Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

Fokus

Wer die Region bewegt

Regionale Entwicklung ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Akteure, Massnahmen und Rahmenbedingungen. Die Menschen stehen im Zentrum der Frage, wie der Prozess Regionalentwicklung gestaltet werden soll. Sie vertreten als Akteurinnen und Akteure (Stakeholder) die Interessen der Region.

Akteure

Bund

Der Bund setzt den politischen Rahmen für die Regionalentwicklung und schafft Anreize über Fördergefässe (z.B. Neue Regionalpolitik (NRP), Kohärente Raumentwicklung (KoRe), Projekte zur regionalen Entwicklung (PRE), Pärkepolitik). Zudem bietet der Bund Massnahmen zum Wissensaufbau- und Transfer sowie Vernetzungsmöglichkeiten (z.B. regiosuisse, agridea, Netzwerk Schweizer Pärke) rund um das Thema Regionalentwicklung an.

 

Kantone

Die Kantone tragen zur Regionalentwicklung über eigene räumliche Strategien und der entsprechenden Steuerung, über Regelungen zur Nutzung des Raums (Richtplanung, kantonale Schutzgebiete) sowie über kantonale Fördergefässe bei.

 

Regionen

Eine «Region» ist nicht als Verwaltungseinheit aufzufassen, sondern als ein Gebiet, das sich mit einer gemeinsamen Herausforderung konfrontiert sieht. Entsprechend vielfältig können Regionen gestaltet sein: Räumlich kann es sich um eine vom Kanton vorgeschlagene Regionenstruktur, eine Talschaft, einen Kantonsteil oder auch um ein kantons- oder gar länderübergreifendes Gebiet handeln. In der Praxis sind es meist verschiedene Gemeinden, die sich zu einer Region zusammenfinden.

Es gibt unterschiedliche Ansätze beispielsweise auf Stufe Kanton («Regionalisierungsmodelle») und andererseits auf Stufe Region («regionale Organisationsmodelle»). Eine Studie von Ecoplan bietet einen Überblick.

Als Impulsgeber und unterstützende Kraft agieren in den Regionen oftmals regionale Entwicklungsträger (RET), Regionalmanagements (RM) sowie kantonale oder überkantonale Organisationen. Ihnen kommt bei der Initiierung und Entwicklung von regionalen Projekten deshalb eine tragende Rolle zu. Sie fungieren als Treiber der regionalen Entwicklung und können die Akteurinnen und Akteure in einer Region informieren, inspirieren, zusammenbringen und mobilisieren, etwa indem sie den Handlungsbedarf aufzeigen und Visionen skizzieren, über die Möglichkeiten von Förderprogrammen informieren, konkrete Umsetzungsbeispiele präsentieren oder selbst Projekte lancieren. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag, vorhandene Kräfte, Ideen, Wissen und Kompetenzen zu aktivieren und zu bündeln.

Regionale Innovationssysteme (RIS): RIS beziehen sich auf funktionale, in der Regel überkantonale und teilweise Landesgrenzen überschreitende Wirtschaftsräume, in denen die für Innovationsprozesse wesentlichen Akteure (Unternehmen, Bildungs-/Forschungseinrichtungen und öffentliche Hand) in Netzwerken zusammenarbeiten. Durch die regionale Vernetzung im Rahmen der RIS soll die Innovationsfähigkeit der KMU gefördert und die Innovationsdynamik in den Regionen erhöht werden.

Pärke: Der Bund fördert drei Kategorien von Pärken von nationaler Bedeutung (Nationalpärke, regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke). Jede Parkkategorie ist auf das Potenzial der Region, auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung ausgerichtet.

 

Gemeinden und Städte

Werden Projektideen durch die regionale Basis, beispielsweise durch Gemeinden oder durch die Stadt mitgetragen, kann frühzeitig «Regional Ownership» für die regionalen Entwicklungsvorhaben aufgebaut werden. Die regionalen Entwicklungsträger wie die Regionalmanagements und Kantone können dabei unterstützend wirken, indem sie mit konkreten Ideen an die richtigen Personen herantreten und mögliche Projekt- bzw. Kooperationspartnerinnen und -partner zusammenbringen.
Zudem sind Gemeinden und Städte Teil der Regionalentwicklung durch die Erarbeitung eigener räumlicher Strategien, über die Nutzungsplanung und über kommunale Finanzierungsgefässe.

Beispiele: Zukunft Hasliberg & Video

 

Unternehmen

Unternehmen, die attraktive Stellen anbieten, tragen dazu bei, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. Sie bilden das wirtschaftliche Rückgrat in ihrer Region und tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung und – insbesondere in peripheren Gebieten – zur regionalen Identifikation bei. Durch ihren meist überregionalen Aktionsradius liefern sie? Standortargumente für die Region und tragen zur Niederlassung weiterer Unternehmen bei. Unternehmen spielen aber auch bei Produkt- und Prozessinnovationen, bei der Qualifizierung regionaler Arbeitskräfte usw. eine wichtige Rolle. Die Beteiligung der ansässigen Unternehmen an Regionalentwicklungsprozessen ist deshalb unabdingbar. 

Beispiele: CSEM

 

Beratung

Beratungsfirmen bieten verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Regionalentwicklung an. Dies beinhaltet beispielsweise die Prozessbegleitung (z.B. Mitarbeit in einer Begleitgruppe, Projektmanagement), die Konzeption oder Moderation von Mitwirkungsprozessen (z.B. Workshops, Interviews, Tischdiskussionen) sowie die Kommunikation (z.B. Informationsveranstaltungen, Kommunikationskonzept).

In unserer Expertendatenbank finden Sie eine Übersicht über Expertinnen und Experten der Schweizer Regionalentwicklung in den Bereichen Forschung und Beratung. Abgedeckt sind die Themen Wirtschaftsgeographie, Regionalökonomie, Regionalpolitik, Rechts-, Sozial- und Politikwissenschaften, Raumentwicklung und die Erforschung von Veränderungsprozessen.

 

Privatpersonen

Privatpersonen können durch Ideen und Aktivitäten die Regionalentwicklung mitprägen.
Eine frühe Kontaktaufnahme zum Kanton oder der regionalen Ansprechstelle ist bei Projektideen hilfreich, dadurch fällt die Prüfung der Umsetzbarkeit leichter. Dies erlaubt auch, die Projektidee zusammen mit den Kantonen und den Regionen zu verfeinern. Gleichzeitig lässt sich zum Beispiel auch klären, ob und mit welchem Förderinstrument die Projektidee unterstützt werden kann.

Haben Sie eine Projektidee? In der Expertendatenbank finden Sie Kontaktadressen, das Finanzhilfetool bietet eine Übersicht über aktuelle Förderprogramme.

Beispiele: Appenzeller Dinkel & Video

 

Forschungs- und Bildungsinstitutionen

Der Beitrag von Forschungsinstitutionen zur Entwicklung von Regionen kann vielfältig sein. Hochschulen beeinflussen durch ihre klassischen Funktionen, durch Forschung und die Aus- und Weiterbildung, die sozio-ökonomische Entwicklung einer Region. Sie können aber auch regionale Entwicklungsimpulse geben beispielsweise durch eine partizipative Projektbegleitung direkt in den Regionen. Einige Institutionen führen Forschungsschwerpunkte im Bereich Stadt- und Regionalentwicklung oder im Bereich Regionalökonomie. Die Expertendatenbank ist bei der Suche nach geeigneten Kontaktpersonen behilflich.

Beispiele: PlurAlps

 

 

 

Bild: regiosuisse
19. März 2020

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