Bild: regiosuisse.

Monitoring der regionalwirtschaftlichen Entwicklung

Wie entwickeln sich Arbeitsplätze und Arbeitslosigkeit? Wie gross sind Wirtschaftskraft und Arbeitsproduktivität? Wo nehmen Bevölkerung und Einkommen zu und wo ist das Gegenteil der Fall? Antworten liefern das Regionenmonitoring von regiosuisse im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) sowie weitere relevante Monitorings für die Schweizer Regionalentwicklung. Sie zeichnen ein detailliertes Bild der regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz und geben einen wichtigen Informationshintergrund für die Erarbeitung regionaler Förderstrategien durch die Akteurinnen und Akteure der Neuen Regionalpolitik (NRP) – auch für die Umsetzungsprogramme der Kantone!

Monitoringbericht 2016

Mit dem «Monitoringbericht 2016» zieht regiosuisse zum vierten Mal Bilanz zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz. Die Entwicklung wird anhand zahlreicher Indikatoren aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und -leistung, Bevölkerung und Wohlstand sowie Standort und Infrastruktur dargestellt. Der Bericht zeigt beispielsweise, dass die Beschäftigung in urbanen Gebieten schneller wächst als in ländlichen. Gleichzeitig hat sich aber die Einkommensschere zwischen Stadt und Land verringert. Im Vergleich zu den früheren Monitoringberichten wurde die aktuelle Ausgabe um verschiedene neue Indikatoren ergänzt und bestehende Indikatoren wurden stärker ausdifferenziert.

Wussten Sie schon?

Der Frauenanteil am Beschäftigungsvolumen ist in den letzten Jahren gestiegen.
Der Frauenanteil am Beschäftigungsvolumen ist in den letzten 5 Jahren schweizweit leicht gestiegen, wobei die urbanen Gebiete einen höheren Frauenanteil aufweisen als der ländliche Raum. Zusätzlich weisen die erwerbstätigen Frauen in den ländlichen Gebieten durchschnittlich tiefere Arbeitspensen auf als die erwerbstätigen Frauen im urbanen Raum. Eine aktuelle Publikation von Eurostat zeigt zudem, dass die Schweiz bezüglich Teilzeitbeschäftigung der Frauen im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern gehört. Im Jahr 2016 waren 60.2% der erwerbstätigen Frauen in der Schweiz teilzeitbeschäftigt. Zum Vergleich: nur die Niederlande wies mit 76.4% eine noch höhere Quote auf, der europäische Durchschnitt lag bei 31.9% (vgl. Eurostat (2017), Das Leben von Frauen und Männern in Europa, Ein statistisches Portrait).
Die Arbeitslosigkeit in urbanen Gebieten schwankt stärker als im ländlichen Raum.
Die Arbeitslosenquote ist in den fünf regiosuisse Raumtypen unterschiedlich starken Schwankungen unterworfen. Die Metropolräume und Agglomerationen verzeichnen in Rezessionszeiten respektive bei Hochkonjunktur deutlich stärkere Ausschläge als die restlichen Regionen. Zudem lag die Arbeitslosenquote seit der Jahrtausendwende in den urbanen Räumen konstant über derjenigen des ländlichen Raums. Währenddem der ländliche Raum im Jahr 2016 eine Arbeitslosenquote von 2.4% aufwies (Jahresdurchschnitt), lag sie in den Metropolräumen und Agglomerationen bei 3.7% (vgl. Monitoringbericht 2016, Kapitel 3.1).
Der Anteil der Erwerbspersonen mit tertiärer Ausbildung hat sich im letzten Jahrzehnt stark erhöht.
Auf Ebene Schweiz ist der Anteil der Personen mit tertiärer Bildung im Zeitverlauf stark gestiegen, nämlich von 26% im Jahr 2000 bis auf 40% im Jahr 2015. Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine starke Expansion des Hochschulbereichs zurückzuführen. Der Anteil Erwerbstätiger mit tertiärer Ausbildung ist im letzten Jahrzehnt in allen regiosuisse-Raumtypen gestiegen, insbesondere im urbanen Raum. Der Anteil der Erwerbstätigen mit tertiärer Ausbildung liegt im ländlichen Raum jedoch deutlich tiefer als in urbanen Räumen. (vgl. Monitoringbericht 2016, Kapitel 3.1).
Die Parahotellerie erreichte im ersten Quartal 2017 bei der touristischen Beherbergung einen Anteil von rund 35 Prozent.
Zur Parahotellerie werden die kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen, die Kollektivunterkünfte und die Campingplätze gezählt. Im ersten Quartal 2017 verzeichnete die Parahotellerie in der Schweiz 4.7 Millionen Logiernächte, wobei die kumulierten Zahlen der Hotellerie und der Parahotellerie ein Total von 13.6 Millionen Logiernächten ergaben. Die Parahotelleriestatistik beruht auf einer Erhebung, die seit 2016 vom Bundesamt für Statistik (BFS) auf nationaler Ebene durchgeführt wird. Die Parahotellerie wurde – als Ergänzung zur Hotellerie – in das neue Indikatorenset von regiosuisse aufgenommen. Aufgrund der erstmaligen Erhebung im Jahr 2016 finden sich im aktuellen Monitoringbericht 2016 jedoch lediglich Resultate zur Hotellerie (vgl. Monitoringbericht 2016, Kapitel 3.2).
Kultur und höhere Bildung sind im peripheren Raum weiter weg als in urbanen Gebieten.
Alle Raumtypen verfügen heute über eine gute Basisversorgung mit Dienstleistungen – die Grundversorgung in der Schweiz ist intakt und die Grundversorgungsunterschiede sind relativ klein. Der periphere ländliche Raum weist jedoch deutlich höhere Distanzen zu Angeboten im Bereich höhere Bildung und Kultur auf als die urbanen Gebiete. Damit ergibt sich eine ungünstigere Ausgangslage, um Junge und Personen mit höheren Ansprüchen an Bildung, Kultur, etc. zu halten bzw. anzuziehen. Dies zeigen Auswertungen aus dem neu eingeführten Bereich «Standort und Infrastruktur» des Indikatorensets von regiosuisse (vgl. Monitoringbericht 2016, Kapitel 3.4).

