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Nachhaltige Siedlungswasserwirtschaft

In Teichanlagen wird Regenabwasser (Mischung aus Abwasser und Regenwasser) für die Produktion von Rohrkolben genutzt. Diese lassen sich zu einem ökologischen hochwertigen Dämmmaterial oder zu einem Zusatzstoff für den Lehmbau verarbeiten. Damit bietet das Projekt nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Baugewerbe neue Erwerbschancen. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen zeigen, wie man mit derartigen kombinierten Abwassernutzungs- und Retentionsteichen Probleme des Siedlungswasserbaus kostengünstig und ökologisch sinnvoll bewältigen kann.

Auswirkungen des Projekts

... auf den Arbeitsmarkt

Das Projekt erschliesst in der Landwirtschaft (Anbau von Rohrkolben) und im Baugewerbe (Verarbeitung und Vertrieb von Dämmstoffen) ein neues Einkommenspotenzial.

... auf die regionale Wirtschaftsstruktur

Dank dem Projekt haben Landwirte eine weitere Möglichkeit zu diversifizieren und die Wertschöpfung zu steigern. Die beteiligten Landwirte werden zu Dienstleistern, welche die verschiedensten Aufgaben für die Gesellschaft (Abwasserreinigung und Retention) übernehmen. Dies als Beitrag zur Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsstrukturen und damit zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit.

... auf die Umwelt

Der Anbau von Rohrkolben leistet nicht nur einen Beitrag zur effizienten Ressourcennutzung, sondern auch zur Extensivierung der Landwirtschaft. Während die Nährstoffbelastung der Oberflächengewässer reduziert wird, erhöht sich die Retentionsleistung der Landschaft. über die CO2-Bindung in der Torfschicht tragen Rohrkolben ausserdem zum Klimaschutz bei. Die Rohrkolbenteiche bilden aber auch interessante Lebensräume in der Kulturlandschaft. Schliesslich lassen sich die Rohrkolben zu einem bauökologisch und -technisch hochwertigen Dämmstoff verarbeiten.

Trägerschaft

Kulturland 21 GmbH und Luzerner Gemeinde

Ziele und erwartete Wirkungen

Das Projekt soll die Grundlagen liefern, um in der Region eine kombinierte Abwassernutzungs- und Retentionsanlage zu erstellen. Die Erfahrungen der dreijährigen Pilotphase werden in einem Realisierungskonzept zusammengefasst, das anderen Gemeinden und Regionen als Planungs- und Umsetzungsinstrument dient. Die Ziele der Pilotphase im einzelnen:

  • Eine kombinierte Abwassernutzungs- und Retentionsanlage bauen
  • Erfahrungen mit dem Betrieb sammeln
  • Bewirtschaftungskonzepte entwickeln
  • Verarbeitungskonzepte für Rohrkolben entwickeln
  • Vermarktungsketten für Rohrkolben als Dämmstoff aufbauen
  • Wirtschaftlichkeit des Systems ermitteln
  • Wertschöpfungsketten optimieren
  • Erweiterungsphase vorbereiten
  • Interessenten für die Erweiterungsphase ausbilden
  • Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Fachhochschulen/Technika aufbauen
  • Know-how-Transfer und Ausbildung fördern
  • Bevölkerung informieren

Im Rahmen der Vorarbeiten zum Projekt wurden landschaftsökologische Aspekte untersucht und geeignete Flächen für die Realisierung bestimmt. Ein Systemmodell ermöglicht es, Wasser- und Stoffflüsse zu simulieren und wichtige Kennzahlen wie zum Beispiel die optimale Wasserdurchlässigkeitsrate von Teichanlagen zu berechnen. Auch eine erste Wirtschaftlichkeitsstudie ist bereits erstellt worden.

Vergleichbare Anlagen werden zur Zeit in Süddeutschland und Estland erfolgreich betrieben. Mit den Verantwortlichen dieser Projekte besteht ein intensiver Kontakt. Know-how und Erfahrungen lassen sich so direkt für das Projekt im Kanton Luzern nutzen.

Involvierte Akteure

  • Landwirtschaft
  • Natur- und Umweltschutz
  • Bildung
  • Baugewerbe
  • Öffentliche Hand
Kanton
Luzern
Thema
Agrarwirtschaft
Industrie
Bildung und Gesundheit
Weitere Themen
Programm
Regio Plus
Projektdauer
01.01.2000 - 23.12.2003
Links
Projektkosten
CHF 283'000.–
Kontakt
Kulturland 21 GmbH, c/o seecon GmbH
Johannes Heeb
Bahnhofstr. 2
6110 Wolhusen
Schweiz
Luzern
+41 41 490 46 88
johannes.heeb@seecon.ch
Regio Plus war ein Vorgängerprogramm der Neuen Regionalpolitik (NRP). Regio Plus war ein Impulsprogramm zur Unterstützung des Strukturwandels im ländlichen Raum und lief von 1997 bis 2007.
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