Potenzial vorhanden: Social Media in der Regionalentwicklung

Die Nutzung neuer Kommunikations- und Marketingformen in Form von Social Media ist in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. In der Schweizer Regionalentwicklung nehmen Social Media allerdings noch eine sekundäre Rolle ein.

Dank sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, LinkedIn sowie Blogs, Wikis und Medienportalen wie youtube können Unternehmen einen wirtschaftlichen Mehrwert erzielen. Jüngsten Studien zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der «Gefällt mir»-Klicks auf dem Facebook-Auftritt eines Unternehmens und der Anzahl der Produktverkäufe (Eventbrite, 2012). Unternehmen können über Social Media aber auch Kundenbindung, Positionierung, Personalmarketing und e-Commerce betreiben oder Markttrends beobachten.  

Noch in den Kinderschuhen
Schweizer Unternehmen reagieren indes noch mit Zurückhaltung auf die Möglichkeiten der Social Media. Nur gerade 22% der grössten Schweizer Unternehmen verfügen über eine ausformulierte Social-Media-Strategie. Genauso verhalten sich die Akteurinnen und Akteure der Schweizer Regionalentwicklung. Nur wenige Organisationen nutzen heute die verschiedenen Kanäle professionell, um mit ihren Anspruchsgruppen in einen echten Dialog zu treten oder ihre gesetzten Ziele zu erreichen. 

Der Nutzen von Social Media
Social-Media-Kanäle lassen sich in der Regionalentwicklung sowohl intern wie extern erfolgreich einsetzen. Innerhalb einer Region lässt sich über diese Kanäle Wissensmanagement, Informationsbeschaffung und Kommunikation betreiben. Eine Organisation kann über sie den Dialog mit ihren Anspruchsgruppen führen oder über Projekte, Aktivitäten und Events informieren. Auch neue Ideen lassen sich mit den Akteurinnen und Akteuren in der Region auf diese Weise gemeinsam entwickeln. 
Nach aussen können die neuen Kommunikations- und Marketingformen dazu dienen, die Darstellung und Vermarktung der Region aktiv zu steuern, Personal zu rekrutieren oder Produkte und Angebote zu bewerben und zu verkaufen. Social-Media-Kanäle bieten zudem die Möglichkeit, sich mit Fachleuten aus dem Bereich Regionalentwicklung direkt zu vernetzen und so Wissen und Erfahrungen auszutauschen.

Wie umsetzen? 
Wie sollen Akteurinnen und Akteure der Regionalentwicklung das Thema «Social Media» angehen? Zum einen gilt es festzulegen, welche Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und welche konkreten Ziele damit verfolgt werden sollen. Zum anderen ist für jede Zielgruppe zu überlegen, welcher Kanal welchen Zwecken dienen soll. Denn nur mit einer übergeordneten Strategie lässt sich aus der Vielfalt an Instrumenten auch tatsächlich ein Mehrwert für die eigene Tätigkeit erzielen.

Serie –Thementische am Forschungsmarkt regiosuisse 2012

regiosuisse informiert in unregelmässigen Abständen über die Diskussionen und Ergebnisse der Thementische am «Forschungsmarkt regiosuisse 2012».
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde das Thema «Social Media» auf Initiative des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship (SIFE) der HTW Chur an einem Thementisch diskutiert. Derzeit führt das SIFE eine grossangelegte Studie zum Thema durch und bietet Beratungskonzepte und Workshops an, die sich zum einen an Akteurinnen und Akteure der Regionalentwicklung, zum anderen  an kleine und mittlere  Unternehmen richten.

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Bild: regiosuisse.

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