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Berggebiete profitieren vom Inlandtourismus

Trotz Coronavirus wollten sich die Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien nicht nehmen lassen. Viele haben aber von Reisen ins Ausland abgesehen und sich stattdessen in die Berge begeben. Die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen dies deutlich.

Die Logiernächte inländischer Gäste lagen im Juli rund 30% über dem Wert des Vorjahres. Am stärksten profitieren konnten dabei Kantone wie z. B. Graubünden (+13% bzw. +82'128 Logiernächte im Vergleich zum Vorjahresmonat) oder das Tessin (+13% bzw. +43'716 Logiernächte). Deutlich zulegen konnten auch die Kantone Neuchâtel (z. B. Yverdon-les-Bains +54%), Jura (z. B. Saignelégier–Le Noirmont +91%) sowie die beiden Appenzell (+ 46%). Da die ausländischen Gäste weiterhin ausbleiben, lag das Total der Logiernächte aber immer noch 26% unter dem Wert von Juli 2019. Auch in den Berggebieten gibt es deshalb Regionen, welche unter den Logiernächten des Vorjahres bleiben, da sie stark auf ausländische Touristen ausgerichtet sind (z. B. Zermatt -23%, Davos -26% oder Interlaken -40%). In diesen Zahlen nicht enthalten sind Übernachtungen auf Campingplätzen, wo ebenfalls ein Boom stattgefunden hat.

 

Die obige Auflistung zeigt, dass es gesamthaft in erster Linie die Berggebiete sind, welche vom Boom des Inlandtourismus profitieren. Dazu passt, dass in der Betrachtung nach regiosuisse Raumtypen, die ländlichen Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Logiernächte (+2%) verzeichnen konnten. Die ländlichen Zentren stehen mit -2% nur wenig schlechter da als letztes Jahr. 

Klar am stärksten leidet weiterhin der Tourismus in den Städten (-20%) und insbesondere in den Grossstädten (-67%). Vor allem die (Gross)Städte im Flachland konnten nur wenig bis gar nicht vom «Sommerferieneffekt» profitieren. Die Stadt Zürich weist z.B.  im Juli 2020 mit 36'809 deutlich weniger Logiernächte von Schweizerinnen und Schweizern auf, als dies 2019 mit 73'828 der Fall war. Grund dafür ist einerseits das Fehlen der ausländischen Gäste, welche in den Städten typischerweise einen hohen Anteil der Logiernächte ausmachen. Zusätzlich dürfte es einen Einbruch beim Geschäftstourismus gegeben haben.

Da in den urbanen Gebieten auch in normalen Zeiten im Winter weniger Gäste kommen als im Sommer, ist kaum Besserung in Sicht. Angesichts der steigenden Fallzahlen dürfte aber auch für die ländlichen Gemeinden sowie die Berggebiete eine schwierige Zwischensaison bevorstehen. Die Wintersaison wird stark davon abhängen, ob die Fallzahlen weiter steigen und welche Massnahmen und Schutzkonzepte damit verbunden sein werden. Das Potenzial für eine gute Saison in den Berggebieten besteht angesichts der Zahlen aus den Sommerferien auf jeden Fall.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Regionen finden sich in unserer Sonderauswertung zu den regionalökonomischen Auswirkungen von COVID-19.

 

 

 

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