Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

Stakeholder und Bevölkerung

Information und Einbezug von Stakeholdern und der Bevölkerung

Die Initiative für ein Projekt geht meistens von wenigen Personen aus. Engagierte «Zugpferde» allein reichen für den Erfolg eines Vorhabens jedoch nicht aus. In der Regel sind weitere Personen, Gruppen, Sektoren, Branchen, Organisationen sowie Institutionen zu mobilisieren, einzubinden, zu koordinieren und zu informieren. Projektinitiantinnen und -initianten müssen deshalb die Fähigkeit haben, andere mitzuziehen und für ihr Vorhaben zu begeistern. Der Einbezug von Stakeholdern und der Bevölkerung kann auf unterschiedlichen Stufen erfolgen. Die Knacknuss besteht darin, die richtige Balance zu finden. Im Grundsatz geht es darum, die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Weise einzubeziehen. Ein Patentrezept gibt es nicht. Was konkret zu tun ist, ist jeweils projektspezifisch festzulegen. Je nach Phase stehen zudem andere Prioritäten und Ziele im Vordergrund.

Partizipation

 

 

Weshalb sind Information und Einbezug wichtig?

 

  • Akzeptanz erreichen und Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen: Die bestmögliche Projektidee bringt nichts, wenn sie nicht mitgetragen wird. Wer auf sein Projekt aufmerksam macht, Ziele, Massnahmen sowie Erfolge transparent darstellt und zum Mitdiskutieren und Mitmachen einlädt, gewinnt nicht nur Akzeptanz und Wertschätzung, sondern auch Partner und Unterstützer. Werden die Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen einbezogen, lassen sich zudem mögliche Synergien, Konfliktfelder und Widerstände besser erkennen. 
  • Transparenz und Vertrauen schaffen: Frühzeitige und in der Folge regelmässige, offene Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit schaffen Transparenz und bei Beteiligten und Betroffenen Vertrauen in den Prozess und das Projekt. Versäumnisse führen häufig zu Misstrauen. Sie lassen sich im Nachhinein nur schwer wiedergutmachen. Das Risiko, dass ein Projekt an der Urne oder Gemeindeversammlung scheitert, steigt.
  • Wissensbasis verbessern und verbreitern: Haben die verschiedenen Anspruchsgruppen bis hin zur breiten Bevölkerung die Möglichkeit, sich einzubringen, können vielfältige Erfahrungen, Wissensbestände, Kompetenzen, Ideen und Lösungsansätze für die Projektentwicklung und -umsetzung genutzt werden. Auch rechtliche Rahmenbedingungen und Restriktionen (z.B. raumplanerische Vorgaben), die für die Umsetzung eines Projekts wichtig sind, lassen sich im direkten Austausch mit den zuständigen Ansprechstellen am einfachsten klären. 
  • Verankerung in einer Region oder Branche erreichen: Sind Akteurinnen und Akteure vor Ort einbezogen, fördert dies die regionale Verankerung des Projekts. Damit steigen auch die Chancen, dass das Vorhaben – auch wenn die Projektakteure von der Bildfläche verschwunden sind –, weitergeführt wird und eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Gleiches gilt, wenn die für ein Projekt wesentliche Akteurinnen und Akteure einer Branche oder eines Sektors eingebunden sind. 

 

Was ist bei der Information und beim Einbezug zu beachten?

 

  • «Alibi-Übungen» vermeiden: In der Regionalentwicklung werden häufig verschiedenste Personen in die Ideengenerierung miteinbezogen. Entwickelte Ideen werden aber nicht immer weiterverfolgt, über die Gründe wird geschwiegen. Dies ist für die Beteiligten frustrierend und enttäuschend. Wichtige Akteurinnen und Akteure, die sich für die Region engagieren, gehen so verloren und können gar zu «Blockierern» werden. Eine aktive Information, was mit den Inputs und generierten Ideen passiert und weshalb eine Idee weiterverfolgt wird oder eben nicht, ist wichtig.
  • «Neue Köpfe» einbinden: Bei der Ideen- und Projektentwicklung wird oft auf die klassischen «Key-Stakeholder» aus Gemeinde, Politik und Wirtschaft gesetzt. Wer weitere Kreise (Kreative, Jugendliche, breite Bevölkerung, Zweitwohnungsbesitzende, Personen, mit einer «Aussensicht» usw.) einbindet, schafft eine gute Basis für Lösungen und Ansätze ausserhalb gängiger Pfade.
  • Offen für Ideen und Inputs sein: Damit Beteiligte und Betroffene sich und ihre Anliegen in das Projekt einbringen können, sollte die Projektentwicklung möglichst ergebnisoffen erfolgen. 
  • Kritikern die Chance geben, sich einzubringen: Der Umgang mit Kritikern ist für die Projektentwicklung und -umsetzung herausfordernd. Konstruktive Kritik bringt ein Vorhaben weiter. Chronische «Nein-Sager» und «Verhinderer» können ein Projekt allerdings blockieren. Dennoch sollten auch sie die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren Anliegen konstruktiv einzubringen. Sind sie dazu nicht gewillt, kann es zielführender sein, den Prozess bewusst ohne sie weiterzuführen.
  • Genügend «Verdauungszeit» einplanen: Beteiligte und Betroffene brauchen häufig eine gewisse Zeit, um sich auf ein Projekt und die damit verbundenen Veränderungen einzulassen. Auch Abstimmungs- und Genehmigungsverfahren beanspruchen ihre Zeit. Dies ist bei der Projektentwicklung und -planung zu berücksichtigen.
  • Bedürfnisse adressieren und Mehrwert aufzeigen: Mitstreiter und Unterstützer finden sich leichter, wenn sie ein Projekt als wichtig, dringlich und notwendig erachten. Entscheidend ist zudem der Mehrwert, den jemand für sich persönlich, sein Unternehmen, seine Organisation, Region oder Gemeinde erkennt. Der Nutzen eines Projekts ist deshalb jeweils zielgruppenspezifisch, bezogen auf die angesprochene Person/Gruppe, aufzuzeigen.
  • Konkrete Ergebnisse und Erfolge kommunizieren: Konkrete Ergebnisse und sichtbare Erfolge bestärken die Beteiligten und Unterstützer. Sie halten zudem Kritiker in Schach und können eine Aufbruchstimmung erzeugen, auf der sich weitere Aktivitäten entwickeln. Eine aktive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit kann entscheidend zum Projekterfolg beitragen.
  • Bestehende Plattformen und Netzwerke nutzen: Über regionale, sektorübergreifende oder branchen- und themenspezifische Plattformen und Netzwerke lassen sich verschiedene Akteursgruppen gezielt erreichen. Sie können bei der Information, Beteiligung und Koordination der unterschiedlichen Anspruchsgruppen sehr hilfreich sein.
Weitere Tipps und Werkzeuge  

 

 

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