Weitere regiosuisse-Monitoringberichte

Spezialauswertungen – wie entwickelt sich Ihre Region?

Kantone, Regionen sowie weitere Institutionen und Organisationen mit Schnittstellen zur Regionalentwicklung können bei regiosuisse Spezialauswertungen zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung ihres Gebiets in Auftrag geben. Spezialauswertungen sind für alle regiosuisse-Indikatoren gemäss Monitoringbericht 2016 möglich. Kleinste Auswertungseinheit sind Gemeinden. Kontakt für zusätzliche Informationen zu den Möglichkeiten und Konditionen: Stefan Suter.

Weitere Monitorings

Neben dem Regionenmonitoring von regiosuisse existieren weitere Monitorings, die Rückschlüsse auf die regionalwirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz erlauben und/oder Vergleiche mit Regionen in der Europäischen Union ermöglichen (z.B. ESPON 2013 Database):

Monitoring ländlicher Raum (ARE)
Im Rahmen des «Monitoring ländlicher Raum» wurden von 2003 bis 2008 Studien zu verschiedenen Themenkreisen erarbeitet. Weiter >>>
City Statistics (Urban Audit) (BFS)
Das Projekt City Statistics (vorher: Urban Audit) bietet Informationen und Vergleichsmessungen zu unterschiedlichen Aspekten der Lebensbedingungen in europäischen Städten anhand von rund 200 Indikatoren auf drei räumlichen Ebenen (Agglomerationen, Kernstädte und Quartiere). Weiter >>>
Interaktiver Statistischer Atlas der Schweiz (BFS)
Der online verfügbare Statistische Atlas der Schweiz bietet einen Überblick zu regionalen Fragestellungen aus verschiedenen Themenbereichen. Räumliche Disparitäten und Zusammenhänge können visuell oder in Zahlen dargestellt werden. Weiter >>>
Indikatoren der regionalen Disparitäten in der Schweiz (BFS)
Die Publikation «Regionale Disparitäten in der Schweiz – 3. Ausgabe» stellt eine Reihe von aufschlussreichen Indikatoren zur Messung von regionalen Disparitäten vor. Weiter >>>
MONET – Monitoring nachhaltige Entwicklung (BFS, BAFU, ARE)
MONET, das Indikatorensystem zum Monitoring der Nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz, misst und dokumentiert die aktuelle Lage und Entwicklung der Schweiz hinsichtlich der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung. Weiter >>>
Schweizer Regionalporträts (BFS)
Vom Bundesamt für Statistik zur Verfügung gestellte aktuelle statistische Porträts aller Kantone, Städte und Gemeinden der Schweiz. Weiter >>>
ESPON 2013 Database (European Spatial Planning Observation Network)
ESPON, das Forschungsnetz zur europäischen Raumbeobachtung, an dem sich auch die Schweiz im Rahmen der Europäischen territorialen Zusammenarbeit (ETZ) beteiligt, bietet mit der online verfügbaren ESPON Database Daten und Auswertungen zur territorialen Entwicklung in der EU, der Schweiz, in Liechtenstein, Island und Norwegen. Weiter >>>
Innovationsmonitoring Schweizer Wirtschaft (KOF)
Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich führt seit 1990 im Auftrag des SECO jedes dritte Jahr bei einer Stichprobe von rund 6'500 Firmen der Privatwirtschaft eine breit angelegte Innovationserhebung durch. Weiter >>>
Regional Database (OECD)
Die Datenbank der OECD beinhaltet rund 40 international vergleichbare Indikatoren zu wichtigen sozio-ökonomischen Fragestellungen für rund 2000 Regionen in 30 Ländern. Die Indikatoren decken die Themengebiete Bevölkerung, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales und Innovationen ab. Weiter >>>
Observatoire Statistique Transfrontalier de l’Arc Jurassien (OSTAJ) 
Die Website «Observatoire Statistique Transfrontalier de l’Arc Jurassien» (Grenzüberschreitende statistische Dokumentationsstelle des Jurabogens) bietet statistische Daten über den Französischen und Schweizer Jura zu Bereichen wie Demografie, Arbeitsmarkt und wirtschaftliche Entwicklung. Weiter >>>
Eurostat regional yearbook (Eurostat)
Das «Eurostat regional yearbook» bietet eine Übersicht über die wichtigsten Statistiken, die für die europäischen Regionen in 12 verschiedenen Themengebieten verfügbar sind. Weiter >>>
Private Anbieter von regionalwirtschaftlichen Monitorings
Credit Suisse Economic Research veröffentlicht jährlich verschiedene Publikationen zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in den Schweizer Regionen unter der Reihe Swiss Issues Regionen
Die Firma BAK Basel Economics führt regionale Benchmarking-Studien, Strukturanalysen und Prognosen durch, die teilweise öffentlich verfügbar sind.
Der kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) der UBS ermöglicht eine Beurteilung der kantonalen Volkswirtschaften anhand eines Stärken-Schwächen-Profils und dient als Werkzeug für regional-strategische Entscheide.

