten, damit sie von Fördergelder profitieren können. Die Expertin und Experten stellten klar, dass es nicht immer ein völlig neuer Ansatz sein muss, um ein aktuelles Problem in einem Unternehmen anzupacken. Auch die Anwendung bestehender KI-Technologien zur Lösung konkreter betrieblicher Probleme zählt als förderfähige Innovation. Entscheidend ist nicht die technische Neuheit des Codes, sondern der nachweisbare Mehrwert für das Unternehmen oder die Gesellschaft.

Auch wenn viele Unternehmen angesichts knapper Ressourcen, fehlendem internen Know-how und der Sorge vor kostspieligen Fehlinvestitionen zögern Innovationen anzustossen, zeigt sich in der Diskussion, wie prozessgetriebenen Innovationen oft wirtschaftlich tragfähiger sind als der Versuch, radikale technologische Durchbrüche zu erzielen. Förderinstrumente wie die Innosuisse-Projekte setzten genau hier an, indem sie die Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungseinrichtungen unterstützen, um spezifische Anwendungsprobleme mit modernen KI-Methoden zu lösen.

 

Neben zwei wertvollen Keynotes zu den neuesten KI-Trends in Silicon Valley von Emilia Pasquier und zu den ethischen Fragen von KI von Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger war ein besonderes Highlight zudem die Zusammenfassung der gesamten Inputs und Diskussionen in den 22 durchgeführten Sessions durch einen humanoiden Roboter.

Neben diesen fachlichen Impulsen und der inspirierenden Atmosphäre erwies sich die Veranstaltung auch als wertvolle Vernetzungsplattform. Der persönliche Austausch zwischen den Akteurinnen und Akteuren aus der gesamten öffentlichen Innovationsförderlandschaft stärkte die Zusammenarbeit und ebnete den Weg für künftige gemeinsame Projekte.

 

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