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Kreislaufwirtschaft und Regionalpolitik – in der Schweiz und in Europa

Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im EoRPA-Konsortium hat die Schweiz einen Kurzbericht zur Kreislaufwirtschaft in Europa mit Handlungsempfehlungen für die Schweiz in Auftrag gegeben. Wer mehr dazu erfahren möchte, wie die Kreislaufwirtschaft hierzulande noch besser gefördert werden kann und wo Europa damit steht, konnte am 18. März 2025 am internationalen, öffentlichen «Coffee Break Workshop» zur Kreislaufwirtschaft in Europa teilnehmen.

 


Dank der Schweizer Mitgliedschaft im European Regional Policy Research Consortium (EoRPA) kann das Staatssekretariat für Wirtschaft kurze Forschungsaufträge im Bereich der Regionalentwicklung in Auftrag geben. So kam der Bericht «Circular Economy Policies in Europe: Assessing Regional Policy Integration» zustande. Er zeigt auf, welchen Stellenwert die Kreislaufwirtschaft (KLW) in nationalen und regionalen Politiken in Europa hat und schafft eine Grundlage für den Austausch sowie die Zusammenarbeit zwischen interessierten Akteurinnen und Akteuren dieser Länder.  Weiter gibt der Bericht Empfehlungen zur Stärkung der KLW in der Schweiz ab. Hervorgehoben werden darin insbesondere die folgenden Punkte: 

  • Kreislaufwirtschaft soll in regionale Strategien einfliessen und damit gestärkt werden. In regionalen Zentren könnten so innovative KLW-Projekte entstehen und umgesetzt werden. Dies wiederum würde dazu führen, dass Ressourcen in Bergregionen oder in grenznahen Gebieten besser genutzt werden können.
  • Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich KLW kann beispielsweise mit Interreg-Initiativen gefördert werden. So kann die Schweiz gemeinsam mit ihren Nachbarländern Konzepte und neue Lösungen entwickeln, beispielsweise im Bereich der Abfallwirtschaft.
  • Mit einem nationalen Monitoring- oder Datensystem kann der Fortschritt in der Kreislaufwirtschaft dokumentiert werden. Es lässt zudem erkennen, wo gezielt politische Anpassungen erforderlich sind. Dieses Monitoring müsste auf einheitlichen Kennzahlen basieren und auch in Europa verwendete Kennzahlen berücksichtigen, beispielsweise Kennzahlen zur Materialwiederverwertung oder zur Recyclingeffizienz.
  • Mit Förderprogrammen können KMUs und Start-ups zu Innovation im Bereich KLW angeregt werden. Dies einerseits mit finanziellen Mitteln, andererseits auch mit technischer Unterstützung. Ein Beispiel für ein erfolgreiches Programm ist das finnische CIRCWASTE-Programm. 
  • Kreislaufwirtschaft sollte auch bei öffentlichen Anschaffungen berücksichtigt werden, indem nachhaltige Materialien und Lebenszyklusüberlegungen in den Beschaffungsprozessen berücksichtigt werden. 

Der Bericht unterstreicht, dass auf dem Weg zu einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft eine koordinierte politische Zusammenarbeit auf nationaler und regionaler Ebene erforderlich ist. Denn es gelte, institutionelle, finanzielle und technische Barrieren zu überwinden. Zudem enthält der Bericht allgemeine Aussagen zur Bedeutung von lokalen und regionalen KLW-Konzepten, zum Nutzen von Finanzierungsmechanismen und der territorialen Zusammenarbeit sowie zur Förderung von Innovation durch entsprechende Geschäftsmodelle und Netzwerke. Er identifiziert Lücken regulatorischer, finanzieller und politischer Art. Weiter weisen die Forschenden darauf hin, dass die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in der Schweiz beschleunigt werden könnte, indem im europäischen Raum bewährte Praktiken in der nationalen Strategie aufgenommen und auf regionale Bedürfnisse ausgerichtet werden. 

EoRPA (gälisch für Europa) wird vom European Policies Research Centre (EPRC) der Universität Strathclyde in Glasgow geleitet. Es ist ein Konsortium von Regierungsstellen aus 30 europäischen Ländern, das regionalpolitische Entwicklungen fördert. Das Programm umfasst das Monitoring regionalpolitischer Entwicklungen, den Wissensaustausch zwischen Behörden und die Politikberatung für EoRPA-Mitglieder.

Die Schweiz ist seit 2010 Mitglied bei EoRPA. Sie wird dort durch das Ressort Regional- und Raumordnungspolitik des SECO vertreten. Mit dieser Mitgliedschaft profitiert die Schweiz von Webinaren, Workshops, wissenschaftlichen Untersuchungen und der Teilnahme an der Jahreskonferenz sowie der Möglichkeit, pro Jahr fünf Forschungstage zu einem gewünschten Thema einzusetzen. In diesem Rahmen ist der Bericht zu den Erfahrungen mit Kreislaufwirtschaft in Europa entstanden.

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