 

Monitoring-News

Die Fachkräfteinitiative wirkt

Der Bundesrat hat Ende Oktober 2017 den zweiten Monitoring-Bericht zur Fachkräfteinitiative gutgeheissen. Die Massnahmen im Rahmen der Initiative helfen mit, das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen.

Die Alpenstädte stellen sich der Zukunft

In den Städten des Alpenbogens herrscht Aufbruchstimmung. Dank besserer Verkehrsanbindung sind sie mittlerweile auch von Zürich, Bern oder Lausanne aus gut erreichbar. Das neue Heft «Forum Raumentwicklung» zeigt, wie sich die alpinen Städte neu definieren, indem sie ihre Funktion als Scharnier zwischen den Zentren des Mittellands und dem ländlichen Alpenraum stärken.

regiosuisse veröffentlicht «Monitoringbericht 2016» und neue Rubrik «Monitoring der regionalwirtschaftlichen Entwicklung»

Mit dem «Monitoringbericht 2016» zieht regiosuisse zum vierten Mal Bilanz zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz. Der Bericht zeigt beispielsweise, dass die Beschäftigung in urbanen Gebieten schneller wächst als in ländlichen. Gleichzeitig hat sich aber die Einkommensschere zwischen Stadt und Land verringert. In der neuen Rubrik «Monitoring der regionalwirtschaftlichen Entwicklung» finden Sie neben dem aktuellen Monitoringbericht auch alle vergangenen Berichte sowie Links zu weiteren für die Regionalentwicklung relevanten Monitorings.

Landschaften verlieren an Qualität

In der Schweiz sind praktisch keine Gegenden mehr zu finden, die von menschlichen Eingriffen völlig unberührt sind. Selbst die Hochalpen werden mit Infrastrukturen ausgestattet. Besonders krass ist der Wandel der Landschaft im Mittelland. Der Wirtschaftsaufschwung in den 1950er Jahren, das stete Siedlungswachstum und ein immer dichteres Strassennetz formten die Landschaft um. Das schlägt sich auch auf unsere Wahrnehmung nieder, wie ein Monitoring des Bundes zeigt.

Zunehmende räumliche Spezialisierung in der Schweiz

Bei Betrachtung einzelner Branchen zeigt sich eine zunehmende Spezialisierung zwischen den Landschaftsräumen: Dies geht aus einer Sonderauswertung von ausgewählten Indikatoren aus dem Monitoring von regiosuisse zuhanden der neusten Ausgabe der «Volkswirtschaft» hervor.

Die Entwicklung der Innovationsaktivitäten der Schweizer Wirtschaft: regiosuisse greift Erkenntnisse im Monitoring auf

Die Ergebnisse der 10. Innovationserhebung für die Jahre 2012 bis 2014 der Schweiz zeigen, dass Unternehmen in der Schweiz nach wie vor zu den innovationsstärksten der Welt gehören. Allerdings ist der Anteil von Firmen, die Innovationen hervorbringen, leicht zurückgegangen. Im Rahmen des Monitoringberichts 2016 von regiosuisse, der Ende Frühjahr 2017 erscheint, werden diese Ergebnisse auf verschiedene Raumtypen heruntergebrochen.
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