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Bild: regiosuisse.

Regionalmanagements – «Geschäftsstellen» der regionalen Entwicklung

Regionale Entwicklungsträger wie Regionalmanagements übernehmen in der Schweizer Regionalentwicklung wichtige Aufgaben. Doch was genau sind «Regionalmanagements»? Welche Rolle übernehmen sie z.B. im Umsetzungsprozess der Neuen Regionalpolitik (NRP)? Wie können sie Projektinitiantinnen und -initianten unterstützen? Und was macht ein erfolgreiches Regionalmanagement aus? Das Themendossier «Regionalmanagement» liefert Antworten auf diese und weitere Fragen und fasst für das Thema wichtige Dokumente und Infos zusammen.

Was ist ein Regionalmanagement?


Das Erklärvideo der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) fasst die Rolle und Aufgabe eines LEADER-Regionalmanagers beispielhaft zusammen. Ein Grossteil der dargestellten Inhalte lässt sich gut auf den Schweizer Kontext übertragen.

Viele Gemeinden haben sich aus unterschiedlichen Gründen zu Regionen zusammengeschlossen. Sei es, weil sie Gemeindeaufgaben zusammen effizienter erledigen können, weil der Kanton gewisse Aufgaben an die regionale Ebene delegiert (z.B. regionale Richtplanung) oder weil sie eine gemeinsame Entwicklungsstrategie realisieren möchten. Organisiert sind diese Regionen häufig als privatrechtliche Vereine, zum Teil als öffentlich-rechtliche Körperschaften und vereinzelt auch als Aktiengesellschaften. Um die an sie übertragenen Aufgaben zu erledigen, verfügen die Regionen in der Regel über eine Organisation (Geschäftsstelle o.ä.) mit eigenen personellen und finanziellen Ressourcen und entsprechendem Leistungsauftrag.

In den meisten Regionen übernimmt diese Organisation auch die Aufgaben eines regionalen Entwicklungsträgers (RET) beziehungsweise Regionalmanagements (RM). In dieser Funktion wirkt sie als «Treiber» und Koordinator der regionalen Entwicklung und trägt dazu bei, regionale Potenziale zu nutzen und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu erschliessen.

 

Die Rolle der Regionalmanagements in der NRP

Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) können Bund und Kantone den Aufbau und Betrieb von regionalen Entwicklungsträgern fördern. Seit der Einführung der NRP im Jahr 2008 sind verschiedene regionale Strukturen neu gegründet oder umstrukturiert worden, die eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der NRP auf regionaler Ebene spielen und die regionale Entwicklung fördern. Diese Regionalmanagements – zum Teil auch kantonal oder überkantonal organisierte Entwicklungsträger wie arcjurassien.ch – unterstützten und beraten Personen und Organisationen beim Erarbeiten und Einreichen von Finanzierungsanträgen für NRP-Projekte oder lancieren teilweise auch selbst Projekte. In der Regel sind sie nicht nur regionale Anlaufstelle für die NRP, sondern auch für weitere Förderprogramme und Initiativen zur regionalen Entwicklung. Damit leisten sie einen massgeblichen Beitrag zu einer kohärenten Raumentwicklung.

 

Die Rolle der RIS-Managements

Über die NRP fördern Bund und Kantone auch Regionale Innovationssysteme (RIS) und RIS-Managements, die Dienstleistungen und Hilfestellungen für KMU bieten, die Produkt- und Prozessinnovationen umsetzen möchten. Mehr dazu in der Rubrik «Regionale Innovationssysteme».

 

Was zeichnet ein erfolgreiches Regionalmanagement aus?

Damit ein Regionalmanagement seine Rolle als zentraler Akteur der Regionalentwicklung übernehmen kann, benötigt es vielfältige Kompetenzen, genügend Kapazitäten sowie ausreichende Handlungs- und Entscheidungsbefugnisse. Entscheidend für die Durchsetzungskraft sind zudem eine gute Verankerung und Vernetzung des Regionalmanagements sowie (politischer) Rückhalt seitens der Trägerschaft. 

Können Regionalmanagements bei der Bewilligung von Projektförderungen (mit)entscheiden oder eigene Projekte initiieren und umsetzen, stärkt dies die eigene und äussere Wahrnehmung als wichtiger Akteur der regionalen Entwicklung. Dies kann sich positiv auf die Motivation und die Wirkung niederschlagen. Damit keine Interessenkonflikte entstehen, sind jedoch klare und transparente Governance-Regeln nötig. Um Missverständnissen und falschen Erwartungen vorzubeugen, muss auch die jeweilige Rolle, die das Regionalmanagement in einem Prozess oder Projekt einnimmt – Berater, Sparring-Partner, Tür-Öffner, Koordinator, Projektleiter usw. – immer transparent sein.

Sowohl Leistungsbereite wie auch Spezialisierung können die Wirksamkeit eines Regionalmanagements steigern. Eine gewisse Leistungsbreite ermöglicht eine sektor- und themenübergreifende Sicht- und Wirkungsweise und entspricht damit auch dem Bedürfnis vieler lokaler/regionaler Akteure nach einem «One-stop-shop». Durch Spezialisierung können wiederum Mittel und Ressourcen gezielter eingesetzt werden und Tätigkeiten fokussierter erfolgen. 

Bei der Umsetzung der NRP haben sich u.a. regionale Modelle bewährt, die ansässige Unternehmen oder ihre Vertretungsorgane einbinden. Dies kann zum Beispiel über eine institutionelle Einbindung in den regionalen Entwicklungsträger erfolgen oder auch inhaltlich durch die Berücksichtigung unternehmerischer Interessen und Bedürfnisse z.B. mittels eines Wirtschaftsbeirats. Eine Übersicht über die verschiedenen regionalen Modelle (Stand 2018) und deren mögliche Vor- und Nachteile bietet folgende Studie:

 

Weitere Tipps und Informationen zum Thema «Regionalmanagement»:

Das Praxisblatt bietet einen kompakten Überblick und fasst Wissen, Erfahrungen und Erkenntnisse rund um das Thema «Regionalmanagement» zusammen:

Mehr dazu, wie Regionalmanagements die regionale Entwicklung und die Projektentwicklung von regionalen (Wirtschafts-)Akteuren stimulieren, unterstützen und koordinieren können, bieten folgende Publikationen und Rubriken:

 

Bild: regiosuisse
19. März 2020

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