Die Plattform für Regionalentwicklung in der Schweiz

Interreg

Interreg: Grenzübergreifende Zusammenarbeit in Europa

1990 lancierte die Europäische Union die Interreg-Programme mit dem Ziel, die Integration im europäischen Raum und eine ausgewogene Entwicklung über die Landesgrenzen hinweg zu fördern. Im Laufe der Jahre haben sich die Programme stetig weiterentwickelt und sind ein wichtiges Instrument zur Umsetzung konkreter Ziele geworden. Die verschiedenen Interreg-Programme, an denen sich die Schweiz beteiligt, und deren Projekte sind wertvoll für die Schweiz und machen einen wichtigen Anteil der Schweizer Regionalpolitik aus.

Was ist Interreg?

Interreg bietet die Möglichkeit für konkrete grenzübergreifende Projekte zur Weiterentwicklung der Regionen. Die EU, die Nachbarländer, die Kantone, der Bund und Private finanzieren die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen. Die Schweizer Finanzierung ist Teil der Neuen Regionalpolitik. Deshalb fokussiert Interreg in der Schweiz auf die regionalwirtschaftliche Entwicklung. Die Palette unterstützter Projekte ist breit. So werden beispielsweise gemeinsame touristische Produkte entwickelt oder Lösungen für die Herausforderung der Digitalisierung erarbeitet. 

In bisher fünf Förderperioden wurde mit Interreg europaweit die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Tausenden von Projekten gestärkt und es konnten konkrete Mehrwerte für die Regionen geschaffen werden. Die Programme wurden laufend weiterentwickelt.

2014–2020 läuft die fünfte Programmperiode (Interreg V). Die Planung der neuen Phase 2021-2027 (Interreg VI) ist bei der Europäischen Kommission sowie im Rahmen der einzelnen Programme im Gang.

 

Interreg – Ziel 

Ziel von Interreg ist es, über grenzübergreifende Projekte den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der EU und deren Nachbarländer zu stärken. Gleichzeitig soll eine ausgewogene räumliche Entwicklung ermöglicht werden. Interreg unterstützt dazu Projekte, welche die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit fördern.

 

Interreg – Ausrichtungen

An Interreg können sich grundsätzlich alle europäischen Regionen beteiligen – unabhängig davon, ob sie sich an der Grenze oder im Landesinnern befinden. Das Förderprogramm Interreg V (2014–2020) umfasst drei Ausrichtungen. Die Schweiz beteiligt sich an allen drei Ausrichtungen:

  • Interreg A: Grenzüberschreitende Programme

    Zusammenarbeit zwischen Regionen, die zu verschiedenen Ländern gehören, aber eine gemeinsame Grenze haben. Die sogenannten Interreg-A-Programme richten sich an Projektträger einer Mehrzahl der Kantone. Die Grenzregionen der Schweiz bilden mit den benachbarten ausländischen Regionen vier Programmgebiete: Oberrhein (AG, BL, BS, JU, SO), Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein (AG, AI, AR, GL, GR, SG, SH, TG, ZH), Italien–Schweiz (GR, TI, VS) und Frankreich–Schweiz (BE, FR, GE, JU, NE, VD, VS).
  • Interreg B: Transnationale Programme

    Zusammenarbeit zwischen benachbarten Regionen innerhalb grösserer zusammenhängender Räume. Diese Gebiete erstrecken sich über mehrere Länder und Regionen, die aufgrund ihrer geografischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen oft vor ähnliche Herausforderungen gestellt sind. Die sogenannten Interreg-B-Programme ermöglichen es, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Schweiz beteiligt sich an den Programmen Alpenraum und Nordwesteuropa, welche beide die ganze Schweiz abdecken. Um die transnationale Zusammenarbeit in den Alpen zu stärken, wurde vor ein paar Jahren die Makroregionale Strategie für den Alpenraum (EUSALP) von den Alpenregionen und -–Ländern verabschiedet und steht jetzt in der Umsetzung.
  • Interreg C: Interregionale Programme

    Zusammenarbeit zwischen nicht benachbarten Regionen aus ganz Europa. Die Programme sollen Wissen zu verschiedenen Themenbereichen vernetzen, die anderen Programme der Regionalpolitik aber auch dabei unterstützen, voneinander zu lernen, wie die Umsetzung verbessert werden kann. Die Schweiz beteiligt sich an allen vier Programmen: Interreg Europe, URBACT, ESPON und INTERACT.

Projektbeispiele: Wenn Sie mehr über konkrete Interreg-Projekte wissen möchten, werfen Sie einen Blick in unsere regiosuisse-Projektdatenbank.

 

Schweizer Beteiligung an Interreg V

Seit 2008 fördern Bund und Kantone im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) die Schweizer Beteiligung an der grenzüberschreitenden, Zusammenarbeit (Interreg A) und engagieren sich bei transnationalen (Interreg B) und interregionalen (Interreg Europe, URBACT, ESPON) Programmen. Bei der Umsetzung von Interreg-A-Projekten wird den hier federführenden Kantonen Freiraum gelassen. Jedoch müssen die Bundesgelder und der Grossteil der kantonalen Äquivalenzmittel für Projekte eingesetzt werden, die mit den regionalpolitischen Zielen der NRP vereinbar sind (NRP-kompatible Projekte).

Den Kantonen steht es frei, sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb der NRP an Interreg zu beteiligen. Folglich können sie sich mit eigenen Mitteln auch an Projekten beteiligen, die keine Unterstützung des Bundes erhalten. Schliesslich können sich Schweizer Interessentinnen und Interessenten aus eigener Initiative bei Projekten engagieren, die nur kantonale oder gar keine öffentlichen Gelder erhalten.

Für die Teilnahme an der aktuellen Programmperiode Interreg V (2014-2020) stellt der Bund im Rahmen der NRP insgesamt rund 50–60 Millionen Franken zur Verfügung. Für die kommende Interreg-VI-Periode stellt er ähnliche Beiträge in Aussicht. Die Kantone steuern mindestens äquivalente Beiträge bei.
Die Themenschwerpunkte, Antragsverfahren, Projektauswahlkriterien usw. unterscheiden sich je nach Programm. 

Mehr Informationen zur Finanzierung von Interreg-Projekten finden Sie im Finanzhilfe-Tool

 

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