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Agrarökologie am Oberrhein - Innovative Praxis und Bildung

Die Oberrheinregion profitiert von einer sehr vielfältigen landwirtschaftlichen Produktionsvielfalt und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Förderung der Biodiversität sind wichtige gesellschaftliche und politische Ziele. Die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Gesamtheit können jedoch die geforderten übergeordneten europäischen und nationalen Ziele noch nicht vollständig erreichen, vor allem in Bezug auf die Verwendung von Pflanzenschutzmittel und Verunreinigung durch Düngemittel. Die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen, sowie die Unkrautkontrolle der Kulturen ist eine der grössten Sorgen einer rentablen Landwirtschaft. Zentraler Kritikpunkt ist die Belastung von Böden, Luft, Gewässern und fallweise auch der Ernteprodukte mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie mit Herbiziden in der Wein-, Obst-, Gemüse- und ackerbaulichen Produktion. Das Konzept „Agrarökologie Oberrhein“ soll helfen, diese Herausforderungen erfolgreicher zu meistern, indem die Entwicklung der landwirtschaftlichen Systeme ganzheitlicher berücksichtig werden und auch die umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Leistungen miteinbezogen werden. In diesem agrarökologischen Kontext konzentriert sich das Projekt auf die Bewertung und die grenzüberschreitende Verbreitung alternativer und innovativer Produktionsmethoden in den Bereichen Obst-, Wein-, Gemüse- und Ackerbau. Im Vordergrund stehen die Reduzierung der Verwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln und die Senkung der Auswirkungen derjenigen auf die Luft- und Wasserqualität (durch Pestizide, Ammoniak, Stickstoffmonoxid). Gleichzeitig soll die qualitativ hochwertige, gesunde und rückstandsfreie Produktion von Qualitätserzeugnissen verbreitet und gefördert werden. Dies soll zum einen durch ein grenzüberschreitendes Netzwerk aus besonders leistungsfähigen und vorbildlichen Betrieben im Bereich der Anwendung innovativer (Produktions-)Methoden als Erprobung für eine nachhaltige Praxis erreicht werden. Des Weiteren wird die gemeinsame Konzeption von grenzüberschreitenden Ausbildungsmodulen und -methoden zur Entwicklung alternativer und innovativer Methoden im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion angestrebt.

Auf Schweizer Seite spielt im Rahmen des Projekts der Weinbau eine tragende Rolle. Für die Rebenproduzenten in der Nordwestschweiz ist ein Austausch mit deutschen und französischen Kollegen wichtig, um voneinander zu lernen und die eigenen Produktionsmöglichkeiten und -prozesse auf nachhaltige Art und Weise zu optimieren. Vier Weinbaubetriebe sollen als Pilotbetriebe beteiligt werden. Als sekundäre Massnahmen, d.h. wenn diese im Laufe des Projekts wirklich von den Produzenten erwünscht bzw. gefordert werden, engagiert sich die Schweiz auch in der Konzeption von Ausbildungsmodulen im Bereich des landwirtschaftlichen Unterrichts.
Kanton
Basel-Stadt
Basel-Landschaft
Thema
Agrarwirtschaft
Programm
Interreg
Projektdauer
01.04.2017 - 31.03.2020
Finanzierungs- instrument
à fonds perdu
Projektkosten
CHF 319'145.–
Förderung Bund
CHF 119'667.–
Gesamtkosten EU
€ 618'096.–
Kontakt
Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain
Die strategischen Ziele und Schwerpunkte bei der Umsetzung der NRP variieren je nach Kanton und Region und sind entscheidend dafür, ob ein Projekt durch NRP-Fördermittel unterstützt werden kann.
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