Kohärente Raumentwicklung

Kohärente Raumentwicklung

Bevölkerung und Wirtschaft wachsen, doch mehr Menschen brauchen auch mehr Raum für Wohnen, Arbeit, Freizeit und Mobilität. Zugleich möchten wir vielfältige Landschaften und bedeutende Bauten erhalten. Um dies unter einen Hut zu bringen, müssen sich Regionen, Kantone und Bundesämter abstimmen und ihre Politiken, Programme und Massnahmen zu einem Ganzen zusammenfügen. So können sie dazu beitragen, dass sich die Schweiz räumlich kohärent entwickelt und dabei sowohl Nutz- als auch Schutzanliegen berücksichtigen.

Städte und Agglomerationen stehen häufig vor anderen Herausforderungen als die ländlichen Räume und die Berggebiete. Gleichzeitig nehmen die Herausforderungen zu, die sowohl für urbane als auch für ländliche und stadt-land-übergreifende funktionale Räume von Bedeutung sind. Die räumliche Entwicklung soll daher nicht strikte getrennt nach Stadt und Land, sondern wo sinnvoll stadt-land-übergreifend erfolgen.

Mit der kohärenten Raumentwicklung – die sich am Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung orientiert – geht der Bund die räumlichen Herausforderungen deshalb ganzheitlich, inhaltlich abgestimmt und koordiniert an. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne Politik, sondern um ein gemeinsames Handlungsverständnis: Eine Vielzahl von Prozessen zur Koordination von Aktivitäten auf allen Staatsebenen und ein Korb von Förder- und Schutzpolitiken, die durch ein Angebot an Coaching und Weiterbildungsmöglichkeiten ergänzt werden. Die kohärente Raumentwicklung ist ein gemeinsames Ziel von Bund, Kantonen, Regionen, Städten und Gemeinden.

Wichtige Beiträge zu einer kohärenten Raumentwicklung liefern die raumwirksamen Sektoralpolitiken des Bundes (beispielsweise die Agrarpolitik oder die Verkehrspolitik). Um diese besser zu koordinieren, hat der Bund die «Agglomerationspolitik» (AggloPol) und die «Politik für die ländlichen Räume und Berggebiete» (P-LRB) lanciert. Durch diese Koordination sowie mit spezifischen Massnahmen trägt er zu einer kohärenten Raumentwicklung bei.

Bild: berggeist007 / pixelio.de 

News zur kohärenten Raumentwicklung

Bund setzt Impulse für die Raumentwicklung

Um das Ziel einer nachhaltigen Raumentwicklung zu erreichen, hat der Bund von 2014 bis 2018 Innovation und Pioniergeist unterstützt: In 31 Modellvorhaben sind Kantone, Gemeinden, Unternehmen, Verbände und weitere regionale Akteurinnen und Akteure neue Wege gegangen, um die Lebensqualität zu erhalten, gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen und dabei die Ressourcen zu schonen. Die Erkenntnisse aus diesen Projekten, vom Bund mit rund 3,4 Millionen Franken gefördert, wurden nun an einer Abschlusstagung in Bern präsentiert.

Region Oberwallis: Wie eine kohärente Raumentwicklung in der Praxis aussehen kann

Vielerorts bestehen unterschiedliche Ansprüche an den Raum. Damit Interessen und Nutzungsansprüche koordiniert werden können, müssen Gemeinden, Städte, Regionen, Kantone und Bundesämter ihre Politiken, Programme und Massnahmen aufeinander abstimmen. So können sie gemeinsam, zusammen mit Privaten, auf eine kohärente Raumentwicklung hinwirken. Wie dies konkret erfolgen kann, illustriert das «Praxisbeispiel kohärente Raumentwicklung: Region Oberwallis».

5 Jahre Raumkonzept Schweiz: Fazit und Herausforderungen für die Zukunft

War das Raumkonzept Schweiz bisher ein Erfolg? Wo liegen die zentralen Herausforderungen für die Zukunft? Zwei neue Berichte liefern Antworten. Der Fünfjahresbericht beschreibt den aktuellen Stand der Anwendung und mögliche Anliegen für die Weiterentwicklung des Raumkonzepts Schweiz. Der Bericht «Trends und Herausforderungen» liefert mit aktuellen Zahlen zur räumlichen Entwicklung Grundlagen für politische und fachliche Debatten. Er wurde im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zum fünfjährigen Bestehen des Raumkonzepts Schweiz vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) veröffentlicht.

Neues Faktenblatt «Regionale Entwicklungsstrategien» publiziert

Was bringen regionale Entwicklungsstrategien? Worauf ist bei deren Erarbeitung zu achten und mit welchen Anreizen und Fördermassnahmen unterstützen Bund und Kantone die Strategieorientierung der Regionen? Antworten liefert ein neues Faktenblatt, das regiosuisse zusammen mit verschiedenen Bundesämtern erarbeitet hat.

Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur dritten Generation der Agglomerationsprogramme

Um die Verkehrssituation in den Agglomerationen zu verbessern, beantragt der Bundesrat dem Parlament für die dritte Generation der Agglomerationsprogramme insgesamt 1,12 Milliarden Franken. Damit kann der Bund 32 Agglomerationen dabei unterstützen, Verkehr und Siedlung koordiniert zu planen sowie die verschiedenen Verkehrsmittel in urbanen Gebieten besser aufeinander abzustimmen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 30. April 2018.
Artikel teilen